28. Dezember 2007
Elektronisches Spielzeug
Jungs, Ihr braucht nicht jedes neue elektronische Spielzeug zum Überleben. Zurück an die Wurzeln: früher reichte auch eine selbstgeschnitzte Keule!
Ein neues Auto ist geil, manch einem steigert es die Potenz, sagt man. Ein Comedian äußerte sich kürzlich dahingehend, dass es ja der Hammer wäre, zwei Einspritzer (?) mit 6-Gang-Getriebe zu haben (oder so ähnlich) Ich frage mich: welche Frau wünscht sich das?
Mal ehrlich: Was hat „der Mann von heute“ eigentlich nicht? PC, , DVD-Player (oder wie auch immer das neueste Zeugs heißen mag!) Mobil-Telefon, IPod, IPhone etc.
Na Ihr Helden, alles vorhanden??
Und? Was macht Ihr damit? Mammuts könntet Ihr damit nicht erlegen!
Kann es sein, dass ein Gro dieser Dinge in die Kategorie „Dinge-die-die-Welt-nicht-wirklich-braucht“ fällt? Vielleicht bin ich ja ein wenig steinzeitlich orientiert, aber als Eure Urväter Mammuts gejagt haben oder Ihr mit Eurer Carrera-Bahn im Keller Eurem Spieltrieb Tribut gezollt habt, habt Ihr mir entscheiden mehr Sympathien abgerungen.
Es mag ja sein, dass Ihr die Wirtschaft ankurbelt, wenn Ihr all den elektronischen Krempel hortet, aber macht das Zeug wirklich glücklich?
Ich rede mal wieder nur für mich: Ich nutze den PC so oft wie nötig und ein wenig in der Freizeit, aber ich könnte prinzipiell (zumindest privat) auch prima ohne ihn leben. Ich brauche auch nicht alle viertel Jahre eine neue Graphik- oder Soundkarte. Ich nutze mein 'Handy' als Telefon; Termine merke ich mir einfach so und brauche daher auch keine Gehirnjoggingspiele auf dem Mobil-Telefon. Eben so wenig brauche ich einen Taschenrechner, das bissel Alltagskrempel rechnet mein Kopf frei jedweder Hilfsmittel und ich weiß noch, wie man eine „normale“ Kamera bedient, welche zudem bessere Bilder als ein Handy macht! Wenn ich durch den Wald renne, muss ich mich nicht mit Musik zudröhnen. Da will ich abschalten und ggf. etwas gegen meinen dicken Hintern tun.
Und wenn wir gerade von technischem Kruscht reden, ich gehe auch lieber ins Theater als mich vor den XYZ-Player der neuesten Generation zu hocken. Genau genommen ist es mir wurscht, in welchem Format irgend etwas aufgenommen oder abgespielt wird.
Habt Ihr Euch z.B. beim Staubsaugen* Eurer Wohnung mal gefragt, wozu Ihr das ganze Zeug eigentlich angeschafft habt?
schieferblau, die sich jetzt mal Gedanken über einen elektrischen Hinternabputzer o.ä. macht
PS: Staubsauger?* Das ist das Ding mit dem biegsamen langen Rohr, dass Frau / Muddi üblicherweise regelmäßig über den Teppich / das Parkett zerrt und welches dann die großen, grauen Flocken und Chipsreste frisst ...
Ja, ja: DU - als technikverliebter Neuzeitheld - hast wahrscheinlich schon so ein selbstfahrendes Teil ... Entschuldige! ;) Schade, dass das Ding keine Mammuts erlegen würde, oder!??
21. Dezember 2007
Weihnachten kann kommen
Das Taxi oder wie der Ur-Berliner gerne sagt "der Jummi" ist geordert. Der überflüssige Kühlschrank-Inhalt ist sinnvoll weiterverteilt worden - da lag ja noch ein frischer Jungschweinrücken mit ordentlicher Kruste und sehnte sich nach einem heißen Ofen.
Nur: Meine Koffer sind noch nicht gepackt!
Kein Problem, das mach ich gleich oder mal wieder morgen (also doch gleich oder vorhin!) in knappen dreizig Minuten. Ich vergesse dann wieder das ein oder andere, aber wen juckt das?
Ich habe gar keine Lust, mich aus meinen lauschigen vierkommafragezeichen Wänden zu bewegen! Es geht ja nicht auf die von mir so ersehnte beinahe einsame Insel!
Was soll's! Ich hock mich in den Flieger und mach das Beste daraus!
