30. Dezember 2009

Ausreden für Alles

Hab ich manchmal und speziell jetzt auch! Ich arbeite mir den Arsch rund, versuche (blauäugig) immer noch, mich friedlich zu trennen (Rosenkrieg ist nicht mein Ding <- zu zeitaufwendig bzw. anstrengend!!!) und bin immer noch für die Zecken da, soweit wie nötig und möglich ... Cool ist, wenn Leute an Dich denken, sich hinsetzen und Dir h a n d s c h r i f t l i c h e
Post gönnen. Absolut schön und unbezahlbar!!!
 
Der Pott und Australien. Ich habe sie lieb und bin beiden d.J. nicht gerecht geworden. Ich will mich also nicht rausreden, einfach nur Abbitte leisten. Das Schreiben habe ich nicht verlernt, Briefmarken sind mir immer noch kein unbekanntes Zahlungsmittel, an Zeit mangelt es Euch auch ... ICH war/bin einfach gerade beschissen organisiert. Sorry!!!

PS: Ich weiß, dass Du keine dt. Texte magst. Dennoch: Stadtaffe von Peter Fox ist einfach geil. Vllt., weil ich Spree-Athener bin – vllt., weil er auch Kalinkchens kennt? Zitat: "Affen feiern auch, wenn sie traurig sind" Kalinkchens feiern nicht ;)

Dem Pott war so danach, also habe ich mich einfach hingesetzt und meinen Gedanken Worte verliehen. Nachher vergisst Du noch, wie sehr ich Dich mag oder wie gut Du bist. Um Dich sind zu viele Egoisten, die Dich aussaugen und ausbeuten. 

Du musst Dich weder entschuldigen noch rechtfertigen. Ich gebe einfach so und freiwillig - ohne Gegenleistungen oder Erwartungshaltung. Außerdem gibst Du mir zwischendurch und ungefragt so viel. 

Stimmt, ich mag keine deutschen Texte, aber Peter Fox ist eine Ausnahmen, eine große, die mir sehr gefällt. 

26. Dezember 2009

Philologenaufreger.

Mag mich aufregen. Interessiert wahrscheinlich keine Sau. Verstehen auch nur sehr wenige Menschen. Dennoch, mich regt es auf. Das genügt, um es rauszulassen.

Ich lese sehr gerne Bücher von Rita Mae Brown, denn sie liebt Sprache, kann damit umgehen und hat generell eine Meinung, die meist auch noch fundiert ist. Sie hat keine Vorurteile, dafür eine Menge Humor, gibt nicht gerne Geld aus und liebt dazu noch die Natur und Tiere.

Für eine Amerikanerin ist sie sehr offen, denn sie geht nicht davon aus, dass die ganze Welt englisch sprechen muss, weil Englisch die Allmachtssprache ist. Nein, im Gegensatz zu den meisten Amerikanern mag sie Fremdsprachen sogar. Da liegt aber auch meine Krux mit ihr.

Ich habe ihre Autobiografie gelesen, "Rubinrote Rita" heißt diese. Darin ist zu lesen, dass Rita lange und ausgiebig sowohl Griechisch als auch Latein gelernt hat. So weit so gut, aber sie ist der Meinung, dass die englische Sprache nicht korrekt zu benutzen ist, wenn man kein Latein kann. Latein ist so was wie die Basis der englischen Sprache.

Wieso? Klar, sehr viele Worte des Englischen sind aus dem Lateinischen entstanden, die deutsche Sprache ist ebenso latinisiert, aber dennoch handelt es sich bei beiden um germanische Sprachen, ergo sollte man die Etymologie insgesamt kennen und nicht lediglich die lateinische, denn sehr viele Worte gehen auf germanische Worte zurück. Der Gerechtigkeit und der Vernunft nach sollte sie also sagen, dass man für den ordentlichen Gebrauch und das allgemeine Verständnis der englischen Sprache Latein können sollte und sich ebenso in germanischen Sprachen auskennen muss. Wenn sie ganz genau sein will und an die Geschichte fundiert rangehen würde, sollte sie eigentlich noch Sanskrit lernen, die Mutter der germanischen Sprachen.

Son Dreck! Da dachte ich jahrelang - immerhin lese ich Ritas Bücher seit den 90ern - die Frau ist nicht wie alle Amerikaner mit einem Patriotismus und einer Arroganz geschlagen, die unglaublich ist und dann so was! Dann kommt sie mir voller Überzeugung mit einer ignoranten Aussage über die nun schon 2 Tage nachdenke und mich darüber aufrege.

Reg Dich ab Sis! Amerikaner sind eben kleine Kalinkchens ;)
Manchmal merkens halt nix!

Bussi

Danke Dir, aber so was so spät zu merken, da ärger ich mich über mich.
Hör mir auf mit den Kalinkchens - ich bepiss mich schon beim Gedanken vor Lachen!!
Drück Dich!

 
Spät(er) ist gut. Nie wäre schlimmer! Und wer weiß, vllt. hat sie einfach nur den Ghostwriter gewechselt. Nimm's hin ;))
PS: Kalinkchen bringt wenigstens Dich zum Lachen - Ich hab sie schon beinahe lieb! lol*

22. Dezember 2009

Traummann

Es war wohl eine ziemlich lockere Netzwerkveranstaltung, so ganz genau kann ich das nicht mehr sagen. Komische Spielchen wurden gespielt. Wahrscheinlich um Teamfähigkeit zu testen oder zu stärken. Ich sollte ein Team zusammenstellen. Die Kriterien entschied ich und sollte nach Sternzeichen auswählen. Sehr merkwürdige Idee.

Alles ein Spiel, also wählte ich aus. Löwen gingen nicht, die sind zu ichbezogen und alpha für ein Team. Krebse zu egozentrisch und zickig. Stiere können stur sein, daher keine Stiermänner. Widder und Skorpione sind zu dominant und schwierig, Fische zu sensibel, Waagen Weicheier. Schützen sind zielgerichtet, Zwillinge und Wassermänner kreativ und frei, also davon welche. Steinböcke und Jungfrauen können zurückstecken, sind Strategen und arbeiten hart. Ich schaute mir mein Team nicht wirklich an, es waren zu viele. Abstruse Aufgaben und Spielchen wurden verteilt. Halbherzig machte ich mit.

Einmal sollte ich mich auf den Schoß von einem aus meinem Team setzen. Vertrauen üben, aber schwierige Sache, denn der Mann hatte lange Beine, ich aber kurze. Ich würde balancieren müssen, dazu die ganze Zeit Augenkontakt halten und mich vom Gegenüber festhalten lassen. Nicht einfach für einen Einzelkämpfer wie mich, aber testenswert. Ich näherte mich dem unscheinbaren Mann und schob mich langsam auf seinen Schoß, etwas Abstand haltend, weil mag ja nicht jeder so nahen körperlichen Kontakt zu Fremden. Er grinste mich an, meinte, ich müsse schon etwas näher rutschen, und legte seine Hände um meine Hüften und zog mich näher zu sich. Schöne, große Hände mit Haare drauf. So saß ich besser, viel stabiler, konnte problemlos Augenkontakt mit dem jungenhaften Gegenüber halten und gemeinsam erledigten wir erfolgreich die Aufgabe. Aber da war noch mehr. Seelenverwandtschaft. Wiedererkennen. Erkennen. Vertrauen. Tiefste Emotionen und der Schreck über all diese Dinge, die geballt über mich kamen.

Stefan heißt er. Ist Anfang/Mitte 40. ungefähr 1,85 m groß, eher schlank und schlaksig. Mittelbraune, relativ kurze Haare, helle Augen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie grün oder blau oder doch grau sind. Sternzeichen Jungfrau, wobei ich die Mankos von denen zu gut kenne und eigentlich nicht mag. Eher ruhig und sanftmütig. Praktizierender Buddhist, der mir viel beibringen kann, nicht nur weil er viel weiß, sondern weil ich ihn einfach akzeptiere, respektiere und zuhöre. Er ist toll. Fast schon unheimlich perfekt. Vor allem, weil ich mit so einem Mann nicht als meinem Mann gerechnet habe. Eigentlich nicht mein Typ, aber völlig passend.

Irgendwann wachte ich dann verwirrt auf.



Kurzer fröhlicher Nachtkommentar: Ich wünsche Dir mehr von den verwirrenden Wachwerdevorgängen *zwinker*

Ich gebe mir Mühe, dachte nur, ich gebe mal meine äußerst realistischen Träume wieder. Gibt da ja noch welche, aber die sind entweder zu brutal oder erotisch, um hier wiedergegeben zu werden ;-))

Hach ja, ich schreib hier auch ned alles ;)

Oder? Doch! Das Wichtige schon. Wobei ich Sexphantasien auch unbehandelt lasse, Mordgedanken hin und wieder durchscheinen mögen. Ergo: ich bin brutal scheiße? Kann ich eben mit leben, glaub ich - schließlich übe ich mich in "Ego-Entwicklung"; Altruismus ist auf Dauer nicht gesundheitsfördernd! (Da soll mal jemand behaupten ich sei in meinem Alter nicht mehr lernfähig *g*)

18. Dezember 2009

Merksätze

  • Die Rentnerin kann halbwegs dankbar sein und teilweise ein paar Einkäufe wie Tannengrün, Weihnachtsessen und so übernehmen, wenn man vorher 3 Stunden für sie einkaufen fährt und den ganzen Scheiß ( 1 Kasten Bier, zwei Kästen Wasser, 14 Liter Grapefruitsaft sowie zwei volle Klappkörbe) drei Etagen hochschleppt.
  • Von Männern, die einen kleinen Horizont haben und Empathie nicht mal schreiben, aber selbst das nicht verstehen, soll man die Finger lassen. Sie nerven und langweilen zugleich.
  • Denke nicht, die Welt ist so wie Du bist. Ist sie selten.
  • Verguck Dich nicht in eine Wohnung, die sich als unbezahlbar herausstellt.
  • Ich erkenne meine Schweine am Gang, zumindest mein Bauch und der weiß, was er tut. 
  • Meide kaputte Bürgersteige im Dunkeln, Du knickst nur um und kannst dann drei Tage nicht laufen.
  • Mache nie To-do-Listen, die keine Alternativen beinhalten, jedenfalls nicht, wenn Du im Dunkeln auf einen kaputten Bürgerstein triffst.

14. Dezember 2009

Eine Entschuldigung an die Männerwelt.

Ich habe es wieder getan. Bewusst und mir über die Auswirkungen völlig im Klaren. Ich kann halt nicht anders, daher möchte ich mich offiziell entschuldigen. Bei der Männerwelt. Oder zumindest ganz vielen Männern da draußen.

Es tut mir schrecklich leid, dass ich Euren Vorstellungen nicht entspreche. Vorstellungen, die Ihr Euch von mir macht und die ich mangels Geringfügigkeit nicht erfüllen kann und will.

Ich trage auch die immense Schuld daran, dass meine Anforderungen und Erwartungen sich von Euren Gaben bzw. Möglichkeiten gravierend unterscheiden.

Ebenfalls fast unverzeihbar, empfinde ich mich auch nicht mit jedem Hinz und Kunz kompatibel, der meint, ich sei die Frau seines Lebens, wenn ich mich entsprechend zurücknehme und endlich einmal die mir dargebotenen Herrlichkeiten anerkenne und diese nicht als lächerlich sehe.

