Ein Hoch auf Papa W.!
Ja, es gibt sie immer noch: die Väter, die sich tatsächlich um ihren Nachwuchs kümmern. Und ja, ich durfte so ein seltenes Exemplar kennen lernen. Nicht, dass mein Vater sich nicht um mich gekümmert hätte! Ich war nur inzwischen fest davon überzeugt, dass das eine Eigenschaft ist, die heutigen Vätern irgendwie abhanden gekommen scheint. In den letzten Jahren sind mir nur (Möchtegern-) Papas begegnet, die es zwar schick fanden, sich als solcher zu rühmen, aber mit dem Hintern und dem eigenen Nachwuchs nicht mal auf den Bolzplatz kamen, geschweige denn, sich der Verantwortung stellten, sich um die Entwicklung / Erziehung ihrer Bälger zu kümmern.
Und schau an, dann kam Papa W., der sich nicht nur liebevoll um seinen eigenen Nachwuchs kümmert, sondern auch noch um zwei weitere Plagen, an deren Produktion er nicht beteiligt war. Ich war total gerührt und natürlich auch ein wenig neidisch. Ich brauche mir ja nur den selbstverliebten Papa meiner Plagen anzuschauen und schon wünsche meinem Nachwuchs auch so einen „Papa W.“ Eben einen, der mit ihnen rumtobt, kuschelt oder redet; auf vieles verzichtet, damit die Kids ein wenig Spaß haben; sich in die Schule traut und um die Noten kümmert, Geburtstagsfeiern plant und vieles mehr.
15. Februar 2009
8. Februar 2009
Einfach mal zuhören! Kann ja nicht so schwer sein ...
Meine liebste Kollegin, die mich inzwischen als eine Art Ersatzmutter adoptiert hat und an die Küste verzogen ist, ist an CML (Leukämie) erkrankt. Das Mädel ist mal eben schlapp über Mitte zwanzig und hat vor ein paar Jahren ihr Kind an diese Krankheit verloren.
Ich habe Angst um sie.
Wir haben die halbe Nacht telefoniert, über Gott und die Welt gesabbelt, über die Krankheit und das merkwürdig hilflose Verhalten ihrer Mitmenschen; ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche. Ich bin völlig platt, ihr geht es vermutlich noch beschissener.
Ich werde ihr jetzt ein Paket mit lauter fröhlichem Lesestoff packen und habe gedroht, den nächsten Deppen, der ihr ein Buch über Leukämie schenkt, mit selbigem zu erschlagen. Wie blöd kann man eigentlich sein??? Die Frau weiß nach dem Tod ihres Kindes inzwischen mehr über diese Krankheit als manch ein Arzt!
Wie es wohl wäre, wenn manche Menschen einfach mal Zeit hätten, dem Anderen zuzuhören, statt sich mit vermeintlich schlauen Büchergaben aus der Affäre zu ziehen und so zu tun, als käme die Nachricht an Leukämie erkrankt zu sein einer Grippe gleich? Ein wenig Mitgefühl und Hirn wären wünschenswert!
Ja, das ist eindeutig tragisch, aber in Afrika verhungern Kindern und sie hat doch Dich, also ist sie nicht allein, wobei wir im Endeffekt eigentlich alle allein sind und uns einfach daran gewöhnen sollten.
Gestern war der Tag des Wassers, erschreckend, was in der Welt abgeht und wie wir sie kaputt machen und wie viele darunter leiden - Einzelschicksale gehen halt unter. Das klingt hart? Nein, nur realistisch, ich kann auch nicht aus meiner Haut, meinen Erfahrungen und meiner Einstellung.
Ja, das ist eindeutig tragisch, aber in Afrika verhungern Kindern und sie hat doch Dich, also ist sie nicht allein, wobei wir im Endeffekt eigentlich alle allein sind und uns einfach daran gewöhnen sollten.
Gestern war der Tag des Wassers, erschreckend, was in der Welt abgeht und wie wir sie kaputt machen und wie viele darunter leiden - Einzelschicksale gehen halt unter. Das klingt hart? Nein, nur realistisch, ich kann auch nicht aus meiner Haut, meinen Erfahrungen und meiner Einstellung.
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