Nächstes Jahr wird toll, sagt Sista. Also freu ich mich darauf und wünsche Euch allen ein Super-Zeit bis dahin und eine Steigerung dessen im nächsten Jahr!
So - Zeit für die Koffer ;)
Auf bald
schieferblau
PS @ Sista: Lieben Dank, Du beschämst mich! (Nein, es ist noch verpackt und reist mit mir)
PPS @ Krebslein: Danke! Das war sehr lieb und sehr verständnisvoll von Dir.
17. Dezember 2007
Aufklärung verschlafen?
Bei solchen Gelegenheiten neige ich dazu, tief Luft zu holen und mich still zu fragen, ob die alle zu dämlich zum Verhüten sind. Und bevor jemand aufschreit und bemerkt, dass eine Schwangerschaft häufig ein Grund zur Freude ist, sei angemerkt, dass die Kinder, von denen ich hier rede, im Höchstfall „süße achtzehn Jahre“ jung sind.
Sind die Zeiten, in denen es hieß „ich zieh ihn schon rechtzeitig raus“ nicht ewig her? Heute werden „die lieben Kleinen“ in der Schule, doch wohl hoffentlich zu Hause und mit Sicherheit auch durch die Medien aufgeklärt. Gut, so ein hölzerner Einheitsphallus mag ja merkwürdig anmuten, den Unterricht um den ein oder anderen Lacher bereichern, dennoch kann es ja nichts schaden, wenn man das von der Schule gesponserte Kondom da einmal drüberstülpt! Es gibt sogar ein zweites, zum Üben am lebenden Objekt! Warum können Eltern ihren Söhnen nicht klipp und klar sagen, dass man mit Kondomen auch „heimlich“ beim Onanieren üben kann und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ständig einen Hänger bekommt? Warum machen immer noch so viele Eltern einen Aufstand, wenn Töchter die Pille o.ä. wollen? Ich würde einen Aufstand machen, wenn die Göre das Ding nicht regelmäßig schluckt!
Himmel, Donnerwetter!!!
Ich verstehe es einfach nicht. Es regt mich nur auf!
Grundsätzlich bin ich gerade in der heutigen Zeit ein Verfechter der Kondombenutzung; das liegt vermutlich daran, dass ich an meiner Gesundheit und meinem Leben hänge. Die Pille oder ein anderes Verhütungsmittel nebenbei schaden sicherlich auch nicht. Die Auswahl ist ja inzwischen riesig! Das gilt sowohl bei hormonellen Verhütungsmitteln, als auch bei Kondomen.
Ganz zur Not und in "Unfallsituationen bei der Kondomnutzung" oder vergessener Pillen-Einnahme gibt es die Pille danach. Die ist zwar auch nicht ganz ohne, aber sicher weit besser, als ein Abbruch unter Vollnarkose.
Im übrigen finde ich es ehrlich gesagt zum Heulen, wenn man bei dem sogenannten Beratungsgespräch zuerst mit der Frage konfrontiert wird, ob man eine Beratung will oder nur den Stempel braucht! Erzählungen zufolge ist das kein Einzelfall. Ich finde es erschreckend. Auch macht es mir Kopfschmerzen, wenn Termine für den Abbruch gleich am Folgetag des Beratungsgespräches angeboten werden. Sollte dazwischen nicht ein wenig Zeit liegen?
schieferblau – manchmal völlig verständnislos
Ja, das ist ein Hammer, aber was mir noch viel mehr Sorgen macht, sind die ganzen Geschlechtskrankheiten!
Es gibt natürlich AIDS und die Zahl der Infizierungen, besonders bei Leuten unter 30, ist erschreckend. Syphillis ist vielleicht nicht mehr tödlich, aber super angesagt und genauso wie Pilze und was es alles gibt, also - scheiße noch mal - benutzt Kondome!!!!!!
Ja, und auch hier ein Denkanstoß an die Jungs: Gummis ändern nix am Gefühl, dem Teil tut es nix und wascht Euch mal, denn Ihr übertragt einfach sehr viele Bakterien und Viren!!!!
smaragdgrün, die sich gerade mal wieder prächtig aufregt....
Richtig, es gibt nicht nur Aids, sondern ein Gro anderer Geschlechtskrankheiten. Und auch richtig ist, dass Syphillis wieder auf dem Vormarsch ist. Es ist mehr als erschreckend, wie wenig sich ein nicht geringer Teil unserer ach so schlauen Mitmenschen darum schert. Wie sonst erklärt sich die entsetzlich hohe Zahl der Neuerkrankungen? Allein dieses Jahr haben sich etwa 2,5 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert! Syphillis kann sogar das Hirn schädigen! Und dann wären da noch Hepatitis, die von dir erwähnten Mykosen (Pilzerkrankungen), Chlamydien-Infektionen, Gonorrhoe (Tripper), Feigwarzen, Herpes und etliche mehr.
