29. November 2007

Geschenke

Man schenkt mit Herz oder gar nicht, sagte meine Gran immer.

Meine Ex-Chefin vertrat die Auffassung, man soll nur verschenken, was man selber auch mag, schließlich läuft man immer Gefahr, dass man irgendwann das selbe geschenkt bekommt. Geschenke, die sie furchtbar fand, hat sie auch prompt neu eingewickelt und im nächsten Jahr zurück geschenkt. Manch einer fand das boshaft, ich fand es auf Grund ihrer Sicht der Dinge einfach logisch. Vielleicht bin ich auch böse? Immerhin hat ihre Methode den Vorteil, dass man sich nicht wie blöde über jeden unsäglichen Schund freuen muss, der einem so angetan wird. Zudem wird man die Scheußlichkeiten elegant wieder los und regt hier und da vielleicht den ein oder anderen an, über seine bisher gedankenlose Art des Schenkens zu sinnieren.

Ich kenne zum Beispiel kaum eine Frau, die sich über Geschirrtücher, Töpfe oder sonstige Haushaltsutensilien freut und halte Männer für durchaus fähig, sich Krawatten, Socken und Unterwäsche alleine zu kaufen.

Ganz besonders ätzend finde ich Geschenke, an denen das Preisschild noch runterbammelt. Was soll mir das sagen? "Schau, wie viel du mir wert bist" ???

Da packe ich doch lieber selbstgebackene Kekse aus! Die kosten beinahe nichts und zeigen mir dennoch, dass sich jemand Gedanken und sogar Arbeit gemacht hat.

Das größte Geschenk sind sowieso gute Freunde und die wissen genau, womit sie mir eine Freude machen können!

schieferblau

PS: Zu Weihnachten wünsche ich mir und denen, die ich lieb habe: Gesundheit, gute Freunde und ausreichend Humor, wenn es wieder mal Geschirrtücher oder Socken gibt ;)


24. November 2007

Warum? Warum popeln ....

Warum popeln Männer an der Ampel?

Na ja, es ist mir schon einige Male aufgefallen, wenn ich an der roten Ampel aus Langeweile zum nebenstehenden PKW sah. Männer popeln.

Nächste Woche werde ich verstärkt beobachten, was Frauen an roten Ampeln tun. Versprochen!

Dennoch wüsste ich gerne, warum Männer popeln! Jungs, macht ihr das unbewusst oder ist es ein uns Frauen unbekanntes Ritual? Wenn ja, wofür???

Also ehrlich gesagt, ich finde es mehr als abschreckend und auch besonders eklig! Da kann der schönste Kerl im Nachbarwagen sitzen und noch so (verschämt) rüberlächeln, ich möchte mit ihm keinen Kaffee trinken: Ich weiß, wo sein Finger gerade war! Ich habe ihn beobachtet und weiß auch, was er mit „der Beute“ tat.

Egal, was er tat: Ihhhhhhhhhhhhgitt!

Könnt ihr euch an Ampeln nicht irgendwo kratzen oder so? Das sehen wir wenigstens nicht ...

Ich frag mich immer: Wo schmiert der Typ die Popel hin, wenn ... EGAL! Ich möchte es gar nicht wissen!

Ich finde das so was von ekelhaft ... ich glaube ich gründe eine ‚Taschentuch-und-schnaub-ihn-raus-Spenden-Dingens“

Ja, Männer sind Schweine und mit welcher Akribie sie in ihrer Nase wühlen können, erstaunt mich auch immer wieder. Hoffen Sie auf Gold? Hirn? Die Lösung schlechthin?

Wenn sie die Dinger nicht futtern oder irgendwo hinschmieren, betrachten sie ihre Ausgrabungen auch gerne mit Besitzerstolz. Fehlt nur noch, dass sie einem die Teile stolz vor die Nase halten und Lob erwarten. Bei Männern überrascht mich nix mehr.