Genauso entschuldige ich mich für das Wissen, dass ich mir in 40 Jahren angeeignet habe, weil es dafür sorgt, dass Ihr Eure eigenen Unzulänglichkeiten erkennt und Euch in meiner Gegenwart so klein und dumm fühlt wir Ihr tatsächlich seid.

Mea maxima culpa, weil ich nicht oberflächlich bin und auch nicht bereit bin beifallheischend für Dinge zu sein, die mich langweilen, nerven oder beides. 


 Die Fähigkeit zur Reflektion und zum Erkennen der Zusammenhänge gehört ebenso zu meinen jämmerlichen Mankos und versaut Euch den Tag.

Ich schulde Euch ebenfalls eine Entschuldigung für die Respektlosigkeit, die ich Eurer lausigen Existenz entgegenbringe.

Mein Gebahren erschreckt Euch nämlich immer wieder und es tut mir leid, dass ich an Eurer Existenzberechtigung als Teilzeitrebellen und Pseudointellektuellen nicht teilhaben möchte.

Ich bin ein arrogantes, zickiges Ding, das selbst die Konsequenzen ertragen muss, die sie sich einbrockt. Aber wisst Ihr was? Ich mache das richtig gerne. Ich kann in jeden Spiegel schauen ohne mich zu verbiegen. Ich brauche Eure nichtige Anerkennung nicht, weil sie eben nicht zu mir passt. Nein, ich habe gar nichts dagegen einem Mann zu gefallen, aber da liegt ja auch die Krux, denn ich spreche von einem Mann. Schließlich bin ich keine Päderastin, die einen Erziehungsauftrag in der Tasche hat und sich freudig auf die Aufgabe stürzt, Euch etwas Anderers als Eure kleine Welt zu zeigen. Wenn das alles bedeutet, dass ich weiterhin solo bin, dann sei dem so. Immerhin weiß ich nicht nur, was ich an mir habe, sondern auch, was ich an Euch nicht habe.

Danke für die Aufmerksamkeit.

13. Dezember 2009

Erotisierende Worte.

Der M. liest hier mit. Der mag mich anscheinend, wobei mir nicht ganz klar ist, warum dem so ist?

Nun möchte er gerne etwas Erotisierendes von mir hier lesen. Hm. Dabei frage ich mich, was? Dass ich gerade überlege, ob ich lieber einen Vanille- oder Schokopudding möchte? Beides ist nicht gut für mich, da Größe 46 bei 1,60 Meter sowieso zu viel für mich ist. Aber es ist kalt, ich fühle mich einsam und ein bisschen Seelentrost täte mir gut. Wenig erotisierend ist es sicherlich auch, dass ich besonders gerne die Haut auf Pudding mag, aber sei es drum.

Soll ich von O. berichten? Wobei es dort nicht viel zu berichten gibt. Ich glaube, ich bin einfach zu leer für jegliche Erotik, dass ich die alleine gar nicht auf die Reihe kriege, geschweige denn vermitteln kann.

Daher, mein lieber M., es tut mir leid, aber momentan kriege ich da nichts hin. Obwohl Du doch zumindest hier im schwesterlichen Blog mal erwähnt worden wolltest - das hat immerhin geklappt.

Emotionale Überforderung oder ein ganz normaler Samstag

Freundin C. hat eine kleine Wohnung gekauft, die renovierungsbedürftig ist. Weil Eigentum geben wir uns richtig Mühe und machen alles ordentlich und aufwendig. So auch Türen und Türrahmen abschleifen und streichen. C. hat allerdings lediglich einen kleinen Winkelschleifer vom Discounter. Schlecht. Papa hat aber einen fetten Winkelschleifer, irgendwo in den Untiefen des Kellers, den ich seit Jahren meide, weil er so voll ist.

Gestern war es aber soweit, ich wagte mich in Papas 30-Quadratmeter-Keller, wo ungeahnte Schätze weilen. Also zur Seniorin, bei der mich immer Aufgaben erwarten. Gestern war es das langwierige Abnehmen und Wiederaufhängen von Gardinen und Vorhängen. Deine Sis ist Linkshänderin, altmodische Gardinenstangen sind genormt. Beides Fakten, dachte ich. Nein, nicht, wenn es nach der dementen Zicke geht, die der Meinung ist, Gardinenstangen müssen immer von der rechten Seite bedient werden. Ihre Worte ignoriere ich die meiste Zeit, kletterte unter ihrem Gezeter auf die linke Seite der Fensterbank und nahm die Gardinen und Vorhänge ab. Logisch, dass eine halbe Stunde versucht wurde Streitgespräche zu führen. Warum? Konnte sie mir selbst nicht erklären, weil meine linke Methode natürlich problemlos funktionierte.

Sorry Sis, bereits hier lache ich Tränen ... Linke Methode ... saugeile Formulierung! *kicher*

Danach stand das monatliche Sortieren der leeren Wasser- und Bierflaschen in die jeweiligen Kästen an. Nein, sie wollte nicht, weil mal wieder im TV irgendwas lief, was viel wichtiger ist und sie sowieso keine Lust hatte. Wie immer. Beim letzten Großeinkaufen hatten wir zwei Sixpacks mitgenommen, die natürlich einzeln rumstanden, die auch abgegeben werden sollen und daher ins Auto müssen. Tja, großes Problem, denn ich sagte, pack die einzelnen Bierflaschen ein. Wie? Worein? Warum? Ich ließ sie 5 Minuten zappeln, um ihr dann zu sagen, dass einzelne Flaschen sich richtig gut in einem Beutel oder einer Tüte machen und zwecks Transport dort auch gut aufgehoben sind. Gemaule von ihr, weil sie ja wieder zwei Zimmer durchqueren musste, um so ein Behältnis aufzutreiben.

Zurück in der Küche sollte ich den langen Einkaufszettel schreiben und bat sie um ein Blatt Papier, woraufhin sie mir ein kleines Stück Papier vor die Nase warf. Ich bat, mies wie ich bin, um einen DIN-A4-Zettel. Erneutes Gemaule und die Frage, wo sie denn so was auftreiben solle? Ich schwieg, sie erhob sich unter Gemotze und 5 Minuten später hatte ich den Zettel, der auch ziemlich voll war.

Zwei Kästen Wasser, ein Kasten Bier, eine Tasche mit 12 leeren Bierflaschen sowie ein Klappkorb standen mir gegenüber, wobei ich - wie üblich - nur zwei Arme habe. Da die Renterin natürlich nicht 2 Etagen die Treppe runtersteigen wollte, um ihre Kästen zum Auto zu bringen, gab es erneute Gemaule und überflüssige Diskussionen. Schließlich würde sie sicherlich hinfallen und dann? Ausreden über Ausreden, die sich nur um ihre Person drehen. Um wen auch sonst? Nach weiteren 30 Minuten und merkwürdigen Ansätzen ihrerseits ging es endlich in die Garage.

Ich blieb gleich unten, um mich in den Keller zu wagen. Dort angekommen standen mir Tränen in den Augen. Das ist Papas Heiligtum, wo ich immer Assistentin war und nun walten und schalten soll. Weinend schaffte ich es zwei Müllsäcke zu füllen und ein paar leere Kartons zu entsorgen. Auch ein paar von Papas Arbeitsklamotten gehörten dazu. Sie riechen nicht mehr mal nach Papa. Vier Jahre und nur noch ein Schatten, eine Erinnerung ist da. Ich saß minutenlang auf einem Eimer Farbe mitten im überfüllten, staubigen Keller und weinte. Weinte, weil Papa nicht mehr da ist. Weinte, weil ich ihn nirgendwo mehr riechen kann. Weil er nicht mehr mit mir lacht, mir etwas erklärt, mich nicht mehr in den Arm nimmt. Ja, ich weinte um mich, die zurückgeblieben ist, sich weiterhin wie amputiert fühlt und dazu noch die grenzdebile Rentnerin am Arsch hat. Machte mir Gedanken über Doros Worte, die sagte, dass er uns ganz dominiert hat und immer noch da ist, weil wir uns so schwer mit seinem Verlust tun.

Ja, es ist so. Es tut immer noch weh, das körperlich spürbare Loch ist immer noch da. Er fehlt vorne und hinten. Ich verstehe das, lass dich an genau dieser Stelle mal drücken ...Selbst weihnachtlich ist es ohne ihn nicht mehr. Ich mag nicht urteilen, aber er war so wunderbar und immer da - und die Emotionen hauen mich immer wieder von den Socken. Emotionen mit denen ich alleine bleibe, weil sie niemand auffängt, vielleicht auch nicht auffangen kann. Wen interessiert es auch? Die Rentnerin? Nein, sie drückt alle Gespräche weg, wie sie immer und vor allem wegläuft und den Haufen mir vor die Füße kackt.

Irgendwann habe ich imposanten Schwingschleifer gefunden. Als Papas rechtmäßige und würdige Erbin kann ich mit dem Ding sogar umgehen. Klar, was kann ich eigentlich nicht? Was gibt es auf der Welt, dass ich nicht schaffe? Erschütternde Selbsterkenntnisse trafen mich im Keller auch noch. Wie viele von Papas "Aufgaben" und "Jobs" habe ich übernommen ohne recht zu wissen, wie? Ich habe mich in den letzten vier Jahren jeder Herausforderung gestellt, egal wie mühsam und schwer sie war. Ich bin sie angegangen, habe sie bewältigt. Meine Emotionen? Ob ich überhaupt will? Oder jemals einfach nur sagen möchte, ich kann das nicht. Wer hilft mir? Kann mich mal jemand in den Arm nehmen und einfach sein lassen? Keine Fragen von niemanden. Kein Interesse. Nichts. Wohl mein Karma, alles allein schaffen zu müssen und sich dann zu wundern, dass man zum Eremiten wird?

Zurück nach oben, wo die starrsinnige Rentnerin natürlich vorm TV hockte, dass mich anbrüllte, dazu eine Raumtemperatur von gefühlten 30 Grad. Da wir was beim Italiener bestellen wollten, bestürmte sie mich gleich mit dem Gemecker, sie habe Hunger und wann ich endlich was bestellen würde. Würde ich, aber erst, wenn ich mich gewaschen und umgezogen hätte. Denken ist nicht ihre Stärke. Hat sie angeblich nie gelernt und was man ihrer Ansicht nach nicht als Kind gelernt hat, kann man auch mit 70 nicht.

Bestellt und ins heiße, verqualmte Wohnzimmer gesetzt. Ein Anruf von einer Bekannten, die ihr eine Telefonnummer gab. Fragezeichen in meinen Augen und die dumme Idee nachzufragen, was für eine Nummer das sei? Die meines Bruders, der habe Montag Geburtstag und sie werde ihn anrufen. Dass er unter seinen bisherigen Nummern nicht mehr erreichbar ist, sich in psychiatrischer Behandlung befindet, sich seit Februar nicht mehr gemeldet hat und ein Mensch ist, ging ihr verloren. Nein, sie wolle ihn anrufen und mal dem Marsch blasen. Er sei ihr Sohn, sie dürfe das und er habe sich danach zu richten, ihr zu helfen, weil sie so arm dran sei. Ich sagte ihr, das mache mehr kaputt als gut. Warum sie ihn nicht in Ruhe lassen könne? Nein, sie sei die Mutter.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Sie respektiert und akzeptiert niemanden, außer sich selbst. Sie überschreitet immer wieder alle Grenzen, weil sie meint, sie habe das Recht. Sie kennt nur ihre eigenen Grenzen, anderen existieren nicht. Sie unterbricht jeden Satz, den ich beginne. Sie interessiert sich nicht für die Meinung anderer Menschen. Sie hat Recht. Punkt. Wie kann man so sein?