Abgesehen davon, dass nicht alle über die Möglichkeit, sich anzustecken nachdenken, scheint auch kaum jemand darüber nachzudenken, welche Folge-Erkrankungen trotz einer Behandlung möglich sind ...
Aber noch einmal zurück zum eigentlichen Thema:
Kinder sollten verantwortungsvoll und den Sex betreffend schonungslos aufgeklärt werden.
Liebe Eltern:
- Sex ist nicht peinlich und das Gespräch darüber auch nicht!
- Es sollte zu schaffen sein, das Thema Verhütung rechtzeitig anzusprechen und es schadet auch nicht, das gelegentlich zu wiederholen!
Mal zur Erinnerung: Die jüngste Mutter Deutschlands war bei der Entbindung eben zwölf Jahre jung!!!
- Kinder sollten Kinder bleiben und Zeit haben, sich zu verantwortungsvollen Erwachsenen zu entwickeln
- Kinder sollten sich keine Gedanken über Schwangerschaftsabbrüche machen müssen
- Kinder sollten keine Kinder bekommen
Aber vor allen Dingen sollten sie ihren Eltern vertrauen und von denen ordentlich aufgeklärt werden!
Kinder wissen nicht von alleine, wie die Welt funktioniert.
Erklärt es ihnen!
Das liegt nämlich in Eurer Verantwortung.
schieferblau
PS: Liebe Kinder, liebe Jugendliche: Wer das hier lesen kann, der kann auch googeln! Informiert euch! Die Pille und Kondome gibt es z.B. auch über Pro Familia oder andere Beratungsstellen, ihr benötigt dazu nicht die Erlaubnis der Eltern.
PPS: Sista, es gibt auch genug Mädels, die sich nicht ordentlich waschen :(
11. Dezember 2007
Besinnlich?
Hat man zu dieser Jahreszeit überhaupt Zeit, sich auf irgendetwas zu besinnen?
In der Vorweihnachtszeit bekommt man schon eine mittelschwere Krise bei der Parkplatzsuche in der Innenstadt* oder beim ganz normalen Einkauf. Die Läden sind hoffnungslos überfüllt, überall steht man Schlange und kämpft sich durch Menschenmassen mit prall gefüllten Einkaufstüten.
Ob es daran liegt, dass das Weihnachtsfest immer so überraschend kommt? Eigentlich hat man ja immer ganze zwölf Monate Zeit, sich mit den diversen Artikeln, die man seinen Lieben unter den Baum schieben mag, zu versorgen. Klar, hier und da wird auch zwei Tage vor der Bescherung noch mal ein Wunsch geäußert. Das sehe ich entspannt, ein Wunschzettel ist eben kein Bestellzettel.
Merkwürdiger Weise fallen in diese Zeit dann auch noch Termine, z.B. für die Steuererklärung. Auch klar, weiß man ja auch erst seit gestern! Ach ja, dieses Jahr kommt ja auch noch der Erwerb der Feinstaubplakette hinzu, wenn man sich in bestimmten Innenstädten ab Neujahr nicht ausschließlich autofrei bewegen oder sein Punktekonto in Flensburg auffüllen und den Kontostand mindern möchte.
Wenn dann der ganze Vorweihnachtsirrsinn erledigt ist, kann man sich endlich besinnlich in den bequemen Sessel fallen lassen und die Feiertage genießen, oder nicht?
Natürlich gilt das nur, wenn man keine Gäste zu bewirten hat oder von einem Weihnachtsessen zum nächsten hechelt.
Wen wundert es eigentlich, dass bei soviel Besinnlichkeit die meisten Beziehungen zerbrechen? Es heißt, im Januar steigt die Anzahl der eingereichen Scheidungen in der Regel um dreißig Prozent. Angenommen, Statistiken sind wahr: Ist das nicht traurig?
Habe ich schon erwähnt, dass ich irrsinnig gerne Weihnachten auf einer möglichst einsamen Insel verbringen würde?
Mich nervt es total, wenn ich vor lauter Weihnachtsfeiern in der mir sonst so genehmen Gastronomie keinen Parkplatz in der Nähe meiner Haustür bekomme!