Vor allem ist bewiesen, dass Schnupfen gerne durch in der Nase popeln entsteht. Wahrscheinlich schnarchen deswegen so viele Männer. Sie popeln stetig, haben ständig Schnupfen und schnarchen halb Kanada ab. Nebenbei bemerkt finde ich schnarchende Männer ziemlich furchtbar, besonders, wenn sie es ganz normal finden, dass die Frau neben ihnen genervt und schlaflos in die Kissen schimpft.

Was mache ich an der Ampel? Hm, gestern fuhr ich ziemlich viel und lange Auto. Stehe ich an der Ampel zupfe ich an meinem BH-Träger, weil der perfekt sitzende BH halt noch nicht erfunden wurde. Ich schaue mir die Leute in den anderen Autos an. Ich unterhalte mich mit anwesenden Beifahrern. Ich mache eine CD an. Keine Ahnung, was auch immer ich mache, es ist auf jeden Fall nicht eklig.

smaragdgrün

Nach ausführlichen Studien der Damenwelt im Nachbarauto muss ich feststellen, dass mir keine popelnde Artgenossin an einer roten Ampel begegnet ist. Das öffentliche Popeln scheint also doch eine vorwiegend männliche Marotte zu sein.

Die Mädels zupften hier und da mal an ihrer Frisur, zogen sich gelegentlich die Lippen nach, versorgten sich mit Schokolade, Kaugummi oder Bonbons und ja - tatsächlich - die ein oder andere schnaubte sich die Nase.

Natürlich habe ich auch mich genau beobachtet. Ich habe die unsägliche Angewohnheit neugierig in die umliegenden Autos zu schauen, Radfahrer oder auch Fußgänger zu beobachten. Gelegentlich suche ich auch nach einem anderen Radiosender oder greife zum Kaugummi. Zudem habe ich das dauernde Bedürfnis mir an jeder Ampel die langen Haarsträhnen hinter die Ohren zu schieben. Vielleicht sollte ich mir zum Autofahren einen Zopf machen oder mir endlich einen praktischen Kurzhaarschnitt zulegen? Andererseits birgt das womöglich die Gefahr dann in der Nase zu bohren? Vermutlich nicht.

schieferblau



20. November 2007

The object of desire

Es ist wieder passiert. Es fing an, als ich 13 war. Ich wurde zum Objekt der Begierde. Männer wollten meinen Körper. Ich begann pure Sinnlichkeit, Leidenschaft und Erotik auszustrahlen. Das Zeug hält sich, es klebt an mir, denn es ist anscheinend immer noch so. Ich lerne jemanden kennen, ich verliebe mich, ich sehe Mann als Freund - es ist egal, Mann will in erster Linie Sex.

Sonntag traf ich einen Schulfreund. Wir kennen uns seit wir beide 13 sind. Damals wollte er mich unbedingt küssen. Ich war unsterblich in seinen besten Freund verliebt. Ein paar Jahre später wollte er meinen Busen und meinen Allerwertesten anfassen. Ich war mit einem seiner Freunde zusammen. Wieder etwas später wollte er Vollzug. Ich war in einer Beziehung. So ging es weiter. Mittlerweile sind es 25 Jahre und er will mich immer noch. Ich will ihn nicht.

Nicht, dass mein Körper so wunderbar ist. Ich habe einen Bauch. Mein Busen kämpft mit der Schwerkraft. Ich habe Beine, auf die jeder Fußballspieler neidisch ist. Mein Kreuz zeugt von Arbeitsfähigkeit. Mein Hintern ist sehr wohlgerundet. Im Endeffekt ist mein Körper gut für vieles geeignet, aber ein Sexobjekt stelle ich mir anders vor. Pamela Anderson in ihren besten Zeiten oder Angelina Jolie, aber ich? Irritiert mich immer wieder.

Es hat alles zwei Seiten. Ich kenne einige Menschen, mit denen Mann/Frau lediglich reden will. Sie sind die Versteher, Ratgeber, Zuhörer - und keiner will sie anfassen.