Auch wenn ich meinen Bruder für einen verlogenen Feigling und Drückeberger halte, die Gerechtigkeit kam in mir durch. Mühsam versuchte ich ihr zu erklären, warum es falsch sein ihn zu bedrängen und man niemanden zwingen könne und solle. Ich weiß nicht, ob sie es verstanden hat. Wahrscheinlich nicht. Aber zumindest habe ich es versucht.

Nun ist Sonntag. Ich sitze hier und weine, weil ich mich so überfordert fühle. Nein, mein Leben funktioniert. Was von ihr kommt, laugt mich aus. Kein Wunder, dass ich so wenige soziale Kontakte ertrage und mich die Probleme oder Sorgen von anderen Menschen nicht nur ermüden, sondern mir meist auch klein und nichtig erscheinen. Ich fühle mich wie im kalten Meer treibend und klammer mich an meinen schmalen Rettungsring, der da ich heißt. Weil ich nicht weiß, wer mir wie helfen könnte, halte ich die Klappe und mache, was ich richtig gut kann: Ich helfe anderen, aber das Wasser steigt und steigt. Die Lösung? Keine Ahnung. Kann bitte jemand die DLRG losschicken. Ich brauche Hilfe, bevor ich absaufe ...


Die Arschbacken hast ja zusammen-gekniffen und bist - irgendwie - da durch (Schimpf am Rande: ich zahle meine Telefonrechnungen eben noch, kannst also auch direkt in mein Ohr heulen oder zicken *motz!*)

Sie ist eben Deine Mutter. Dein Bruder ist ein faules, Ego-Erblauer-Stück "...", war er wohl schon immer.
ABER:
Du wirst schon genau das tun, was richtig ist! Und verstehe mich um Himmels Willen nicht falsch!!! Richtig ist immer genau DAS, was Notwendigkeiten gerecht wird und Luft zum Atmen lässt.

Ach Sis, wenn ich mit und bei jemanden weine, dann mit und bei Dir, aber ich glaube, es war richtig einfach mal alles zu schreiben und so gleichzeitig zu sortieren. Mir hat das bereits ungemein geholfen.

Außerdem sind wir beide furchtbar rücksichtsvoll und denken gerne, die andere hat Besseres zu tun ;-)

Ja, genau wie Du. Wir machen immer das Richtige, das Beste aus jedem noch so jämmerlichen Rest. Wir kneifen zusammen, stellen uns zurück - immer in der Hoffnung, das könnte sich ja mal ändern.

Wenn ich mir das fast abgelaufene Jahr so anschaue, erkenne ich eindeutig Verbesserungen zu meinen Gunsten. Wehe, wenn das bei Dir nicht so ist!

6. Dezember 2009

Seniorenbetreuung: Demenz, Altersstarrsinn, Gleichgültigkeit oder Faulheit?

Gestern war ich nach drei Wochen mal wieder bei der Rentnerin. Vor drei Wochen war der Plan, dass sie ihre Steuerkarte an die zuständige Firma schickt, um ihre Betriebsrente zu erhalten.

In den letzten drei Jahren habe ich das gemacht, dachte aber, da sie behauptet ihr Leben alleine zu bewältigen, soll sie das mal ruhig selbst machen. Ich gab ihr einen Brief auf dem die Adresse zu finden ist, an die sie ihre Steuerkarte schicken sollte. Kann ja nicht so schwer sein.

Denkfehler!

Wie gesagt, sie hatte drei Wochen. Gestern kam sie mit einem Wunsch, wie sie es immer nennt. Dazu legt sie einen leidenden Gesichtsausdruck auf, die Stimme bettelt - alles Zeichen, sie will was. Ob ich ihr die Adresse auf den Umschlag schreiben könne, weil sie so schlecht schreiben könne.

Argh, dachte ich. Sie weiß nicht, wo in ihrem Haushalt Briefumschläge zu finden sind, hatte ich ihr gezeigt. Ich habe ihr Briefmarken mitgebracht, weil sie die drei Meter bis zur Post keine Lust hat. Wobei es selbstklebende Briefmarken sind, die sie zwar abzog, aber anlecken wollte. Die Steuerkarte und Adresse hatte sie ja auch vor sich liegen.

Das war auch die Krux, denn der Brief war weg! Weil, den hätte ich ja irgendwo verlegt, auch wenn ich drei Wochen nicht da war. Schließlich habe ich ja auch die Unterlagen für Steuerberaterin sortiert, die davon übrigens sehr begeistert war. Es folgte, was immer folgt, wenn sie ihren Willen nicht kriegt - sie streitet sich statt eine Lösung zu suchen und ist dabei reichlich kreativ. Sie findet immer neue Ideen, hauptsache, sie war es nicht und muss sich auch nicht bewegen. Und das kann sie über Stunden durchziehen.

Sie hat zwei Möglichkeiten, wo der Brief hätte sein können. Also ging ich davon aus, sie setzt die Brille auf, macht Licht an und schaut.

Wieder falsch gedacht, denn dem war nicht so. Sie suchte und schaute, aber nix zu wollen. Wobei ich mir nie sicher bin, ob sie wirklich sucht oder nur so tut, weil sie eigentlich nicht will und überzeugt davon ist, dass sie den Brief ja nicht verlegt hat.

Ich blieb ruhig und ließ se machen, aber der Brief tauchte nicht wieder auf. Dann müsse ich wohl anrufen und die Adresse rausfinden. Ich lehnte ab. Dann müsse ich die Steuerberaterin anrufen, vielleicht hätte die den Wisch. Ich lehnte ab. Wie gesagt, sie ist da sehr kreativ, hauptsache nicht selbst machen.

Der Tag verging, ich machte das Licht an, um meine Sachen einzupacken und nach Hause zu verschwinden. Mein Blick fiel zufällig auf einen Brief, der mir sehr bekannt vorkam und ganz vorne lang. Der Brief mit der Adresse! Nicht versteckt, nicht weit hinten, sondern sofort sichtbar!

Ja, sagte sie, konnte ja auch nicht sein, dass sie den Brief verlegt hat, den hätte ich bestimmt extra versteckt, um sie zu ärgern.

Danke, nun schrieb ich also die Adresse auf einen Umschlag und sie kann die Steuerkarte abschicken. Sie hat es wieder geschafft.

5. Dezember 2009

Bühne?

Sis meinte kürzlich, sie stellt mich auf die Bühne, gibt mir ein Stichwort und lässt mich los... Lustige Idee! Ich lach mich immer noch schlapp, möchte andererseits meine Bedenken darüber zum Ausdruck bringen, ob der Rest der Menschheit wohl mit uns lachen würde.

Ehrlich gesagt: Mir ist der Rest der Welt schnuppe.

Wenn ich losgelassen, über 'mir unpassend erscheinende Zustände' auf meine Art schimpfe, bringe ich also mindestens Sis zum Lachen. Reicht mir, ich weiß, sie versteht mich – irgendwie! Mit den Zecken lache ich auch. Wertvoll!!!

Über die Zecken auch – manchmal. Heute z.B. ...

„Ma, ich hab das Auto. Stell dir vor: elektrische Fensterheber, Klima ....“ Ma: „Ach, Eierwärmer auch?“ „Hä?“ „Sitzheizung (*seufz*)“ „Weiß nicht“ Und sonst, alles schick?“ „Glaub schon, aber ich hab völlig vergessen, ob ich ein Schiebedach habe“ (*Arme Zecke, voll neben der Spur!*) Ma: „Macht ja nix, kannste morgen nachschauen“ „Hm, ich glaub ich werde erwachsen, hab ich echt voll verpeilt“ (Na toll, ich sollte mich langsam ALT fühlen, die Zecke hat das Schiebedach verpeilt, weil die Zecke meint, erwachsen zu werden) LOL
Ich liebe die kleinen Blutsauger unendlich ...


Eindeutig! Allein unser Gespräch, als Du im Krankenhaus warst! Du bist aus dem Stehgreif unendlich unterhaltsam, keine Ahnung, wie Du das machst, aber klappt immer wieder. Kommt gar nicht rüber wie sehr wir immer zusammen lachen, vielleicht schreiben wir die falschen Sachen auf oder sind wirklich situationsbedingt und gemeinsam der Brüller? ;-))

Also, elektrische Fensterheber sind mir auch wichtig, und das Schiebedach, und Winterreifen - ich liebe solche Details. Was hat der Große denn nun für ein Auto? Hättest ja mal dabei schreiben können!
 
Ach Schätzelein, Muddern und Technik .. Was hat er für'n Auto? Golf halt, rot, schnickschnack (kein Schiebedach) und ein Egomanenkennzeichen (klar, oder!!? = "... kack mich tot ...") Naja .. evtl. auch ähnlich ;) Vaddi hat's ja zugelassen.
Und ja, ich hatte angekündigt mich über meinen Krankenhausaufenthalt auszulassen. Ich arbeite mir schon wieder den Hintern rund und habe keine Muße! By the way: Hut ab! Ich weiß echt nicht, wie es hinzubekommen ist, neben all der Arbeit und dem bissel Haushalt noch im Blog zu posten. Ich bin soviel schlechter organisiert als Du *RiesenBettelumMitleidSeufzer-sfg* Im Ernst: Ich schaff's eben gerade und immer wieder nicht! Dafür genieße ich Dein Lachen, wenn wir telefonieren.

Die Idee mit der Stand-Up-Comedy (heißt doch so?) finde ich gar nicht so übel. Die Frage ist immer noch: Will das außer uns beiden irgendein Marsmädel oder -Bub(i)? Ich habe da echt keinen Plan.
Logisch ist das lustig, wenn das so spontan aus uns raussprudelt ... WIR beide sind aber auch irgendwie "Ein Arsch und Ein Eimer". Meiner Erfahrung oder auch nur meiner bescheidenen Meinung nach, kann etwa ein Drittel (vorsichtig geschätzt) der hiesigen Bevölkerung nicht mehr oder sowieso (sollte man mal diskutieren!) nicht eigenständig denken. DAS wäre aber zwingende Voraussetzung, um uns auch nur ansatzweise folgen zu können ... oder!??
Situationskomik schriftlich zu vermitteln, halte ich im Übrigen für beinahe unmöglich.
LG
schieferblau
PS: Wenn ich mich ärgere, halte ich mich auch eher für alles andere, als lustig!!! *grinsel* Du verstehst es andererseits par excellence mich zu beruhigen.


Golf, nun ja, was soll ich dazu sagen? Hauptsache, der Junge ist glücklich ;-)

Ach, ich denke für mich ist hier schreiben wie Therapie, daher schaffe ich es. Ansonsten bleibt hier halt schon mal was im Haushalt liegen. Habe mir letzte Woche den Knöchel verknackst und kann seitdem kaum laufen, daher alle Aufträge für dieses Jahr bereits beendet und viel geschafft, aber meine Bude sieht aus. Ohje!

Nöö, ich glaube, wir sind zu schnell und reden dementsprechend, das verstehen wenige, aber wer weiß? Vielleicht unterschätzen wir den Mob?

Wir kriegen zusammen alles hin!!

19. November 2009

Ich roste.

Meine Menstruationsprobleme der letzten beiden Jahre sind mittlerweile fast schon Gewohnheit geworden. Ebenso die unbändigen Schmerzen in Bauch, Rücken und Kopf, die von migräneartigen Kopfschmerzen, manchmal Erbrechen, verstärkten Blähungen und Kreislaufproblemen inklusive Ausbrüchen von kaltem Schweiß begleitet werden.