Noch schlimmer ist es, wenn irgendwer mich abends zuparkt, sich besäuft und sein Auto vergisst! Ja klar, es ist besser so und ich freu mich auch für alle, die er/sie nicht im Suff totgefahren hat. Ehrlich! Aber ich zappel dann am nächsten Morgen wie ein HB-Männchen oder 'Kalle Wirsch' umher, bis "d/mein Freund und Helfer" Zeit für mich hat. Schon klar, ich bin kein Notfall. Stunden später habe ich das auch eingesehen, aber bitte nicht morgens zwischen 'Klix' und zweitem Frühstück, schon gar nicht, wenn ich einen Termin habe und mal überhaupt nicht bei der Wahrung guter Laune!!!
LG
schieferblau
*Ich wohn da eben ... schon ganz lange und gerne ;)
Kenne ich! Ich wohne ja auch mitten in der City, wenn es auch nur eine mittelgroße Stadt im Pott ist, so meide ich sie momentan, weil einfach zu viele Völker da rumturnen. Der Weg zur Post dauert sonst maximal 5 Minuten für mich. Momentan ist aber Weihnachtsmarkt und ich brauche fast eine Viertelstunde - örgs!
Letztens musste ich in unser neues Elektro-Kaufhaus und wollte nur schnell eine Maus für meinen PC kaufen. Kein Entrinnen vor den Horden! Die Maus zu finden ging recht fix, aber die Wartezeit an der Kasse nicht so wirklich. Und ich muss da noch mal hin, weil meine Mutter meinem Bruder eine Digicam zu Weihnachten schenken will und so schlecht laufen kann und keine Ahnung hat - aaaargh - denn ich gehe sowieso nicht gerne einkaufen, außer es handelt sich um Wochenmärkte, Schuhe oder Bücher und manchmal auch Unterwäsche, aber nie mehr als ein Laden. Ein ausgiebiger Shopping-Bummel ist mit mir daher nicht zu unternehmen.
Nächste Frage! Ich denke, der Handel ist mit den Umsätzen nicht zufrieden? Was machen die dann alle in den Geschäften und auf dem Weihnachtsmarkt? Gucken? Nee, glaube ich nicht. Das ist Berechnung! Der Handel motzt rum, lockt dann mit zweifelhaften Angeboten und macht Reibach. So sieht´s aus!
Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich gerne besinnlicher und auch sinnlicher sein, aber irgendwie stehen zu viele Dinge auf meiner Liste - und die haben noch nicht einmal alle was mit Weihnachten zu tun. Aber Mutters Personalausweis ist beantragt, ein Punkt weniger auf der Liste. :-)
Aber so richtig gerne würde ich mit meiner Mutter einen Glühwein süppeln, dabei Plätzchen backen und Anekdoten wälzen. Die letzten beiden Jahre konnten wir diese Familientradition nicht durchziehen, da Papa fehlt, der einmal einen Motor einer F15 an den Fleischwolf bastelte ;-)
smaragdgrün, die seit gestern zumindest ein paar Tannenzweige im Büro stehen hat.
PS: Wer macht seine Steuern im Dezember? An sich sehen die Fristen, außer mit Verlängerung, doch anders aus? Ich habe meine schon vorbereitet und die Unterlagen gehen im Januar sortiert zum Steuerberater und damit ist 2007 gegessen. :-)
Wir sind uns mal wieder einig. Ausgedehnte Shopping-Bummel sind auch mir zuwider. Sollte ich vor einer Umkleidekabine eine Schlange sehen, verlasse ich kurzer Hand ohne Ware das Geschäft.
Leider macht sich das an der Kasse vom Supermarkt nicht so leicht. Irgend etwas sollte vielleicht in meinem Kühl- oder Vorratsschrank zu finden sein. Gestern wollte ich nur mal eben eine Packung Lätta und einen Liter Milch einkaufen. Bei einem Blick auf die Schlange vor der Kasse habe ich das erste Mal darüber sinniert, ob ich nicht vielleicht doch ohne Lätta und Milch auskomme! Ich gebe zu, ich wollte das nicht. Also habe ich satte zwanzig Minuten damit zugebracht, mir die Einkaufswagen um mich herum näher anzusehen und Überlegungen angestellt, ob ich vielleicht nur nicht mitbekommen habe, dass es in der nächsten Zeit zu Engpässen bei der Versorgung der hiesigen Supermärkte kommen wird. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, der Notstand sei ausgerufen und Hamsterkäufe zwingend notwendig. Großpackungen wohin mein Auge sah ... und schon wollte ich wieder auf eine möglichst einsame Insel!