Ein sehr guter Freund ist so ein Fall. Ich vertraue ihm. Ich liebe ihn. Er ist witzig, klug, eloquent, sieht prima aus und er will Sex mit mir - seit Jahren. Ich will nicht, mir fehlt das gewisse Etwas. Das nur nebenbei, denn er kämpft genau mit der anderen Seite: Niemand will Sex mit ihm. Alle Frauen wollen mit ihm reden, mit ihm einkaufen gehen, sie wollen alles von ihm, nur halt nicht mit ihm intim sein. Dieser Freund hat vorgeschlagen, dass er und ich mal tauschen. Er würde endlich begehrt werden und ich als Mensch respektiert. Aber er ist auch der Meinung, ich soll mich freuen und in die Vollen gehen. Aber Sex ist für mich nicht einfach den Hormonen nachgeben. Ich brauche mehr. Dieses Seelen aneinander reiben. Ich mag keine ONSs. Ich mag keine Affären. Ich mag Sex, der im Laufe des Kennenlernens wächst. Vertrautheit und nicht mal eben drüber hüpfen.

Meine letzte Eroberung war deswegen völlig am Ende. Er begehrt mich, dass es weh tut. Er will mich. Dauernd, immer, stetig, aber er findet Sex schmutzig und ist deswegen völlig in der Klemme. Er wollte seinen Trieb mit mir ausleben, fühlte sich aber danach immer schlecht. Ich sehe viele Verbindungen zwischen ihm und mir, er lediglich die animalische Anziehungskraft, den Rest von mir ignoriert er völlig. Klar, dass ich beleidigt bin, denn ich werde als Sexobjekt gesehen, meine anderen Qualitäten sind egal und ich mag keinen leeren Sex.

Meine geliebte Freundin sagte zwar, dass viele Männer sich vielleicht nicht trauen zuzugeben, dass sie mich auch in anderen Bereichen schätzen und mich wollen. Ich sei halt moppelig, aber schön. Ich sei sehr klug, schlagfertig, unabhängig und dadurch auch ein wenig einschüchternd. Gut, Männer kompensieren viel über Sex. Sex ist für sie wichtig. Sind Männer so einfach? Besagte Freundin hat auch nicht mein Problem. Warum verstehe ich allerdings nicht. Sie ist toll. Sie hat einen viel besseren Körper als ich. Sie ist einfach klasse, aber dennoch bekommt sie keine eindeutigen Angebote.

Andererseits wäre ich wirklich erfreut, wenn ich doch mal einen Mann kennen würde, der mit mir befreundet ist, mich als Person schätzt, mit mir redet, lacht und keinen Sex mit mir möchte. Oder mal andersrum: Ich verliebe mich zur Abwechslung mal in einem Mann, der mir nicht nach 10 Sekunden die Zunge in den Hals steckt und eine Hand wahlweise am Busen oder Po hat, sondern auch mal bemerkt, was ich noch so alles kann und habe.

smaragdgrün


Kurz und knapp: Reduktionen kann ich nur bei Saucen dulden. Menschen müssen sich nicht reduzieren lassen, um lecker oder wert zu sein.

schieferblau

14. November 2007

Das Gefühl

Ich vermisse es. Ich hätte es gerne wieder. Ich frage mich, ob ich es jemals wieder erlebe. Das Gefühl, wenn ein Mann mich anlächelt, ohne Grund, einfach liebevoll anlächelt. Das Gefühl, jemand interessiert sich für mich, so wie ich für ihn. Jemand Körperkontakt sucht. Die Gewissheit, er ruft an. Das schöne Gefühl der Geborgenheit, wenn wir einschlafend kuscheln. Das gemeinsame Lachen über Insider. Jemand, der aufsteht und die kaputte Glühbirne wechselt. Einfach das Gefühl verliebt zu sein, Liebe zu spüren und die vielen Kleinigkeiten, die dazu gehören.

Wann war das letzte Mal, dass ein Mann um mich war und wann hatte ich das letzte Mal DAS Gefühl?

