19. November 2009

Ich roste.

Meine Menstruationsprobleme der letzten beiden Jahre sind mittlerweile fast schon Gewohnheit geworden. Ebenso die unbändigen Schmerzen in Bauch, Rücken und Kopf, die von migräneartigen Kopfschmerzen, manchmal Erbrechen, verstärkten Blähungen und Kreislaufproblemen inklusive Ausbrüchen von kaltem Schweiß begleitet werden.

Pünktlich bin ich auch seit bald zwei Jahren nicht mehr. Termine mache ich in dem Zeitraum von 10 Tagen auch nicht mehr - 80 % von denen kann ich nämlich absagen, weil ich zwischen 2 und 4 Tage unfähig bin.

Die Blutungen waren, wenn sie denn dann endlich kamen, immer normal in Farbe und Konsistenz und Dauer, aber nun bin ich einen Tag zu früh dran, was mich nach 2 unpünktlichen Jahren sehr überrascht und dann sieht es noch aus, als würde ich rosten.

Ich weiß ja, dass ich mitten im körperlichen Verfall bin und an Verschleiß sterben werde, aber innerlich verrosten? Nee, so war das nicht gedacht!
 
Rosten ist doof! Zum Glück hast Du mir versichert, dass ein Doc nicht notwendig ist. Ich habe ja nicht gerostet, nur geblutet (und hier und da mal geknirscht!)
Gott kann definitiv keine Frau sein!
Egal ...
Also Fans und Hasser: Bei Mehrblutungen (länger oder stärker als "normal") unbedingt den nächsten Gyn. konsultieren, um schmerzhafte Entzündungen und mögliche / angedrohte OP's zu vermeiden ...
Demnächst mehr dazu.

Jo, die Story ist der Hammer! Und Du stellst Dich wieder zurück und denkst Dir, ach ja, halb so wild. Unmöglich!!!!

Nee, bei mir - bis auf die Wechseljahre - alles im grünen Bereich. Und noch mal nee, Gott kann keine Frau sein, son Mist kann nur einem Mann egal sein!

Reden hilft.

Seit etwas über einem Jahr treffe ich monatlich zum Stammtisch Kolleginnen aus meiner Region. Insgesamt sind wir 10 Weiber zwischen 35 und 55. Übersetzerinnen, Beraterinnen, Texterinnen, Redakteurinnen, Werbeziegen wie ich, Lektorinnen, also alle studiert, selbstständig und alle einen ähnlichen Job mit ähnlichen Erfahrungen.

Anfangs war ich davon nicht so ganz überzeugt, schließlich habe ich Erfahrungen mit stutenbissigen Weiber, die überall Konkurrenz sehen. Schnell war ich überzeugt, dass keine von den Damen Konkurrenz ist oder miese Gedanken hegt.

Bisher war es immer ein netter Abend mit Fachgesprächen, Austausch und Anekdoten. Ich hielt meine Sorgen und Probleme immer ein wenig raus. Schließlich bin ich eine der wenigen, die trotz Krisenstimmung ihren jährlichen Gewinn fast verdoppelt hat.

Gestern fasste ich mir ein Herz und beantwortete Fragen offen, ehrlich und mutig. Erstaunliches geschah, denn die anderen machten mit. Schnell stellte sich, jede hat ihren eigenen Scheiß. Sei es mit Job, Kind, Mann, Familie, Freunde oder alles zusammen. Schnell stellte sich auch raus, ich bin mit meiner Mutter nicht alleine. Da saß mir eine gegenüber, 47 Jahre alt und konnte ähnliche Berichte über ihre Mutter abgeben, die ihre schlechte Laune, ihre eigenen Defizite und ihren geringen Selbstwert auch ihr Leben lang versucht an ihr auszulassen. Wobei diese Kollegin ihre Mutter hasst, was ich nicht einmal schaffe. Meine nervt mich nur und ist mir meist völlig egal.

Auf jeden Fall hat sich etwas bewegt und meine Chicas sind nicht nur Kolleginnen, langsam werden wir Freundinnen, die sich gegenseitig ganzheitlich unterstützen. Überrascht und erfreut mich immens.

15. November 2009

So viel Wut und Hilflosigkeit

Gestern war ich wieder bei meiner Mutter. Sie macht mich schlicht wütend. Sie versteht mich nicht, also im wörtlichen Sinne. Sie hört mir nicht zu. Sie macht mir Arbeit. Sie macht mir das Leben schwer.