Pünktlich bin ich auch seit bald zwei Jahren nicht mehr. Termine mache ich in dem Zeitraum von 10 Tagen auch nicht mehr - 80 % von denen kann ich nämlich absagen, weil ich zwischen 2 und 4 Tage unfähig bin.

Die Blutungen waren, wenn sie denn dann endlich kamen, immer normal in Farbe und Konsistenz und Dauer, aber nun bin ich einen Tag zu früh dran, was mich nach 2 unpünktlichen Jahren sehr überrascht und dann sieht es noch aus, als würde ich rosten.

Ich weiß ja, dass ich mitten im körperlichen Verfall bin und an Verschleiß sterben werde, aber innerlich verrosten? Nee, so war das nicht gedacht!
 
Rosten ist doof! Zum Glück hast Du mir versichert, dass ein Doc nicht notwendig ist. Ich habe ja nicht gerostet, nur geblutet (und hier und da mal geknirscht!)
Gott kann definitiv keine Frau sein!
Egal ...
Also Fans und Hasser: Bei Mehrblutungen (länger oder stärker als "normal") unbedingt den nächsten Gyn. konsultieren, um schmerzhafte Entzündungen und mögliche / angedrohte OP's zu vermeiden ...
Demnächst mehr dazu.

Jo, die Story ist der Hammer! Und Du stellst Dich wieder zurück und denkst Dir, ach ja, halb so wild. Unmöglich!!!!

Nee, bei mir - bis auf die Wechseljahre - alles im grünen Bereich. Und noch mal nee, Gott kann keine Frau sein, son Mist kann nur einem Mann egal sein!

Reden hilft.

Seit etwas über einem Jahr treffe ich monatlich zum Stammtisch Kolleginnen aus meiner Region. Insgesamt sind wir 10 Weiber zwischen 35 und 55. Übersetzerinnen, Beraterinnen, Texterinnen, Redakteurinnen, Werbeziegen wie ich, Lektorinnen, also alle studiert, selbstständig und alle einen ähnlichen Job mit ähnlichen Erfahrungen.

Anfangs war ich davon nicht so ganz überzeugt, schließlich habe ich Erfahrungen mit stutenbissigen Weiber, die überall Konkurrenz sehen. Schnell war ich überzeugt, dass keine von den Damen Konkurrenz ist oder miese Gedanken hegt.

Bisher war es immer ein netter Abend mit Fachgesprächen, Austausch und Anekdoten. Ich hielt meine Sorgen und Probleme immer ein wenig raus. Schließlich bin ich eine der wenigen, die trotz Krisenstimmung ihren jährlichen Gewinn fast verdoppelt hat.

Gestern fasste ich mir ein Herz und beantwortete Fragen offen, ehrlich und mutig. Erstaunliches geschah, denn die anderen machten mit. Schnell stellte sich, jede hat ihren eigenen Scheiß. Sei es mit Job, Kind, Mann, Familie, Freunde oder alles zusammen. Schnell stellte sich auch raus, ich bin mit meiner Mutter nicht alleine. Da saß mir eine gegenüber, 47 Jahre alt und konnte ähnliche Berichte über ihre Mutter abgeben, die ihre schlechte Laune, ihre eigenen Defizite und ihren geringen Selbstwert auch ihr Leben lang versucht an ihr auszulassen. Wobei diese Kollegin ihre Mutter hasst, was ich nicht einmal schaffe. Meine nervt mich nur und ist mir meist völlig egal.

Auf jeden Fall hat sich etwas bewegt und meine Chicas sind nicht nur Kolleginnen, langsam werden wir Freundinnen, die sich gegenseitig ganzheitlich unterstützen. Überrascht und erfreut mich immens.

15. November 2009

So viel Wut und Hilflosigkeit

Gestern war ich wieder bei meiner Mutter. Sie macht mich schlicht wütend. Sie versteht mich nicht, also im wörtlichen Sinne. Sie hört mir nicht zu. Sie macht mir Arbeit. Sie macht mir das Leben schwer.

Sie wurde ihr Leben lang unselbstständig gehalten, wollte aber auch nie Verantwortung übernehmen. Seit Papa vor vier Jahren starb, muss sie dies teilweise - und will weiterhin nicht. Ich wusste nicht, dass sie einen Schwerbehindertenausweis hat, sie dachte, er sei überflüssig, also wurde er nie verlängert. Sie weiß ja auch nicht wie und wenn ich es nicht mache, macht es niemand.

Sie wusste auch nicht, dass Rentner seit 2005 unter Umständen Steuern zahlen müssen. Dabei liest sie täglich zwei Tageszeitungen und schaut den ganzen Tag TV. Aber sie hört denen ja auch nicht zu. Ich habe versucht ihre Steuererklärung zu machen, scheiterte aber an den vier Renten und den beiden Eigentumswohnungen, zu viele Berechnungen. Also besorgte ich vor 3 Wochen einen Termin bei der ehemaligen Steuerberaterin meiner Eltern. Seitdem will sie ihre Kontoauszüge sortieren. Jede Woche schaue ich diese durch, und sie sind falsch sortiert. Sie beharrt darauf, sie würde nach Datum sortieren, aber das sind sie nicht. Sie schreit mich an, die Auszüge wären richtig sortiert. Ich zeige ihr, das es nicht so ist. Wochenlang läuft das so, aber ich darf die Auszüge nicht sortieren.

Ich bekam eine Liste mit Unterlagen, die die Steuerberaterin benötigt und verbrachte den Samstagabend bei ihr, um die Belege rauszusuchen. Ein großer Reisekoffer voller Akten und Ordner beherbergt ihre Papiere, die so geordnet sind, dass man den Koffer so drehen und wenden kann, aber nichts fällt durcheinander. Eigentlich.

Sie sortierte drei Stunden Kontoauszüge, was nicht funktionierte. Ich weiß nicht, woran es liegt. Ob sie sich nicht konzentrieren kann oder nicht will. Aber sie wollte unbedingt die Kontoauszüge sortieren. Ich hatte in der Zeit den gesamten großen Koffer nach Belegen durchstöbert und fein säuberlich alles wieder optimal in den Koffer sortiert. Zwischendurch musste ich immer wieder die Kontoauszüge kontrollieren, wobei diese immer wieder durcheinander waren, sie sogar Jahre vermischt hat.

Ich überredete sie, nahm die Kontoauszüge, sortierte alle vier Jahre innerhalb einer halben Stunde und bat sie, die KFZ-Steuer-Belege aus dem Koffer zu suchen. Nach ein paar Minuten schaute ich zum Koffer und ein Haufen an Zetteln lag verstreut in ihm rum. Nein, sie war das nicht. Ich war das wohl. Sie schaut nicht einmal hin. Und die Unterlagen seien auch nicht da. Sie wollte die Ordner wieder in den Koffer werfen. Ich sagte ihr, nein, dann ist alles durcheinander, ich finde nichts wieder. Eine Minute später steht sie auf und will den Ordner einfach in den Koffer werfen, so dass alle Unterlagen durcheinander fliegen. Ich trete sie in den Allerwertesten, sie schlägt mich, ich haue ihr leicht eine runter, sie schlägt mich fest. Sie sagt, Du hast mich nicht zu schlagen, ich bin die Mutter. Ich bin entsetzt und setze mich zitternd an den Tisch. Sie wirft den Ordner in den Koffer. Sie setzt ihren Willen durch, egal wie und Situationen eskalieren nur noch.

Ich frage sie, warum sie das passieren musste und sie den Ordner unbedingt in den Koffer werfen musste, ob der da lag. Nein, da lag er nicht, aber sie habe keine Lust auf den Scheiß und ich hätte ihr sowieso nichts zu sagen. Klar, ich bin das undankbare Kind. Demnächst würde sie alle Kontoauszüge und Rechnungen einfach wegwerfen. Was sie nicht sieht, ist nicht da. Sie verdrängt alles, was unangenehm ist, sie nicht kann oder worauf sie keine Lust hat. Reden will sie nicht. Zu sagen hat sie auch nichts. Sie will ihre Ruhe, ich soll alles für sie machen, so wie es mein Vater immer gemacht hat. Sie will vor den Fernseher. Und ich erwarte, dass sie was tut. Will sie aber nicht.

Der Psychoterror geht weiter. Ich muss die Post der Woche lesen, da sie nur die Hälfte liest und sich darauf verlässt, ich kümmere mich schon. Sonst ist da ja niemand. Keine Freunde, keine Familie. Nur ich. Und ich darf mich noch mit dem Psychoterror abfinden, muss sie respektieren, während sie nichts macht. Sie fragt mich nicht, wie es mir geht. Sie tut nichts für mich. Sie kümmert sich nicht. Erschreckend wird mir klar, ich hatte nie eine Mutter. Ich bin ihr Besitz. Sie verfügt über mich, schaltet und waltet wie sie will. Ich habe zu gehorchen und ihr noch zu sagen, wie toll, verantwortlich und selbstständig sie ist.

Ich schaue die Akten durch. Mir fällt auf, ich hatte nie Zeit um Papa zu trauern. Die Papiere zeigen mir, dass ich mich um alles gekümmert habe. Sie erinnert sich nicht einmal daran, dass ich mich um die Bestattung gekümmert habe, um alle Papiere, um den Erbschein, das Grundbuch, ihre Witwenrente. Sie denkt, das wäre alles von allein gegangen.

Woher habe ich die Kraft genommen? Kein Wunder, dass ich immer noch so leer bin. Ich habe sie und meinen Bruder aufgefangen, mich um alles gekümmert und bin im Nachhinein noch die Doofe. Dabei bin ich die jüngste, die einzige, die zu Papa eine Verbindung hatte, die sich in den 10 Monaten während Papas Krankheit um alles und um ihn gekümmert hat, die einfach weitergelaufen ist. Die beiden waren dazu nicht in der Lage, stets überfordert, wenn es darum ging irgendwas auszufüllen oder irgendwo anzurufen. Meine Mutter vermeidet alles, mein Bruder ist ein Choleriker, der schreit oder weint, eigentlich ist sie genauso.

Und nun höre ich mir an, dass sie und mein Bruder die Leidtragenden sind. Stille Tränen laufen mir übers Gesicht. Ich habe zu funktionieren. Ich habe die Klappe zu halten. Sie und mein Bruder sind schließlich krank. Mein Bruder hatte sogar einen Nervenzusammenbruch. Ich kann ja was zu essen machen und servieren.

Zwei Zimmer weiter läuft der Fernseher so laut, dass ich jedes Wort verstehe. Ich bitte sie, den leiser zu stellen. Das sei nicht laut, ich höre zu gut, nicht sie zu schlecht. Ich frage sie, wie es weitergehen soll? Sie meint, ich könne ja gehen und sie allein verrecken lassen, so wie mein Bruder es ja auch macht. Alle lassen sie immer alleine. Sind auch alle schuld daran, dass sie es immer so schwer hat und es ihr so schlecht geht. Mein Bruder kümmert sich nicht. Mein Vater ist einfach gestorben. Freunde habe sie, aber eigentlich auch nicht, daran sei mein Vater schuld, der wollte nie Kontakt zu anderen haben. Der Vermieter sei schuld, die Schwestern, alle, nur sie nie. Sie sei so lieb, ehrlich und würde niemanden schaden. Ich bin so frech, wie man mich mögen könne, verstehe sie auch nicht.