Der letzte zählt nicht wirklich, er ist das Letzte, weil ich vielleicht sowas wie verliebt war, aber eigentlich mehr geweint als gelacht habe. Er war schlicht nie da, er hat mir mehr weh als gut getan. Er hat einfach nie bemerkt, dass es außer ihm noch jemanden gibt und mein Interesse nicht ausschließlich seinem Wohlbefinden gilt. Er war beleidigend und verletzend. Er hat mir nichts gegeben, mich aber ausgesaugt. Immerhin hat er es geschafft sich zu entschuldigen - was mir auch nicht viel hilft, denn außer, dass ich viel über mich gelernt habe, ist der Mann pure Zeitverschwendung.

Den Mann davor kann ich Beziehung nennen. Wir waren verliebt, wir haben uns geliebt und wir haben es auch gelebt. Er hatte nie Zeit, weil er viel gearbeitet, zu viel. Hatte er mal Zeit, haben wir diese genutzt. Wir waren innig, intensiv, verspielt, kommunikativ, liebevoll. Wir waren toll und manchmal vermisse ich ihn heute noch. Seine braunen Kulleraugen, die mich durch jede Menschenmasse gefunden haben. Ich ihn auch, weil ein 2-Meter-Mann einfach schwer zu übersehen ist. Seine Fürsorglichkeit, wenn er wunderbar lecker gekocht hat - und dabei gleich meine Küche verwüstet hat. Sein unbeschränktes Wissen zu jedem Thema. Sein Humor und seine verbale Eloquenz. Seine große Hand, die nachts auf meinem Allerwertesten ruhte und mir tagsüber spontan den Nacken kraulte. Aber ich war ihm nicht wichtig genug. Ich sah ihn manchmal nur 2 Tage im Monat. Irgendwann stellte ich fest, dass ich auf Platz 12 in seinem Leben komme und verließ ihn. Es gab kein Drama, keinen Streit. Es ging so harmonisch auseinander, wie wir uns gefunden haben und, wie wir gelebt haben. Aber es ging nicht mehr, denn als man mir sagte, dass mein Vater sterben würde und ich ihn brauchte, sagte er nur zu mir, ich habe einen Kundentermin, nächste Woche kann ich für 5 Stunden für Dich da sein. Zu wenig für mich ...

Weihnachten merke ich wieder verstärkt, dass ich allein bin. Silvester wird es ganz schlimm. Ich denke darüber nach, was im vergangenen Jahr so alles passiert ist. Ich resümiere - und fühle mich irgendwie wie eine Versagerin, weil ich wieder alleine bin.

Silvesterfeiern machen mir keinen Spaß, weil ich es nicht sehen kann, wie glücklich sich Paare um 24h küssen. Ich bin fast neidisch und irgendwann habe ich Pipi in den Augen - ich bringe ungemein gute Stimmung auf jede Party. Meist finden sich auch 2-3 männliche Singles unter den Gästen, aber nach einem Blick oder spätestens einem kurzen Gespräch mit ihnen, ist mir klar, warum sie allein sind und, dass ich mir den Psychotiker nicht anlachen will.

Und dann allein im kalten Bett suche ich Gründe, warum da niemand neben mir ist. Ich suche sie bei mir, zähle meine Fehler auf - und komme selten auf die Idee, dass es gar nicht an mir liegen muss. Im Endeffekt liegt nur an mir, dass ich zu viel arbeite und zu wenig unter Menschen gehe. Es liegt an mir, dass ich auf miese Kerle stehe; je schlechter sie mich behandeln, je gestörter sie sind, desto besser finde ich sie. Das sind Dinge, die ich ändern kann. Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Nicht für das Gefühl verbiegen und kein Opfer sein!

smaragdgrün

PS:
Heute habe ich zwei Gefühle erlebt. Ein gutes und ein schlechtes. Ein schlechtes, als mir der Mann aus Jugendzeiten sagte, er sei nicht mehr Single. Na super, der Mann ist mehrspurig gefahren! Und ein gutes, als ein anderer lieber Freund aus Jugendtagen anrief, mich zum Essen und Laufen mit seinem Hund einlud und zu mir nette Dinge wie, ich kann von Dir so viel lernen, Du bist so ein wunderbarer Mensch sagte und mich zum Abschied mein Mädchen nannte.

11. November 2007

Ruhe!!!!!