Sie wurde ihr Leben lang unselbstständig gehalten, wollte aber auch nie Verantwortung übernehmen. Seit Papa vor vier Jahren starb, muss sie dies teilweise - und will weiterhin nicht. Ich wusste nicht, dass sie einen Schwerbehindertenausweis hat, sie dachte, er sei überflüssig, also wurde er nie verlängert. Sie weiß ja auch nicht wie und wenn ich es nicht mache, macht es niemand.

Sie wusste auch nicht, dass Rentner seit 2005 unter Umständen Steuern zahlen müssen. Dabei liest sie täglich zwei Tageszeitungen und schaut den ganzen Tag TV. Aber sie hört denen ja auch nicht zu. Ich habe versucht ihre Steuererklärung zu machen, scheiterte aber an den vier Renten und den beiden Eigentumswohnungen, zu viele Berechnungen. Also besorgte ich vor 3 Wochen einen Termin bei der ehemaligen Steuerberaterin meiner Eltern. Seitdem will sie ihre Kontoauszüge sortieren. Jede Woche schaue ich diese durch, und sie sind falsch sortiert. Sie beharrt darauf, sie würde nach Datum sortieren, aber das sind sie nicht. Sie schreit mich an, die Auszüge wären richtig sortiert. Ich zeige ihr, das es nicht so ist. Wochenlang läuft das so, aber ich darf die Auszüge nicht sortieren.

Ich bekam eine Liste mit Unterlagen, die die Steuerberaterin benötigt und verbrachte den Samstagabend bei ihr, um die Belege rauszusuchen. Ein großer Reisekoffer voller Akten und Ordner beherbergt ihre Papiere, die so geordnet sind, dass man den Koffer so drehen und wenden kann, aber nichts fällt durcheinander. Eigentlich.

Sie sortierte drei Stunden Kontoauszüge, was nicht funktionierte. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ob sie sich nicht konzentrieren kann oder nicht will. Aber sie wollte unbedingt die Kontoauszüge sortieren. Ich hatte in der Zeit den gesamten großen Koffer nach Belegen durchstöbert und fein säuberlich alles wieder optimal in den Koffer sortiert. Zwischendurch musste ich immer wieder die Kontoauszüge kontrollieren, wobei diese immer wieder durcheinander waren, sie sogar Jahre vermischt hat.

Ich überredete sie, nahm die Kontoauszüge, sortierte alle vier Jahre innerhalb einer halben Stunde und bat sie, die KFZ-Steuer-Belege aus dem Koffer zu suchen. Nach ein paar Minuten schaute ich zum Koffer und ein Haufen an Zetteln lag verstreut in ihm rum. Nein, sie war das nicht. Ich war das wohl. Sie schaut nicht einmal hin. Und die Unterlagen seien auch nicht da. Sie wollte die Ordner wieder in den Koffer werfen. Ich sagte ihr, nein, dann ist alles durcheinander, ich finde nichts wieder. Eine Minute später steht sie auf und will den Ordner einfach in den Koffer werfen, so dass alle Unterlagen durcheinander fliegen. Ich trete sie in den Allerwertesten, sie schlägt mich, ich haue ihr leicht eine runter, sie schlägt mich fest. Sie sagt, Du hast mich nicht zu schlagen, ich bin die Mutter. Ich bin entsetzt und setze mich zitternd an den Tisch. Sie wirft den Ordner in den Koffer. Sie setzt ihren Willen durch, egal wie und Situationen eskalieren nur noch.

Ich frage sie, warum sie das passieren musste und sie den Ordner unbedingt in den Koffer werfen musste, ob der da lag. Nein, da lag er nicht, aber sie habe keine Lust auf den Scheiß und ich hätte ihr sowieso nichts zu sagen. Klar, ich bin das undankbare Kind. Demnächst würde sie alle Kontoauszüge und Rechnungen einfach wegwerfen. Was sie nicht sieht, ist nicht da. Sie verdrängt alles, was unangenehm ist, sie nicht kann oder worauf sie keine Lust hat. Reden will sie nicht. Zu sagen hat sie auch nichts. Sie will ihre Ruhe, ich soll alles für sie machen, so wie es mein Vater immer gemacht hat. Sie will vor den Fernseher. Und ich erwarte, dass sie was tut. Will sie aber nicht.