Ich denke an Doros Worte und frage sie, ob sie wisse, dass mir solche Worte weh tun? Erstaunt schaut sie mich an. Fragt, was sie denn gesagt habe? Ich wiederhole es. Nein, das hätte sie nie gesagt. Außerdem würden ihr alle immer nur weh tun, sie ärgern, sie quälen und niemand sei für sie da, dabei sei sie doch so hilfsbedürftig.

Ich weiß nicht mehr weiter. Mir fällt ein, dass ich eher einen Aschenbecher vor Wut an die Wand werfe, während sie emotional handelt, was sie ihrer Meinung nach natürlich nicht tut. Meinem Bruder sagte sie, ich erkläre ihr alles so, dass ich es verstehe. Mir sagt sie, ich erkläre ihr alles, so dass sie nichts verstehe. Sie dreht Worte, meine, Papas, ihre eigenen. Je nachdem, wie es am besten passt. Ich komme nicht an sie ran. Sie schweigt, sie weint, sie schreit, aber sie redet nicht. Wenn ich nichts sage, sie lasse, ist es falsch. Wenn ich etwas sage, ist es auch falsch. Ich soll mich um sie kümmern, sie aber in Ruhe lassen und ihr alles abnehmen.

Ich denke nach, an ihre Familie, wo alles immer unterschwellig und manipulativ ablief. Sie hat nichts gelernt. Nie hingeschaut. Sie kämpft einen lebenslangen Kampf gegen unsichtbare Geister. Es ist nicht mein Kampf. Ich schaue in den Spiegel, reflektiere, denke, ändere.

Ich kann nicht mehr. Ich will es auch nicht mehr. Sie saugt mir so viel Energie ab, die ich nicht einmal habe. Mir geht es schlecht. Ich fühle mich mies. Sie vermittelt mir immer das Gefühl ein böser Mensch zu sein, alles falsch zu machen. Und sie bestraft mich dafür. Immer. Und es funktioniert.

Ich überlege, was alles in den letzten 5 Jahren passiert ist, seit Papa krank wurde und starb. Ich laufe immer noch einfach weiter. Hoffe auf ein Ende der vielen Arbeit und möchte mich eigentlich nur mal meinen Gedanken, meinen Emotionen, einfach mir widmen. Aber das geht nicht, die Baustellen laufen auch weiter. Dabei sind meine nicht einmal schlimm. Ich liebe meinen Job und schaffe alles problemlos. Es sind die Altlasten von Papa, der Keller, sein Zimmer und Mama, um die ich mich kümmern muss, weil es niemand tut. Und ich habe eingetrichtert bekommen, das man nicht aufgibt, sich kümmert und tut und macht. Mein Bruder ist seit bald zwei Jahren nicht mehr da gewesen. Der ist weggelaufen wie er es immer tat. Dann mussten Papa und ich ihn wieder aus der Scheiße ziehen.

Es ist Wochenende und ich bin froh, wenn ich am Wochenende nichts tun muss, weil ich so leer bin. Ich schlafe einfach, beantworte Mails, versuche für mich da zu sein. Ich muss irgendwie mehr Distanz hinkriegen, innerlich und äußerlich, da hat Doro recht. Aber wie? Ich weiß es nicht. Ich wünschte, es würde jemanden geben, der mir einfach mal hilft. Der da ist, mich einfach mal in den Arm nimmt und mir sagt, wir schaffen das schon. Aber da ist niemand. Weil ich nicht die Kraft habe. Ich bin froh, wenn ich es schaffe mit meinen Freunden regelmäßig zu reden und diese zu sehen. Dabei bin ich gut organisiert, aber es fehlt immer Zeit. Und dann diese dauernde Müdigkeit. Ich habe überlegt mal wieder zur Psychologin zu gehen, aber so eine Therapie kostet so viel Kraft, es ist so anstrengend und ich kann nicht zwei Tage in der Woche ausfallen.

Immerhin weine ich nun. Um mich. Um Papa. Um meine Verluste. Und frage mich, wie ich etwas ändern kann? Was überhaupt?

Wenn ich noch Wut habe, lebe ich noch. Dann finde ich auch eine Lösung. Einen Weg mit dem ich leben kann. Ich bin 39, fühle mich 70 oder 80. Frage mich, ob irgendwann mal etwas Schönes in meinem Leben passiert oder das Leben einfach weiterläuft, an mir vorbeiläuft und schaue zu. Ich dachte immer, Leben gestaltet man aktiv?

Zurück zur Wut, zur Hilflosigkeit. Ich empfinde sie nur gegenüber Mama. Sie macht mich wütend und hilflos, in dem sie alle so dreht und wendet, dass alles zu ihrem Vorteil ausfällt. Es geht nicht weiter, es geht nicht zurück, alles bleibt stehen, weil sie es so bestimmt. Ich will aber keine Wut verspüren. Hilflos fühle ich mich, weil ich nichts tun kann und nichts ändern zu können, fällt mir so was von schwer. Ich will nicht zusehen wie etwas passiert, jedenfalls nicht, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Aber ich muss es wohl lernen, denn ich werde nichts ändern. Sie hat 70 Jahre lang emotionale Erpressung gelebt, sie kenne alle Schliche und wendet sie unbewusst an. Ich werde daran nichts ändern. Ich kann nur zusehen, dass ich nicht mitmache, nicht in die gleichen Schemata verfalle.

Es gab da mal einen Ex, den meine Mutter sehr liebte. Kein Wunder, denn im Nachhinein fällt mir auf, er ist genau wie sie. Er forderte, dass ich mich um alles kümmere, er aber der Held ist. Nichts sollte sich verändern und wenn wurde emotional manipuliert. Der machte mich auch so wütend, so hilflos, dass ich mich damals schon fast mit ihm geprügelt habe. Reden wollte er auch nicht. Worüber, fragte er immer. Ich habe ihn verlassen. Losgelassen und aus meinem Leben verbannt, weil es keinen anderen Weg gab. Treffe ich ihn heute noch wieder, merke ich nach 5 Minuten, dass sich nichts geändert hat. Genau wie bei Mama. Ich darf nur nicht darauf eingehen, muss mich rausziehen. Wertfrei und neutral.

14. November 2009

Lärmende Nachbarn ...

... oder wenn ich wach bin, dann sind es alle anderen auch - ob sie wollen oder nicht.

Diese Wohnung ist seit fast 6 Jahren ein Fluch. Liegt nicht unbedingt an der Wohnung, denn vor der Selbstständigkeit war sie groß genug, gut aufgeteilt, günstig, zentral gelegen und alles war gut. Bevor ich eingezogen bin, hatte ich Angst, das nahegelegene Krankenhaus könnte mich stören, aber was folgte, darauf war ich nicht vorbereitet.

Zuerst baute man die Straßenbahnschienen um die Ecke zu Gunsten einer U-Bahn weg. Ein Vorteil, dachte ich, aber nach ein paar Wochen kamen regelmäßig Ingenieure, da der Bau der U-Bahn wohl nicht ganz funktionierte, Nachbarkeller abstürtzen und "mein Haus" ein paar Risse abbekam. Die Straße, wo früher ein paar Straßenbahnen verkehrten, wurde zum Boulevard umgebaut, wo seitdem regelmäßig wochen- und nächtelang Straßenfeste stattfinden. Jaja, auch das ist auf dem Mist unserer beschissenen OB gewachsen, die lieber 15 Schulen schließt, als auf ihr Konzerthaus und obskure Straßenfeste zu verzichten ...

Dazu kam dann ein Taxistand vor meinem Bürofenster. Die Herren, es sind kaum Frauen dabei, lassen nicht nur nächtelang den Motor laufen, sie unterhalten sich auch quer über die Straßen, parken nebeneinander und quatschen wie alte Waschweiber - allerdings bevorzugt zwischen nachts 1 Uhr und 5 Uhr morgens. Erstaunlicherweise sind die lauten Herren vornehmlich arabischer oder türkischer Herkunft, wodurch ich schon eine halbe Rassistin bin.

Meine Nachbarn sind auch so eine Geschichte. Im Hof ist eine Doppelgarage, wo sehr oft sehr laut gehämmert, gebohrt und gesägt wird. Ob die das dürfen? Keine Ahnung, aber sie machen es. Am Wochenende, am Feiertag, denen ist es egal. Die Chinesen des Restaurants drei Häuser weiter werfen bevorzugt zwischen 23 und 1 Uhr ihren wöchentlichen Müll von der erste Etage in die Mülltonnen im Hof, was liebreizend leise ist.

Unter mir wohnt ein junges Paar, wobei sie eine absolute Frühaufsteherin und ein TV-Junkie ist. Täglich steht sie zwischen 5 und 9 Uhr auf, schmeißt den Fernseher volle Pulle an und stampft durch die Bude. Besonders süß, weil er letztens nachts um 2 Uhr bei mir klingelte und meinte, so geht das nicht, er ruft die Polizei. Ich fragte nur, was denn sei? Mein Fernseher sei so laut. Pech, ich habe nicht mal einen und der PC war nicht an. Langeweile?

Die neuen Nachbarn darunter sind auch nicht besser. Ebenfalls Frühaufsteher, die mit Vorliebe alle Türen, die sie haben lautstark zuknallen und anscheinend ebenso grobmotorisch wie der neue Nachbar neben mir ist. Der ist zwar sehr nett, ruhig und hilfsbereit, renoviert aber seit 6 Monaten seine 30 Quadratmeter und verfügt dazu noch über eine Freundin, die bevorzugt hochhackige Schuhe trägt und genau grobmotorisch wie er ist. Heißt, sie baseln vor Türen, ihnen fallen dauernd Sachen runter - und das natürlich nachts!

Man könnte ja auch mal nachdenken und käme dann darauf, dass andere Menschen vielleicht gerade nicht wach sind?

Ich muss hier raus. Ich weiß zwar nicht genau, wie ich das finanziere, aber die machen mich wahnsinnig.

30. Oktober 2009

Unser Monatshorokop für Dezember

So, machen wir was draus:

In der ersten Monatshälfte, verstärkt noch mal zwischen dem 9. und 17. November, befällt Sie ein Mangel an Selbstdisziplin und der Wunsch, einfach in den Tag hinein zu leben. Der Wunsch nach Vergnügen und auch eine Portion Trägheit machen sich breit. Schön für diejenigen, die es sich erlauben können, die Pflichten ruhen zu lassen. Falls Sie jedoch aus der Verantwortung nicht heraus kommen, müssen Sie sich aufraffen und gegen Ihr eigenes Bedürfnis angehen. Sonst wächst der Arbeitsberg unaufhörlich an. So oder so: Sie sollten zusehen, dass Sie in dem oben genannten Zeitraum auch Freiräume schaffen, um Freundschaften zu pflegen, auszugehen oder einfach mal so lange im Bett zu bleiben, bis Sie wirklich rundum ausgeschlafen sind.

Besucherandrang wegen Horoskop und Monatshoroskop

Ab und an schaue ich in unsere Statistik, um einfach mal zu sehen, wer und was sich hier warum so rumtreibt. Bisher waren es ruhige Zeiten für uns, denn wenige Menschen verliefen sich in unser kleines Schwester-Projekt.

Aber am 26., 27., 28. und 29. Oktober war hier vergleichsweise die Hölle los. Um die 30 Besucher täglich. Sehr verwunderlich, aber ich habe rausgefunden, warum die alle hier angeschlichen kommen: Horoskope sind es! Dabei steht die Quelle immer dabei und noch was hier gibt es wunderbare Monatshorokope gratis und noch viele schöne Dinge dazu.