Auch wenn ich bekennende Heidin und konfessionslos bin, ich habe nichts gegen Glauben, Religion und deren Ausübung. Aber ich verstehe nicht, warum das so laut sein muss?

Um mich herum befinden sich zwei Kirchen: eine protestantisch, eine katholisch. An sich kein Problem, im Gegenteil, der leise, tiefe Ton jede Viertelstunde hat etwas heimeliges. Die Protestanten lassen zur Abendstunde sogar ein leise konzertähnliches Stück laufen, das ich sehr nett finde.

Ganz anders ist es an Sonn- und Feiertagen! Da geht jede halbe Stunde ein Wettbewerb der lautesten Glocken los. Ich habe keine Ahnung, wer von beiden angefangen hat und anfängt, aber es ist furchtbar! Es ist tierisch laut, die Töne klingen schrill und nerven einfach nur.

Heute ist Sonntag und seit ca. 9h, ich kenne mich da ja nicht so aus, wechseln sich beide Kirchen jede halbe Stunde ab. Warum? Hat Gott irgendwann mal gesagt, es ist Sonn- oder Feiertag und wer laut ist, wird gehört und hat Recht?

Moscheen sind auch nicht besser. Ich habe während meiner Studienzeit mal 500m Luftlinie von einer entfernt gewohnt und aus der Ferne klang der Ruf des Imam, oder wer immer dafür zuständig ist, sehr nett. Aber direkt neben einer Moschee möchte ich auch nicht wohnen und wieder die Frage, ob Allah latent taub ist?

Hier wird gerade endlich wieder eine Synagoge fertiggestellt. Ich weiß, dass ich garantiert darauf achten werde, ob der jüdische Gott auch schlecht hört!

smaragdgrün

PS: Während ich die letzten Worte getippt habe, es ist 12h am Mittag, legt die protestantische Kirche wieder los. SIcherlich zieht die katholische innerhalb der nächsten halben Stunde nach - natürlich aus vollen Rohren! Ich ziehe um!!!!

9. November 2007

Heute ist ein Scheißtag!

Der 9. November ist ein absolut mieser Tag. Ich bin einfach froh, wenn er vorbei ist und in den nächsten Jahren an diesem Tag nichts Schlimmes mehr passiert!

Gründe:
  • Mein Vater starb 2005
  • Mein Großvater starb 1983
  • 1925 wurde die SS gegründet
  • 1938 fanden Progrome gegen Juden statt
Alles total überflüssig und die ewige Frage nach dem Warum!

smaragdgrün

6. November 2007

Echte Post

Was ist „echte“ Post, wird sich so manch eine/r fragen. Die Antwort ist einfach: Ein handschriftlicher Brief in einem Umschlag mit einer Briefmarke darauf zum Beispiel.

Es mag ja rückständig sein im Zeitalter des PC, aber ich liebe „echte“ Post! Leider findet sie kaum noch den Weg in meinen Briefkasten, manches Mal frage ich mich, wozu das Ding überhaupt nötig ist. Rechnungen bekommt man heutzutage ja auch schon per E-Mail und selbst die Steuererklärung nimmt heute den elektronischen Weg.

In der Regel findet sich also Werbung im Briefkasten und wenn man einen entsprechenden Aufkleber hat, nicht einmal mehr diese.

Ich erinnere mich mal an das letzte Jahr. Selbst zu Weihnachten fanden sich nur vorgedruckte Weihnachtsgrüße von Kirchengemeinde und Versicherung in meinem Briefkasten. Wirklich traurig, finde ich.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich früher Urlaubspostkarten bekam, wenn meine Freunde verreist waren. Heute bekomme ich einen Link per E-Mail, unter dem ich mir dann die Urlaubsbilder ansehen kann. Natürlich sehe ich mir den Link dann an, trotzdem schwelge ich gerne in den Erinnerungen an Postkarten aus aller Welt, die den Weg in meinen Briefkasten fanden.