Der Psychoterror geht weiter. Ich muss die Post der Woche lesen, da sie nur die Hälfte liest und sich darauf verlässt, ich kümmere mich schon. Sonst ist da ja niemand. Keine Freunde, keine Familie. Nur ich. Und ich darf mich noch mit dem Psychoterror abfinden, muss sie respektieren, während sie nichts macht. Sie fragt mich nicht, wie es mir geht. Sie tut nichts für mich. Sie kümmert sich nicht. Erschreckend wird mir klar, ich hatte nie eine Mutter. Ich bin ihr Besitz. Sie verfügt über mich, schaltet und waltet wie sie will. Ich habe zu gehorchen und ihr noch zu sagen, wie toll, verantwortlich und selbstständig sie ist.

Ich schaue die Akten durch. Mir fällt auf, ich hatte nie Zeit um Papa zu trauern. Die Papiere zeigen mir, dass ich mich um alles gekümmert habe. Sie erinnert sich nicht einmal daran, dass ich mich um die Bestattung gekümmert habe, um alle Papiere, um den Erbschein, das Grundbuch, ihre Witwenrente. Sie denkt, das wäre alles von allein gegangen.

Woher habe ich die Kraft genommen? Kein Wunder, dass ich immer noch so leer bin. Ich habe sie und meinen Bruder aufgefangen, mich um alles gekümmert und bin im Nachhinein noch die Doofe. Dabei bin ich die jüngste, die einzige, die zu Papa eine Verbindung hatte, die sich in den 10 Monaten während Papas Krankheit um alles und um ihn gekümmert hat, die einfach weitergelaufen ist. Die beiden waren dazu nicht in der Lage, stets überfordert, wenn es darum ging irgendwas auszufüllen oder irgendwo anzurufen. Meine Mutter vermeidet alles, mein Bruder ist ein Choleriker, der schreit oder weint, eigentlich ist sie genauso.

Und nun höre ich mir an, dass sie und mein Bruder die Leidtragenden sind. Stille Tränen laufen mir übers Gesicht. Ich habe zu funktionieren. Ich habe die Klappe zu halten. Sie und mein Bruder sind schließlich krank. Mein Bruder hatte sogar einen Nervenzusammenbruch. Ich kann ja was zu essen machen und servieren.

Zwei Zimmer weiter läuft der Fernseher so laut, dass ich jedes Wort verstehe. Ich bitte sie, den leiser zu stellen. Das sei nicht laut, ich höre zu gut, nicht sie zu schlecht. Ich frage sie, wie es weitergehen soll? Sie meint, ich könne ja gehen und sie allein verrecken lassen, so wie mein Bruder es ja auch macht. Alle lassen sie immer alleine. Sind auch alle schuld daran, dass sie es immer so schwer hat und es ihr so schlecht geht. Mein Bruder kümmert sich nicht. Mein Vater ist einfach gestorben. Freunde habe sie, aber eigentlich auch nicht, daran sei mein Vater schuld, der wollte nie Kontakt zu anderen haben. Der Vermieter sei schuld, die Schwestern, alle, nur sie nie. Sie sei so lieb, ehrlich und würde niemanden schaden. Ich bin so frech, wie man mich mögen könne, verstehe sie auch nicht.

Ich denke an Doros Worte und frage sie, ob sie wisse, dass mir solche Worte weh tun? Erstaunt schaut sie mich an. Fragt, was sie denn gesagt habe? Ich wiederhole es. Nein, das hätte sie nie gesagt. Außerdem würden ihr alle immer nur weh tun, sie ärgern, sie quälen und niemand sei für sie da, dabei sei sie doch so hilfsbedürftig.

Ich weiß nicht mehr weiter. Mir fällt ein, dass ich eher einen Aschenbecher vor Wut an die Wand werfe, während sie emotional handelt, was sie ihrer Meinung nach natürlich nicht tut. Meinem Bruder sagte sie, ich erkläre ihr alles so, dass ich es verstehe. Mir sagt sie, ich erkläre ihr alles, so dass sie nichts verstehe. Sie dreht Worte, meine, Papas, ihre eigenen. Je nachdem, wie es am besten passt. Ich komme nicht an sie ran. Sie schweigt, sie weint, sie schreit, aber sie redet nicht. Wenn ich nichts sage, sie lasse, ist es falsch. Wenn ich etwas sage, ist es auch falsch. Ich soll mich um sie kümmern, sie aber in Ruhe lassen und ihr alles abnehmen.