Ihr Lieben, ich muss enttäuschen, ich bin zwar astrologisch sehr firm, biete aber weder Monatshoroskop oder Monatshoroskop November noch Monatshoroskop November 2009. Die Sis übrigens auch nicht. Kein Jahreshoroskop. Kein Tageshoroskop. Kein Monatshoroskop. Eigentlich gar kein Horoskop. Wenn nur Horoskope, die zitiert werden.

Also, wer ein Horoskop haben will, klicke bitte auf diesen Link. Wir motzen, lachen und philosophieren nur im schwesterlichen Austausch.

Ist doch irgendwie lustig Sis, Horoskope ziehen ...

Schade, dass von den ganzen D(r)amen niemand den Arsch in der Hose hat, hier mitzumischen oder uns gar die Stirn zu bieten.

18. Oktober 2009

Dumm? Dreist? Dummdreist!

Eigentlich sollte ich es nicht mal berichten, weil es so nichtig ist. Andererseits ist es so amüsant, dass es Dir gefallen wird!

Du erinnerst den Mann, der in Island und so? (Entschuldige, den Scherz konnte ich mir nicht verkneifen)

Noch mal von vorn: Du erinnerst Dich an den werten Ex, den Krebs, der gerne da oben im Norden und der etwas sehr blöd ist? Die Erinnerungen fallen nicht wirklich charmant für ihn aus, aber ein bisschen blöd schaute ich dann doch, als ich gestern Post von ihm bekam. Ein blauer Umschlag mit seinem Absender. Okay, gefühlte 5 Jahre nichts von ihm gehört (wie lange es wirklich her ist, kann ich nicht einmal sagen), also Umschlag geöffnet. Eine Einladung zu seiner Ausstellung!

Gut, ich verstehe nicht, warum er mich einlädt, dürfte er doch eigentlich nicht vergessen haben, wie pur ich ihm seine eigenen Unzulänglichkeiten stets aufs Butterbrot packte, aber vielleicht ist er auch einfach nur froh, wenn überhaupt jemand seine Fotoausstellung besucht und hat einfach jeden angeschrieben, den er jemals auch nur im Entferntesten kannte?

Ganz putzig wird die Sache allerdings dadurch, dass er seine Fotos realistisch, unverfälscht und zufällig entstanden nennt, wobei doch recht viele Menschen wissen, dass jedes seiner Motive gestellt und extremst bearbeitet ist.

Vielleicht ist er doch nicht dreist, dumm oder dummdreist, sondern hat einfach eine gestörte Selbstwahrnehmung? Ach, komm, die gönnen wir ihm doch allemal und werden den Teufel tun und ihn darauf hinweisen, denn versteht er sowieso nicht.

Ich grinse einfach, frage mich, wer seine Einladung noch so alles bekommen hat und hingeht und besonders, wer sich mit mir über seine authentischen Fotos bepisst!

Was lehrt uns das? Karma beißt einen immer in den Arsch, nur merkt es nicht jeder! :-)


So manch ein Held ist sich seiner Taten nicht bewusst. So lass einem Unhold seinen Glauben, wenn es doch alles ist, woran er glauben kann; Fotobearbeitung ist schließlich auch ein Gebiet, auf dem sich nicht jeder sicher bewegen kann!

Ich würde die Einladung womöglich annehmen. Mag sein, dass ich zu neugierig wäre, ob der Reaktionen der restlichen Vernissage-Teilnehmer.

Intelligenzverweigerer - hätte die Zecke gesagt ;)

Nee, ich fahre doch nicht nach Heidelberg und guck mir den Schrott auch noch an. Ist langweilig und genauso blöd wie er. Habe die Einladung längst ins Altpapier gegeben.

16. Oktober 2009

Seniorenbetreuung: Das Telefon, ein Wunder an Technik

Weil der Telefonvertrag der Erzeugerin bereits etliche Jahre auf dem Buckel hatte und in Bälde nicht angeboten wird, wurde ein neuer abgeschlossen. Die Krux war allerdings, dass auch ein neues Telefon angeschafft werden musste.

Der Haken daran ist nicht nur die Faulheit der Seniorin, die es ihr Leben lang bevorzugt an den Trog getragen zu werden, sondern auch ihr eher schlichtes Gemüt. Als ein Seniorentelefon, bestehend auf einem schnurlosen und einem schnurgebundenen Telefon, im Angebot war, schlug ich zu, schließlich kann dieses Telefon nichts, aber auch wirklich nichts. Die Tasten sieht ein Blinder, es leuchtet, es blinkt, es schlägt Alarm und es kann nichts.

Das schnurgebundene Telefon, das natürlich ich angeschlossen habe, weil ich sowieso auch den Vertrag kündigen und einen neuen abschließen musste, erwies sich als problemlos. Lediglich ein rotes Lämpchen irritierte die Seniorin. Es stellte sich raus, dass dieses kleine Licht leuchtete, wenn das schnurlose Telefon nicht aufgelegt wurde.

Das schnurlose Telefon hat natürlich zwei Tasten mehr: Auflegen und Annehmen, was nicht so ganz zu vermitteln war. Schlimmer aber erwies sich die Tatsache, dass Seniorin keine Lust hat meinen Erläuterungen zu lauschen oder die Gebrauchsanweisung, die sehr seniorenfreundlich ist, zu lesen.

Nebenbei erklärt sei, dass Seniorin nicht so gut hört, was sie aber vehement bestreitet, denn ich höre angeblich zu gut und der Fernseher ist nicht laut.

Zurück zum Telefon. Er läutet, jemand ruft an. Seniorin geht ans Telefon, hört angeblich nichts und drückt wahlos auf den Tasten rum. Nicht so gut, weil sie nämlich die Lautstärke so reduziert, dass selbst ich nichts mehr höre. Daher erkläre ich ihr, dass, wenn sie ein Gespräch annimmt, kurz Bescheid gibt und die türkise Taste drückt, die den Lautsprecher anmacht, wodurch sie alles hört. Ich finde, das ist nicht schwer: Grün gleich annehmen, rot auflegen, türkis Lautsprecher. Das haben wir wochenlang immer wieder geübt, so dass ich davon ausging, nachdem ich es fünfmal erklärt habe, sitzt das.

Weit gefehlt, denn heute rief ich sie an, sie hörte nichts, ich schrie "TÜRKIS!!", sie drückte wahllos herum und mich in die Warteschleife. Sie dachte, sie hätte aufgelegt. Hatte sie aber nicht. Ich konnte sie nicht anrufen, weil sie nur eine Leitung hat und die nicht frei ist. Nach drei Stunden hat sie das wohl auch bemerkt und rief mich an. Sie habe die Taste Auflegen gedrückt ...

Ich erkläre ihr, nee, sie habe mich auf halten bzw. in die Warteschleife gepackt. Nöö, das gibt es gar nicht, das habe ich mir ausgedacht, um sie doof darstehen zu lassen.

Es folgt die übliche Tirade, das es eine Gebrauchsanweisung geben würde, die man überfliegen könne und außerdem seien dort auch Bilder zu finden. Nein, auf dem Telefon ist kein Bild. Der übliche Versuch Recht zu haben, wobei man ganz genau weiß, man hat nicht Recht!

Nachtrag:
Das Telefon rauscht ein wenig und weil Seniorin ja weder will noch kann, schaute ich heute mal nach. Das Kabel, welches den Hörer mit dem Telefon verbindet, war locker, es machte "Klack" und ward wieder funktionierend. Und nun rate mal, was kam: Das war ich aber nicht! Auch so ein beliebter Satz von übriggebliebenen Müttern, scheint es. 


Hm, als Mutter und noch nicht Seniorin habe ich soeben beschlossen, ein Großtastenhilfetelefon in Anspruch zu nehmen, wenns denn soweit ist. Nicht, dass ich deinen Frust schmälern wollte, aber ich musste - sieh mir den Abstand nach - grinsen. Dreh ihr irgendein Notruf-Tele an (große Tasten) und schick ist. Und immer dran denken: Wir kommen in ihr Alter ...irgendwann. 

Öhm, es ist ein Seniorentelefon mit übergroßen Tasten. Es kann nix, es ist groß, laut und blinkt. So sieht es aus.

8. Oktober 2009

Da gibt es einen Bruder?

Heute ist es wieder passiert. Menschen, die meine Familie seit Jahrzehnten kennen, fragen nach der Tochter, also nach mir, aber nie nach meinem Bruder. Es ist, als sei er nie dagewesen, ein Gespenst, eine Erfindung.

Als ich drei und mein Bruder vier Jahre alt war sind wir umgezogen. Heute traf meine Mutter eine alte Nachbarin, wie gesagt 36 Jahre her, und sie fragt nach der Tochter und reagiert erstaunt, als meine Mutter sagt, dass es da auch noch einen Sohn bzw. Bruder gibt.

Zwischen 1986 und 1998 wohnten meine Eltern in einem anderen Teil der Stadt, zogen dann wieder in die heimischen Gefilde. Die Nachbarn, die uns immerhin 10 Jahre lang kannten, fragten nach mir und wunderten sich, dass ich einen Bruder habe.

Komische Sache, oder? Warum vergisst man ihn? Ist es so unscheinbar? So uninteressant?

Mir tut er fast schon leid, andererseits habe ich ihn Weihnachten seit 2 Jahren nicht gesehen und seit Februar 2009 nicht gehört, was schert es mich?


Blut ist halt doch dicker als Wasser.

Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.

3. Oktober 2009

Horoskop für Oktober 2009 ...

... klingt soweit ganz gut, aber eben ;-)

Stier-Geborenen sagt man allgemein nach, dass sie sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn dann aber der Punkt gekommen ist, an dem ein Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht hat, da können sie regelrecht aus der Haut fahren. Stimmt das auch bei Ihnen? Ihre Mitmenschen können das zum Monatsende gut beobachten. Die ersten drei Wochen im Oktober lässt man Sie weitgehend in Ruhe. Aber in den letzten Tagen kommen doch zunehmend Querschläger und Menschen, die Ihnen Hindernisse in den Weg legen. Ob Sie dann Ihre innere Gelassenheit behalten oder ob der Ärger bei Ihnen zornig durchschlägt lässt sich dann sehr gut wahrnehmen.

Seniorenbetreuung: Wie fülle ich eine Überweisung aus?

Ja, sie macht mich wahnsinnig. Nicht, weil sie doof ist, sondern weil sie faul und stur ist. Nach Papas Tod vor knapp vier Jahren habe ich alle Überweisungsträger ausgefüllt bzw. am Terminal bei der Bank eingetippt. Mama macht kein Online-Banking, weil sie ja nicht mal einen PC hat.

Heute kam sie mir wieder mit einer Überweisung und fragte, was sie dort eintragen müsse und ob ich nicht mal eben und schnell. Ergo dachte ich, komm, zeig es ihr und gut ist.

Sie wollte nicht, weil ich es ja viel schneller kann, aber ich wies sie nur an ihre Brille aufzusetzen und einen Kuli zu nehmen.

Dann ging es los, sie musste vorlesen, was oben zuerst steht. Sie las etwas von Kredit-Überweisung, wo eigentlich "Name des überweisenden Kreditinstituts" steht. Dann kam die Bankleitzahl. Die kennt sie nicht, obwohl sie seit mehr als 50 Jahre Kunde bei dem Verein ist.

Ich holte ihre Scheckkarte, gab sie ihr und meinte nur, sie solle lesen. Antwort: "Da steht nur mein Name und die Kontonummer, aber keine Bankleitzahl."

Ich sagte ihr nur, dreh die Karte mal um.