Zugegeben, ich schreibe auch weniger im Laufe der Jahre, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich mir schon wie ein Dinosaurier vorkam, wenn ich hörte: „Du hättest doch auch eine E-Mail schreiben können!“ Mir käme so eine Aussage gar nicht in den Sinn. Dazu freue ich mich viel zu sehr, wenn sich jemand die Zeit nimmt, mir handschriftlich etwas zu schreiben.


schieferblau

PS: Sista, ich danke dir für die echte Post! :)

Ja, Sista, wir sind schon beide sentimental und romantisch. Ich bewahre selbst die Umschläge oft auf.

Echte Post ist wunderschön. Sie zeigt mir, dass sich jemand extra für mich Zeit genommen hat, extra für mich überlegt hat, was mir gefallen könnte, nur für mich, ich bin wichtig und das schätze ich sehr. Es ist egal, ob es eine Postkarte mit wenigen Worten ist, es ist einfach nur schön. Ich schaue auf die Briefmarke, den Stempel, denke daran, dass der Verfasser sie in der Hand hatte ...

Wann habe ich das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief bekommen? Ich glaube, der kam von Dir.

Andererseits gehen E-Mails schneller und ich bekomme sie daher wahrscheinlich öfter. Aber auch hier bin ich sentimenal, ich bewahre sie auf, speichere Unmengen ab. Wahrscheinlich nicht immer gut, denn der Mann, der mich die letzten Monate gequält hat, schrieb mir zwar fast 2.000 Mails, aber will ich die noch einmal lesen? Will ich noch einmal lesen, wie er mich beleidigt, ignoriert und verletzt? Nein, er ist ein blasser Schein in der Ferne, ein alter Mückenstich, dennoch er war da, er war wichtig, also bewahre ich auf. Auch seine echten Briefe und Postkarten.

Bin ich selbst besser? Hm, ich leide unter Zeitmangel. Ich habe einfach zu viel zu tun, um mir die Zeit zu nehmen, einen Brief zu schreiben. Schade eigentlich, aber hin und wieder verschicke ich eine Postkarte, manchmal auch in meinem Wohnort. Letzte Woche hat der Mann, der in meiner Stadt wohnt, sich sehr über meine Postkarte gefreut. :-)

Was zeigt das? Details sind halt doch wichtig.

Klar sind Details wichtig! Und was ist denn schöner, als zu wissen, dass da jemand an dich denkt und sich sogar die Mühe macht, dir mehr als die für eine E-Mail notwendige Zeit zu opfern???

Ich bin Sammler. Auch nach zehn Umzügen und über zwanzig Jahren besitze ich noch den ersten Liebesbrief, den ich erhalten habe. Inhaltlich ringt er mir heute eben noch ein Schmunzeln ab, aber er weckt auch sehr schöne Erinnerungen, die ich nicht missen möchte!

Wahrscheinlich bin ich wirklich hoffnungslos romantisch?

Wie auch immer, ich bin ein Fan von echter Post! Sollte der geneigte Leser auch traurig in seinen verwaisten Briefkasten schauen, möge er sich (hier) melden. Vielleicht sende ich ihr/ihm ja eine Postkarte ...


3. November 2007

Weltmännertag

Heute ist der Weltmännertag. Isses nicht toll!? Die armen, benachteiligten Kerle sind schon so weit, dass sie einen eigenen Tag brauchen.

Die Themen dieses Tages sind auch unheimlich interessant und versetzen mich in Erstaunen. Es gibt drei Bereiche:
  1. Weltweit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern 7 Jahre unter der von Frauen.
  2. Die Vernachlässigung von Bildungsproblemen und Zukunftsperspektiven von Jungen in Deutschland.
  3. Die Wehrpflicht.
Interessant, weil Frauen ja nicht wirklich was dafür können, dass sie durchschnittlich länger leben. Ich bin mir auch sicher, dass die Bildung und Zukunft von Frauen weiterhin viel mehr vernachlässigt wird, weil einfach viele Männer erwarten, dass Frau sowieso Heim & Herd leiten wird, wozu also Bildung und Zukunft? Und die Wehrpflicht? Hallo? Es hat Ewigkeiten gedauert, bis Frau endlich mal zur Bundeswehr durfte und auch jetzt ist sie dort noch relativ selten zu finden und steht unter einer Art Welpenschutz.