Ich denke nach, an ihre Familie, wo alles immer unterschwellig und manipulativ ablief. Sie hat nichts gelernt. Nie hingeschaut. Sie kämpft einen lebenslangen Kampf gegen unsichtbare Geister. Es ist nicht mein Kampf. Ich schaue in den Spiegel, reflektiere, denke, ändere.

Ich kann nicht mehr. Ich will es auch nicht mehr. Sie saugt mir so viel Energie ab, die ich nicht einmal habe. Mir geht es schlecht. Ich fühle mich mies. Sie vermittelt mir immer das Gefühl ein böser Mensch zu sein, alles falsch zu machen. Und sie bestraft mich dafür. Immer. Und es funktioniert.

Ich überlege, was alles in den letzten 5 Jahren passiert ist, seit Papa krank wurde und starb. Ich laufe immer noch einfach weiter. Hoffe auf ein Ende der vielen Arbeit und möchte mich eigentlich nur mal meinen Gedanken, meinen Emotionen, einfach mir widmen. Aber das geht nicht, die Baustellen laufen auch weiter. Dabei sind meine nicht einmal schlimm. Ich liebe meinen Job und schaffe alles problemlos. Es sind die Altlasten von Papa, der Keller, sein Zimmer und Mama, um die ich mich kümmern muss, weil es niemand tut. Und ich habe eingetrichtert bekommen, das man nicht aufgibt, sich kümmert und tut und macht. Mein Bruder ist seit bald zwei Jahren nicht mehr da gewesen. Der ist weggelaufen wie er es immer tat. Dann mussten Papa und ich ihn wieder aus der Scheiße ziehen.

Es ist Wochenende und ich bin froh, wenn ich am Wochenende nichts tun muss, weil ich so leer bin. Ich schlafe einfach, beantworte Mails, versuche für mich da zu sein. Ich muss irgendwie mehr Distanz hinkriegen, innerlich und äußerlich, da hat Doro recht. Aber wie? Ich weiß es nicht. Ich wünschte, es würde jemanden geben, der mir einfach mal hilft. Der da ist, mich einfach mal in den Arm nimmt und mir sagt, wir schaffen das schon. Aber da ist niemand. Weil ich nicht die Kraft habe. Ich bin froh, wenn ich es schaffe mit meinen Freunden regelmäßig zu reden und diese zu sehen. Dabei bin ich gut organisiert, aber es fehlt immer Zeit. Und dann diese dauernde Müdigkeit. Ich habe überlegt mal wieder zur Psychologin zu gehen, aber so eine Therapie kostet so viel Kraft, es ist so anstrengend und ich kann nicht zwei Tage in der Woche ausfallen.

Immerhin weine ich nun. Um mich. Um Papa. Um meine Verluste. Und frage mich, wie ich etwas ändern kann? Was überhaupt?

Wenn ich noch Wut habe, lebe ich noch. Dann finde ich auch eine Lösung. Einen Weg mit dem ich leben kann. Ich bin 39, fühle mich 70 oder 80. Frage mich, ob irgendwann mal etwas Schönes in meinem Leben passiert oder das Leben einfach weiterläuft, an mir vorbeiläuft und schaue zu. Ich dachte immer, Leben gestaltet man aktiv?

Zurück zur Wut, zur Hilflosigkeit. Ich empfinde sie nur gegenüber Mama. Sie macht mich wütend und hilflos, in dem sie alle so dreht und wendet, dass alles zu ihrem Vorteil ausfällt. Es geht nicht weiter, es geht nicht zurück, alles bleibt stehen, weil sie es so bestimmt. Ich will aber keine Wut verspüren. Hilflos fühle ich mich, weil ich nichts tun kann und nichts ändern zu können, fällt mir so was von schwer. Ich will nicht zusehen wie etwas passiert, jedenfalls nicht, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Aber ich muss es wohl lernen, denn ich werde nichts ändern. Sie hat 70 Jahre lang emotionale Erpressung gelebt, sie kenne alle Schliche und wendet sie unbewusst an. Ich werde daran nichts ändern. Ich kann nur zusehen, dass ich nicht mitmache, nicht in die gleichen Schemata verfalle.