Tat sie sogar und meinte nur, da würde keine Bankleitzahl stehen. Ich sagte widersprach. Sie beharrte auf ihrer Meinung. 5 Minuten später legte ich die Karte vor ihre Nase, tippte mit dem Finger auf das Wort "Bankleitzahl" und die Zahlen dahinter. "Ach, da steht ja doch was", war ihre Antwort.

Jedenfalls dauerte es noch nie so lange eine pisselige Überweisung auszufüllen und ich bin mir sicher, beim nächsten Mal hat sie alles wieder vergessen oder keine Lust die Brille aufzusetzen oder diskutiert wieder stur zwischendurch Ewigkeiten mit mir.

Noch Fragen?


Nö, nur den Tipp: Tief einatmen, langsam ausatmen und immer dran denken, es ist Deine Ma!

... das sagt die Frau, die seit wann eigentlich? keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hat. Sorry, aber so funktioniert das nicht. 

Was ist eine Mutter eigentlich? Sie hat mich geboren, mich ernährt, aber mehr ist da nicht gelaufen. Sie hat nie mit mir gespielt oder geredet. Meine Interessen waren ihr immer fremd. Sie hat versucht mich dazu zu zwingen sie zu lieben, einfach für ihre Anwesenheit. Sorry, so funktioniert das nicht. 

2. Oktober 2009

Jo Sis, deutsche Texte ...

ich weiß, Du magst sie nicht wirklich. Ich mag den Text dennoch.
http://www.youtube.com/watch?v=69yzaYD9xko

LG

PS: Ich habe mehr ;)

Stimmt, mag ich gar nicht, dafür dies hier:


Shit, mag ich auch ...

Kartoffelsüppchen für drei Persönchen

Man schäle fünf Kilo Kartöffelchen, schnippel 2 Kilo Porree und zwei Kilo Möhrchen, werfe eine Gemüsezwiebel dazu und vier fingerdicke Scheibchen durchwachsenen Speck. Das alles würfelt man akurat und werfe es in folgender Reihenfolge in ein zwölf Liter fassendes Töpfchen: Speck und Zwiebeln zuerst, Kartoffeln hernach - ein Literchen Wasser obenauf (zum Ablöschen), Möhren und Porree hinterher und huch ... Pfeffer, Salz, Majoran ... danach blöd köcheln lassen und hoffen, einen Teller Suppe zu ergattern! Hups, und es versteht sich beinahe von selbst, dass da im Durchschnitt mindestens vierundzwanzig Würschtel reingehören?

Reicht eineinhalb Tage - in meiner Familie ;)

Wer's noch würziger mag, besorge sich ein wenig Paprikapaste aus Ungarn und mische selbige unter ... czipös = scharf

LG
schieferblau

Falls es untergegangen ist, möchte ich bitte noch einmal darauf hinweisen, das wir hier von drei Personen sprechen!!! :-)))))

28. September 2009

Möge Dich der Blitz beim Kacken treffen!

Am Wochenende machte ich mal wieder Buchhaltung, weil, wer eine Firma hat, macht das halt schon mal. Plötzlich fiel mein Blick auf eine Lastschrift: 9,95 Euro wurden von Napster abgebucht - von meinem Firmenkonto!

Komisch, dachte ich, und habe das Teil erst einmal zurückgebucht. Heute bin ich zu meiner Bank gegangen, um mir den Vorgang ausdrucken zu lassen. So erfuhr ich, dass ich Bonny Bianco heiße.

Also bei Napster angerufen, die sehr nett waren und im Ergebnis meine Firmenkontonummer auf Lebenszeit sperrten und mir eine Referenznummer für die Polizei gaben, denn ich muss noch zur Polizei und Anzeige wegen Betrug erstatten.

Ich hab ja sonst nix zu tun!

Eins sage ich Dir, die Sau, die auf so blöde Ideen kommt, möge der Blitz beim Kacken treffen. Möge er oder sie vor lauter Hämorrhoiden nicht mehr sitzen können und Fußpilz ihn oder sie ebenso befallen, wie die Pest und Warzen am ganzen Körper.

Das Konto soll ihm/ihr wegfaulen!

Besonders spannend war der Besuch bei der Polizei. Nein, ich habe nichts gegen die Jungs und Mädels, sie waren alle sehr freundlich und zuvorkommend, allerdings habe ich genau die erwischt, die nicht sonderlich helle oder fix sind. (Wobei ich einfach mal optimistisch davon ausgehe, es gibt richtig kluge und schnelle Polizeibeamte)

Erst einmal wusste man nicht, wo ich meine Anzeige aufgeben könne, weil man diskutieren musste, wer denn dafür zuständig sei. Ein hübsch anzusehender Kripomann war dann der arme Tropf. Dazu möchte ich erwähnen, dass der Mann in meinem Alter, ergo 39 ist.

Er nahm meine Personalien auf bzw. tippte diese im Zeitlupentempo mit zwei Fingern relativ hilflos erscheinend in den PC. Danach fragte er mich (!!), wie er denn diesen Delikt einordnen solle. Keine Ahnung! Internetbetrug? Kontobetrug? Was weiß ich. Er zum Chef, weil besser ist halt.

Im Endeffekt war der Tatort bei mir zu Hause und es fand ein Bargeldbetrug statt.
Öhm! Der Verein heißt übrigens nicht Napster, sondern Nepsta - mag ja auch an meiner Aussprache liegen, aber nachdem ich meine Aussage gelesen habe, musste er noch hier und da was korrigieren, was natürlich lange dauerte, weil er nicht wirklich tippen konnte.

Immerhin war er sehr sehr nett, sah sehr lecker aus und hat die Anzeige aufgenommen. Wollen wir mal nicht so anspruchsvoll sein.

ICH WAR ES NICHT!!

Aber wer war es? Das Wahlergebnis lässt mich würgen, nein, es lässt mich kotzen. Eigentlich kotze ich genau so wie Linda Blair im Exorzisten, nämlich im hohen Bogen und unaufhörlich.

Die ostdeutsche Dorfpomeranze und das schwule Einzelkind haben es geschafft, sie regieren uns die nächsten vier Jahre. Wenn das noch kein Grund ist auszuwandern, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Wer tönte eigentlich die letzten Wochen und Monate, wir brauchen einen deutschen Obama? Deutschland war es und dann wählt man so einen Schrott? Was ist denn das schiefgelaufen? Nun regieren die reichen Christen. Super Sache!

Könnt Ihr alle nicht lesen oder zuhören? Wie viele Alternativen gab es denn? Und wieso musste die beschissenste dabei rauskommen.

Ja, ich habe grün gewählt. Vielleicht nicht die beste Möglichkeit, aber die einzig tragbare!

Himmel, das verpacke ich nicht. Nein, ich will es nicht und ich prangere es an! Lauthals!! Schreiend! Protestierend!

Wer's war? Siebzig Prozent der hier Wahlberechtigten, von denen - ich weiß nicht wieviele - weder inhaltlich verstehen können, was sie lesen oder - guck an Du Deutsche Bildungspolitik - nicht lesen können! Die anderen Prozentchen befanden das Wetter wohl für zu gut, um sich in ein muffiges Wahllokal zu quälen und ihre Meinung (so eine vorhanden) kund zu tun! Das wundert Dich nicht wirklich? O.K., ärgern wir uns!!! Bringt nur nichts, die Deppen wachsen nach, irgendwie.

Ich durfte mir z.B. von einer U20 Göre anhören, ich hätte zu wählen ... bla bla blubb und ich schwöre Dir, das Aas zahlt meine Rente nicht und hat keinen Schimmer, dass es zwei Kreuzchen machen muss :( (Gottlob nicht mein Ableger!)

Der Restbevölkerung - insbesondere den Nichtwählenden - einen Orden für Ignoranz, Deppentum und politisches, demokratisches Desinteresse!

Alle meckern, keiner ändert sich! Weiter so ... meckern nicht vergessen ...

NACHTRAG!!! Und ja, ich muss es öffentlich machen. Vor fünfundzwanzig Jahren habe ich in der Hochburg der Berliner Steinewerfer-Szene ein Graffiti gelesen und für gut befunden (der Autor möge sich bei mir melden!!!); trotzdem wähle ich seither. Zitat: "Wahlen sind dafür da, zu entscheiden, von wem man sich die nächsten Jahre bescheissen lässt!"

26. September 2009

Tomatensuppe, die nächste Variation

Weil der Balkon weiterhin Roma- und Kirschtomaten ohne Ende produziert und es langsam kühler wird und ich sowieso Suppen liebe, habe ich mal wieder eine Tomatensuppe gemacht:
  • 2 Zwiebeln in feine Würfel geschnitten, in ein wenig Öl goldbraun gebraten und mit braunem Zucker karamelisieren.
  • Die gewaschenen Tomaten (das Grün ab), grob zerteilt und zu den Zwiebeln.
  • Mit Gemüsebrühe und ein bisschen Weißwein abgelöscht und leise köcheln gelassen.
  • Aceto Balsamico, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Salz aus dem toten Meer (lecker!!) dazu.
  • In der Zwischenzeit habe ich drei Kartoffeln, eine Zucchini und zwei Möhren in sehr feine Würfel geschnitten und in einer Pfanne angebraten.
  • Die Suppe wieder durch ein Haarsieb gestrichen und zurück in den Topf.
  • Bei kleiner Temperatur köcheln gelassen, die angebratenen Würfelchen dazugegeben und 10 Minuten köcheln lassen.
  • Ausgestellt, eine Packung tiefgefrorener italienischer Kräuter dazu und ab dafür!
  • Lecker! Fruchtig! Warm! Schmeckt nach Sommer und ist so richtig für einen kühlen Herbstabend
Nun freue ich mich auf die Kürbiszeit, dann gibt es weitere Suppenexperimente.

20. September 2009

Mangelndes Sozialleben und Hobbys

Nachdem Mutter mir den Urlaub schon ein wenig versaut hat und das irgendwie auch einsieht und ich im Urlaub feststellte, ich kümmere mich zu wenig um mich und arbeite zu viel, denke ich nun drüber nach, was ich denn so machen könnte.

Weniger Mutter ist eine gute Sache, sprich nicht mehr so oft bei ihr sein und sich kümmern, sondern den eigenen Arsch bevorzugen.

Sport wäre eine gute Sache, würde nämlich auch helfen überflüssige Kilos loszuwerden, aber so viel Elan habe ich dann momentan doch nicht, auch wenn ich im Urlaub feststellte, dass ich mich zu wenig bewege und radfahren anfangs schon den ein oder anderen Schweißausbruch und Muskelkater auslöste, außerdem musste ich vor den Dünen schieben, weil meine Beine weh taten. Das legte sich und nach einer Woche fuhr ich die 4 Kilometer trotz erheblicher Steigungen problemlos hoch und runter. Auch die Einkäufe mit vollem Rucksack auf dem Rücken und zusätzlich einer Tasche am Lenker klappten super. Nun bin ich seit einer Woche wieder da und Essig ist es mit dem Sport. Plan ist das heimische Fahrrad mehr zu nutzen und endlich regelmäßig zum Yoga zu gehen.

Interessen habe ich genug, aber konnte ich mich auch noch nicht zu aufraffen, weil ich erst einmal nachdenke. Dabei fiel mir auf, dass mein Sozialleben schon ein wenig sparsam ausfällt, was auch daran liegt, dass meine Freunde meist nicht in der näheren Umgebung wohnen. Die nächste arbeitet zwar in Bochum, hat aber ein prall gefülltes Sozialleben. Freunde oder Freizeitpartner müssen her, und die müssen hier wohnen. Andererseits will ich hier eh nicht mehr wohnen und lieber nach Flensburg oder so ziehen, also wieder eine gute Ausrede um weiterhin nix zu tun.