Na, ich würde mal sagen, die Emanzipation der Frauen hat nach Jahrzehnten endlich mal Erfolg und gleich machen sich die Jungs Sorgen und rotten sich betroffen. Aber ich gönne ihnen einen eigenen Tag, wobei mir nicht wirklich klar ist, in welchen Bereichen Männer benachteiligt sind und wozu sie einen Weltmännertag brauchen - aber ich lerne gerne dazu.

Fazit: Solange Frauen die Kinder kriegen und generell mehr Arsch in der Hose haben als Männer, brauchen wir einen Weltmännertag ...

PS: Mir war ja schon immer klar, dass Männer das eigentlich schwache Geschlecht sind.

PPS: Hier ein schöner Artikel zum Thema.


Ja, es ist super! Ich brauche nicht mal den Weltfrauentag, der bringt mich auch nicht nach vorne und mal ehrlich: Wer kennt den?

Dein Erstaunen teile ich. Ich frage mich auch, was es da zu jammern gibt. Sie sterben früher? Na schön, das erklärt, warum Kranken- und Lebensversicherungen für sie billiger sind. Vergesst es Jungs, die Autoversicherung bekommen wir billiger, weil wir schlicht besser, zumindest weniger unfallträchtig fahren!

Die Vernachlässigung von Bildungsproblemen? Aha. Kann mich mal jemand aufklären, worum genau es da geht? Bekommt „Mann“ nicht genug Häkel-, Koch- oder Wickelkurse? Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand ist die Meinung, „Mädels“ könnten mit Mathematik und Physik nichts anfangen heute noch sehr verbreitet an deutschen Schulen (offiziell natürlich nicht, niemals!) Über unsägliche Theorien einer Ex-Nachrichtentante mag ich mich erst gar nicht auslassen.

Na ja, vielleicht sollten wir in „Frauenberufen“ eine Männerquote einführen? Ob Männer über solch eine Quote ernsthaft erfreut wären? Wie cool ist das wohl, wenn Mann dann am Stammtisch tönen kann: „Ich habe einen Quotenjob!“ und sich denkt: „Toll, eigentlich wollten sie eine Frau einstellen – ich danke der Quote! Scheiß darauf, ob ich besser qualifiziert bin, wen interessiert schon ein faires Auswahlverfahren!??“

Ob Mann dann auch damit klar käme, denselben Job zu tun und i.d.R. weniger Geld dafür zu ernten?

Hach ja, manchmal wäre es einfach genial, könnte man in die Finger schnippen und mal für eine Woche das Leben tauschen, gell Jungs – da wäre ich so richtig heiß drauf!?

Jungs, ich hoffe, ihr habt den Männertag sinnvoll verbracht und genossen! Wir haben euch ja lieb!

PS: Bei Gelegenheit lese ich auch den schönen Artikel ;)


An sich tun mir die Jungs ja schon fast Leid!

Ich mein, jahrhundertelang waren sie dominant und wussten, wo der Frosch die Locken hat, dann verbrannten wir unsere BHs, entschieden über unseren Bauch, stürmten die Unis, die wir natürlich auch besser abschließen, und schon sind sie verwirrt und jammern.

Männer haben nie gefragt, ob Frauen und Mädchen gleiche Bildungschancen wie sie haben und auch nicht, ob sie weniger Geld verdienen; ganz zu schweigen von der ewigen Diskriminierung als Sexobjekt - warum sollte es andersrum nun anders aussehen? Klar, weil wir klüger sind. :-)

Witzig ist es ja schon, dass sie sich genau den Bereich aussuchen, der Ewigkeiten eine reine Männerdomäne war: Die Wehrpflicht. Nun wollen sie nicht mehr da hin? Ich hätte es gemacht, wenn ich denn gedurft hätte, aber vielleicht auch besser so, wer weiß, was ich da alles angestellt hätte und wo ich heute wäre...;-)

Die Lebenserwartung! Ganz einfach und steht eben auch in diesem Artikel. Frauen gehen einfach schneller zum Arzt, auch zu Vorsorgeuntersuchungen. Sie sind krank, halten die Klappe und wenn es nicht mehr geht, gehen sie zum Arzt, ohne gleich zu sterben. Frauen ernähen sich einfach besser und bewegen ihren Allerwertesten weitaus mehr; klar, oft genug haben sie ja einen Pascha Zuhause, erziehen die Kinder alleine, schmeißen den Haushalt und haben nebenbei noch einen Job, in dem sie ein paar Kröten nach Hause bringen - eben jede Menge Bewegung, die fit hält.