Es gab da mal einen Ex, den meine Mutter sehr liebte. Kein Wunder, denn im Nachhinein fällt mir auf, er ist genau wie sie. Er forderte, dass ich mich um alles kümmere, er aber der Held ist. Nichts sollte sich verändern und wenn wurde emotional manipuliert. Der machte mich auch so wütend, so hilflos, dass ich mich damals schon fast mit ihm geprügelt habe. Reden wollte er auch nicht. Worüber, fragte er immer. Ich habe ihn verlassen. Losgelassen und aus meinem Leben verbannt, weil es keinen anderen Weg gab. Treffe ich ihn heute noch wieder, merke ich nach 5 Minuten, dass sich nichts geändert hat. Genau wie bei Mama. Ich darf nur nicht darauf eingehen, muss mich rausziehen. Wertfrei und neutral.

14. November 2009

Lärmende Nachbarn ...

... oder wenn ich wach bin, dann sind es alle anderen auch - ob sie wollen oder nicht.

Diese Wohnung ist seit fast 6 Jahren ein Fluch. Liegt nicht unbedingt an der Wohnung, denn vor der Selbstständigkeit war sie groß genug, gut aufgeteilt, günstig, zentral gelegen und alles war gut. Bevor ich eingezogen bin, hatte ich Angst, das nahegelegene Krankenhaus könnte mich stören, aber was folgte, darauf war ich nicht vorbereitet.

Zuerst baute man die Straßenbahnschienen um die Ecke zu Gunsten einer U-Bahn weg. Ein Vorteil, dachte ich, aber nach ein paar Wochen kamen regelmäßig Ingenieure, da der Bau der U-Bahn wohl nicht ganz funktionierte, Nachbarkeller abstürtzen und "mein Haus" ein paar Risse abbekam. Die Straße, wo früher ein paar Straßenbahnen verkehrten, wurde zum Boulevard umgebaut, wo seitdem regelmäßig wochen- und nächtelang Straßenfeste stattfinden. Jaja, auch das ist auf dem Mist unserer beschissenen OB gewachsen, die lieber 15 Schulen schließt, als auf ihr Konzerthaus und obskure Straßenfeste zu verzichten ...

Dazu kam dann ein Taxistand vor meinem Bürofenster. Die Herren, es sind kaum Frauen dabei, lassen nicht nur nächtelang den Motor laufen, sie unterhalten sich auch quer über die Straßen, parken nebeneinander und quatschen wie alte Waschweiber - allerdings bevorzugt zwischen nachts 1 Uhr und 5 Uhr morgens. Erstaunlicherweise sind die lauten Herren vornehmlich arabischer oder türkischer Herkunft, wodurch ich schon eine halbe Rassistin bin.

Meine Nachbarn sind auch so eine Geschichte. Im Hof ist eine Doppelgarage, wo sehr oft sehr laut gehämmert, gebohrt und gesägt wird. Ob die das dürfen? Keine Ahnung, aber sie machen es. Am Wochenende, am Feiertag, denen ist es egal. Die Chinesen des Restaurants drei Häuser weiter werfen bevorzugt zwischen 23 und 1 Uhr ihren wöchentlichen Müll von der erste Etage in die Mülltonnen im Hof, was liebreizend leise ist.

Unter mir wohnt ein junges Paar, wobei sie eine absolute Frühaufsteherin und ein TV-Junkie ist. Täglich steht sie zwischen 5 und 9 Uhr auf, schmeißt den Fernseher volle Pulle an und stampft durch die Bude. Besonders süß, weil er letztens nachts um 2 Uhr bei mir klingelte und meinte, so geht das nicht, er ruft die Polizei. Ich fragte nur, was denn sei? Mein Fernseher sei so laut. Pech, ich habe nicht mal einen und der PC war nicht an. Langeweile?

Die neuen Nachbarn darunter sind auch nicht besser. Ebenfalls Frühaufsteher, die mit Vorliebe alle Türen, die sie haben lautstark zuknallen und anscheinend ebenso grobmotorisch wie der neue Nachbar neben mir ist. Der ist zwar sehr nett, ruhig und hilfsbereit, renoviert aber seit 6 Monaten seine 30 Quadratmeter und verfügt dazu noch über eine Freundin, die bevorzugt hochhackige Schuhe trägt und genau grobmotorisch wie er ist. Heißt, sie baseln vor Türen, ihnen fallen dauernd Sachen runter - und das natürlich nachts!

Man könnte ja auch mal nachdenken und käme dann darauf, dass andere Menschen vielleicht gerade nicht wach sind?

Ich muss hier raus. Ich weiß zwar nicht genau, wie ich das finanziere, aber die machen mich wahnsinnig.