Was mache ich mit dem Teufelskreis? Fällt Dir was ein?

Flensburg und Freizeit ... fällt mir da was ein?
Sis, so aus dem Ärmel geschüttelt? Nö, höchstens der bei google geklaute link:
http://www.flensburg.de/sport-freizeit/Den gucken wir mal gemeinsam an, wenn wir viel Zeit haben, o.k.!?? *grinsel*

Die erste Tomatensuppe

Ich mag sie nicht so wirklich, warum kann ich nicht einmal sagen, aber Tomatensuppe ist nicht so ganz meine Welt. Aber der Balkon ist voller Tomaten (Roma und Kirsch) und die Nachbarn sowie sämtliche Freunde sind längst beglückt, Tomatensauce längst gekocht, also Deine Tipps beachtet und Tomatensuppe gekocht:

Zwei Zwiebeln grob zerteilt, Tomaten gewaschen, Grün ab, grob zerteilt, alles angeschmorrt, mit ein bisschen Brühe aufgegossen und köcheln lassen. Aceto und brauner Zucker dazu, ebenfalls frisch gemahlenen Pfeffer. Das Ganze durch ein Sieb gestrichen, weil die flotte Lotte irgendwo ganz hinten im Schrank ist und ich keine Lust hatte (war ja schon spät). Dazu habe ich dann lediglich ein Päckchen italienische Tiefkühlkräuter gegeben und was soll ich sagen? Die Suppe war lecker! Richtig frisch, fruchtig und lecker. Hätte ich nie gedacht und werde ich mal wieder machen.

Danke Sis!

Büdde Sis! ;)

9. Juli 2009

Kurzmeldung

Hi Sis,

wollte mal eben vermelden, dass ich noch lebe.

Sonst beinahe alles beim Alten:
- Überstunden bis zur Würgegrenze, natürlich unbezahlt
- der Haushalt leidet, ich schaffe es mal eben noch zwischen den Schichten zum Einkaufen
- Zecken laufen in der Spur
- Gatte nervt etwas weniger
- ich bin insgesamt müde und ausgepowert, kurz: reif für die Insel
- mein Vermieter nervt massiv: will unbedingt neue Fenster einbauen ...

Huch, was ganz Neues:
Habe soeben eine andere Stelle innerhalb der Firma avisiert bekommen ... schauen wir mal. Ich müsste jeden Tag 30 km pro Strecke fahren und über die Stundenanzahl oder die Entlohnung hat sich noch keiner geäußert; zudem darf ich, wenn ich "ja" sage, einmal im Monat auch am Sonntag antreten und mein Urlaub platzt dann vermutlich auch.

Hoffe, es geht Dir besser!!

Ich drück Dich, Bussi
schieferblau

Witzig! Kaum denke ich an Dich und drüber nach Dir einfach mal eine SMS zu schicken (immerhin war die Handyhasserin versucht es zu tun), schreibt Du, klappt doch super! ;-))

Mehr morgen, bin zu platt und habe meinem Lieblingsstudenten versprochen seine Diplomarbeit zu korrigieren.

Klasse!! Wir laufen wieder einmal in einer Spur ;)

Der Job wird mich nicht befriedigen .. aber was bleibt mir?

Lieblingsstudent?

Drück Dich

schieferblau

Moderne Sklaverei???

Mindestlohn? Unsinn! Überstunden abschaffen, das würde Arbeitsplätze sichern oder schaffen!!!

In vierzehn Monaten habe ich immerhin ca. zweihundertundsechzig unbezahlte Überstunden, da kann ich mir wohl eine Meinung dazu erlauben. Bin ja auch nicht der einzige Depp in dieser Firma ...

Und schau an, mein neuer Vertrag kann natürlich nicht zum zwanzigsten d. M. geschlossen werden ... ich mach dann mal eben noch ein paar Überstunden bis Ende Juli, nur dieses Mal mit dreißig Kilometerchen Anfahrt. Die halten mich doch für deppert!

Nun, meine Schmerzgrenze ist überschritten. Ich arbeite die nächsten vierzehn Tage aus purer Berechnung noch einmal Vollzeit und lasse mir dann meine Überstunden auszahlen. Meinen Jahresurlaub von immerhin dreißig Tagen nehme ich bei Bedarf auch „krank“. Ich kündige!!!

Fünf Wochen Urlaub plus meine Überstunden bei vierwöchiger Kündigungsfrist zu Ende August – was will ich mehr??? Da habe ich satte sechs Wochen, mir einen neuen unterbezahlten Job zu suchen. Das ist zu schaffen!

Gründe, diese Firma zu verlassen gab es schon genug. Einzelne Urlaubstage gibt es nicht. Urlaub am Stück höchstens für vierzehn Tage. Private Termine, ob Zahnarzt, Hochzeit oder Sterbefall in der Familie sind kein Urlaubsgrund, etc. pp. Den Geburtstag meines Lütten habe ich mir auch mit einer Zehn-Stunden-Schicht versauen lassen. Mir reicht es!

Sklaven kann man nicht entlassen, nur verkaufen!??

Dumm nur, ich besitze Charakter und einen freien Willen. Gelegentlich bin ich ein wenig zu gutmütig, aber rechnen kann ich allemal und irgendwann ist einfach Schluss.

So, Sis, das war der Stand in Sachen Job.

Dazu – zu meiner großen Freude *kotz* – hat der Gatte sich erdreistet, mein Kind ‚Ratte’ zu schimpfen. Was bildet dieser Möchtegernpapa sich eigentlich ein? Erscheint alle paar Wochen mal auf Besuch und pöbelt?
Ich bin geplatzt, nachdem der Große im Bett war. Und ich war stolz wie Lotte, weil selbiger seinen Vater gefragt hat, ob dieser sich auch in der Lage sieht, sich wie ein normaler Mensch zu artikulieren ... und ihn danach einfach stehen ließ. MEIN Kind!

Unglaublich ...

schieferblau - noch immer grün vor Ärger

Mit Wut im Bauch verhandelt es sich offenbar besser ...

Hi Sis!

Hab 'ne neue Chefin, Mini-Zecke meinte nach Zweitagesbericht: „WOW, endlich Menschen um Muttern.“ Ich warte mal ab, fühle mich aber nicht unwohl.
Sonst: Viel zu tun (Muskelkater!), Gatte wie üblich, Mini!!! kann auf ein Gymnasium wechseln, Riese macht den Führerschein ...

Hab Dich lieb! Montag frei, dann mehr. Bussi

schieferblau

So, da bin ich endlich mal!

Fasse ich erst mal zusammen: Nach den leeren Wochen Anfang des Jahres, kann ich nun vermelden, dass ich für dieses Jahr total und komplett ausgebucht bin. Jo, ich kann lediglich noch kleine Aufträge annehmen, der Rest der Zeit ist gut bezahlt ausgebucht. Frag mich nicht warum, aber ich habe mit einem Grafiker sogar eine Ausschreibung einer Nachbarstadt gewonnen. Jedenfalls ist die finanzielle Grundlage sehr gut gesichert.

Weiterhin vermelde ich hiermit, dass ich Ende August/Anfang September für 2 Wochen nach Nordholland entschwinde -- ohne Telefon und Internet!

Mein Fernseher ging kurz nach unserem Geburtstag kaputt, damals hatte ich keine Kohle für einen neuen, mittlerweile will ich gar keinen mehr, denn das Bisschen, was ich schaue, kann ich auch übers Internet ausleben. Dafür spare ich eisern für einen Umzug -- am liebsten Richtung Friesland.

Jo, insgesamt viel positivere Grundstimmung, aber ausgelaugt bin ich auch, vor allem nervt mich weiterhin das viele Reden, daher habe ich Dich auch noch nicht angerufen.

Der Lieblingsstudent ist ein langjähriger Kunde mit dem ich nun seine Diplomarbeit geschrieben habe und sogar eine 1,7 geschafft habe, wobei wir mit einer 3 gerechnet haben.

Männer? Nöö, nicht wirklich, obwohl mir mein Umfeld einredet, ich habe eine Beziehung mit O., was er und ich nicht so sehen, weil wir uns seit 26 Jahren kennen, immer mal Sex wollten, aber immer was dazwischen kam und nun endlich machen, was wir wollen. Heißt, wir treffen uns, reden oder auch nicht, haben wilden, bösen Sex und das Ganze basiert auch noch auf Vertrauen, Intellekt und Humor -- hm, vielleicht habe ich doch eine Beziehung? Egal, so langsam findet alles in geregelte Bahnen und das wünsche ich mir für Dich auch!

Neu auch, dass ich immer mehr in mir Ruhe und mir die halbe Welt am Arsch vorbeigeht. Ich lasse Menschen, die nerven, bedenkenlos ziehen, ebenso Kunden. Selbstbehauptung ist es wohl und fühlt sich gut an. Neue Kunden werden nur noch mit den Worten "Ich bin aber nicht ganz billig!" begrüßt, Männer mit den Worten "Geh nach Hause und langweil mich nicht." Passt halt alles gerade.

Der Gatte erwartet ja wohl nicht, dass ihn noch irgend jemand ernst nimmt, oder?

Glückwunsch zu den Zecken!!!!!

Ich hau mich mal hin und drück Dich wortlos, aber innig!

His Sis,

schicker und überaus beruhigender Überblick! Danke ;) Ich freue mich herzlich für Dich.

In Friesland kann ich mir Dich richtig gut vorstellen!!!

Was gibt es bei mir? Der Gatte geht mir gelinde gesagt nur noch mäßig auf die Eierstöcke und rauscht mir ansonsten am Allerwertesten vorbei. Ich habe meine finanziellen Möglichkeiten ausgelotet, einem Umzug im nächsten Jahr sollte nichts im Weg stehen; anderen Falles wird der Riese umquartiert und sein jetziges Zimmer teilmöbliert untervermietet. Eine neue Wohnung ist mir unter dem Strich aber lieber. Der neue Laden ist ganz nett, Chefin und Kollegen bis auf so ein Möchtegernallesundkannnix-Bengelchen zum Aushalten, das Arbeitsaufkommen bis auf wenige Stoßzeiten eher mäßig. Einzig nervig empfinde ich die Hin- und Herfahrerei und den damit verbundenen Zeitaufwand, nebst den derzeit mal wieder übertrieben hohen Spritpreisen. Das nächste Auto wird definitiv ein Diesel.

Ich habe ab heute vierzehn Tage Urlaub und mir fest vorgenommen, die erste Woche zu nutzen, um die Bude weiter zu entrümpeln, der werte Gatte hatte jetzt jahrelang Zeit, sein Zeug hier heraus zu schaffen ... und die zweite Woche werde ich mich an ein noch unbekanntes Ziel verflüchtigen und dort den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Was die Männerwelt betrifft, so gönne ich mir gelegentlich wilden, hemmungslosen Sex; auf ein gemeinsames Frühstück verzichte ich und in den Urlaub fahre ich auch solo, schließlich will ich mich erholen und nicht irgendwem was hinterhertragen.

Ich habe gehört, man solle jeden Tag leben, als wäre es der Letzte!

In diesem Sinne, alles Liebe

schieferblau

Hi Sis! Ich wünsche einen entspannten, freudvollen und erholsamen Urlaub! Bussi