Wenn ich rechnen könnte, würde ich mal ausrechnen, wie lange Frauen nicht aufmucksen durften und seit wann Männer nun nicht mehr wissen, wo rechts und links ist? Selbst Pi mal Daumen komme ich bei Frauen auf Jahrtausende, wenn ich mal die Urgesellschaftsform des Matriachats außer Acht lasse, und bei den Jungs auf knapp 40 Jahre. Da sieht man es mal wieder: Frauen halten einfach mehr aus, wo die Männer nach ein paar Dekaden die Hosen voll und Pipi in den Augen haben, laufen Frauen einfach weiter.

Sie sollten sich einfach daran gewöhnen und erfahren so ganz individuell und persönlich, wie es ist, dauernd einen auf die Nase zu kriegen, nur, weil man auch nicht besser oder schlechter als das Gegenüber ist und sich merken: Bist Du für mich da, ich auch für Dich! :-)

PS: Sollten wir nicht gleich richtig aufräumen und den Jungs das Wahlrecht entziehen? Würde möglicherweise eine Menge Probleme lösen ...

Ja, wir sollten sie bedauern!

Allein, wenn ich den Artikel lese, tun sie mir schon leid. Aus dem Anliegen, sie für ihre Gesundheit und entsprechende Vorsorge zu interessieren, wurde offensichtlich eine Jammerveranstaltung. Vielleicht hätte man diesen Tag nicht einfach Männertag, sondern Männergesundheitstag nennen sollen. Die Jungs brauchen ja immer klare Ansagen und knappe Kommandos. Also Jungs: einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, hopp, hopp!

Irgendwie haben sie das mit der Emanzipation auch nicht richtig verstanden. Oder ich bin zu blöd. Meiner Meinung nach wollten Frauen nur die gleichen Rechte. Was bitte ist an dem Begriff „Gleichberechtigung“ nicht zu verstehen? Niemand hat gesagt, dass die Jungs jetzt Komplexe entwickeln oder zu Weicheiern mutieren müssen. Nur werden sie auch nicht sterben, wenn sie mal den Müll raustragen!

Und mal ehrlich, wenn es gesund und fit hält, sich gleichzeitig um die Kindererziehung, Haushalt und Job zu kümmern: wer verbietet den Kerls denn, sich neben der Arbeit an der Erziehung vom Nachwuchs oder dem Haushalt zu beteiligen???

Nächster Punkt: Die Wehrpflicht. Wer hat denn ewig entschieden, dass die Frauen in der Wehr nichts verloren haben? Männer!
Gut, wenn ich ehrlich bin, hätte ich auch wenig Lust durch den Matsch oder irgendwelches Grünzeug zu kriechen und Schießübungen zu absolvieren. Gäbe es eine Wehrpflicht für Frauen, würde ich mich wohl auch zum Zivildienst melden oder - wie vor Jahren noch üblich - an die Spree flüchten. Trotzdem finde ich es völlig in Ordnung, dass Frauen heute die Möglichkeit haben, sich für eine Laufbahn bei der Bundeswehr zu entscheiden. Allerdings bin ich auch grundsätzlich für die Abschaffung der Wehrpflicht, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Zum Thema Bildung kann ich auch nur anmerken, dass die Entscheidung, welchen Bildungsweg man einschlägt, grundsätzlich jedem freisteht. Wenn Frauen heute einen höheren Bildungsabschluss erreichen, liegt das wohl an ihrem persönlichen Einsatz. Auf Deutsch gesagt: offensichtlich sind sie fleißiger! Also Jungs, nicht jammern, Hintern hoch und lernen.