In der Hoffnung, hier nicht auch in eine Riesen-Warteschlange zu geraten, werde ich heute versuchen, mir die Haare schneiden zu lassen. Vielleicht hätte ich mir sicherheitshalber im September einen Termin geben lassen sollen? Na, ich werde es sehen ...
schieferblau, die noch immer kein Tannengrün, aber immerhin einen blühenden Weihnachtskaktus vorweisen kann
PS: Na rate mal, wer seine Steuern für 2006 noch nicht erledigt hat... und rate mal, wer sich dieses Jahr nicht darum kümmern wird ;)
10. Dezember 2007
Noch mal NEIN!
Was mich stört?
Bin ich selbstständig und komme alleine klar, bin ich eine frustrierte Emanze, aber nicht lernfähig und kompetent.
Mache ich den Mund auf, bin ich eine männerfeindliche Feministin und bin nicht einfach in der Lage mir eine Meinung zu bilden und habe genug Chuzpe diese auch fundiert loszulassen.
Habe ich Erfolg im Job, habe ich Glück und meine Fähigkeiten sprechen für mich. Ich habe jahrelang gelernt und gekämpft, um da zu sein, wo ich jetzt bin. Ich habe die Klappe gehalten, mich geduckt, eingesteckt und gelernt. Nichts ist umsonst! Merkt euch das und jammert nicht!
Beurteile ich Männer nach Aussehen, Geld und Interessen, bin ich eine geldgeile Schlampe. Andersrum funktioniert es ganz selbstverständlich.
Glänze ich mit Wissen, lerne und arbeite viel, bin ich karrieregeil und übertrieben ehrgeizig.
Reagiere ich sensibel und denke viel nach, bin ich zickig und führe was im Schilde.
Jungs, wisst ihr eigentlich, was ihr wollt?
Im Endeffekt drängt sich mir nur der Verdacht auf, dass ihr arrogant und hypersensibel zugleich seid. Habt ihr den alleinigen Anspruch auf Sensibiliät? Anscheinend braucht ihr mich mehr, als ich euch und seid darüber frustriert. Ist das mein Problem? Ich kann nichts für eure unterdrückte Wut, euren unterdrückten Schmerz, eure Erfahrungen und eure Ego-Probleme, lasst es nicht an mir aus. Immerhin wollt ihr was von mir, aber ich seltenst von euch.
Das Zauberwort ist Reflektion. Ja, ich weiß, es tut weh in den Spiegel zu schauen. Selbsterkenntnis tut weh und ist selten angenehm, aber nur das bringt jeden Menschen weiter. Augen zu ist genauso wenig eine Lösung wie weglaufen. Nur, weil ich das nicht mache, bin ich scheiße?
smaragdgrün
PS: In den letzten Tagen hat sich ein Satz herauskristallisiert, den ich von Frauen aller Jahrgänge immer wieder höre: Was bilden sich Männer eigentlich ein? Was glauben die, wer sie sind? Warum rennen die mit einer Selbstverständlichkeit und Selbstgerechtheit durch die Welt und Frauen sind an allem Schuld und doof? Auf welcher Grundlage halten sich Männer eigentlich für das Geschenk schlechthin an die Frauenwelt?
PPS: Und noch was: Keine Frau ist frigide, meist liegt es am Mann oder es passt grundsätzlich nicht. Nicht nur Mann hat Anspruch auf Sensibilität, Empathie und Verständnis! Und nein, ich musste mir das noch nie anhören :-)
PPPS: Warum könnt ihr Kerle eigentlich alles lesen und kommentieren, aber nur persönlich, telefonisch oder per Mail? Wie wäre es mal mit einem Kommentar hier? Ich denke, ihr habt die Technik erfunden....;-)
Auch ich fände es ganz interessant, hierzu einen Kommentar aus männlicher Sicht zu lesen. Gerne auch eine Auflistung der Dinge, die die Jungs an uns nicht mögen und der Dinge, die sie an uns mögen. Das werden ja hoffentlich nicht nur körperliche Merkmale sein? ;)
Also Jungs: Nur Mut! Ran an die Tastatur :)
schieferblau
PS: Das ihr uns für männerfeindlich haltet, ist mir bereits zu Ohren gekommen und völliger Unsinn. :)
NACHTRAG 13.12.2007
Ich bin doch hocherfreut, dass ein mir bekanntes männliches Wesen, uns! insgesamt unterhaltsam findet, was nicht zuletzt, in keiner Weise ausschließlich, wie wir eben feststellten, auch! an der Tatsache liegt, dass er gewisse Vorteile hat, weil wir (in diesem Fall: er und ich) uns auch schon persönlich begegnet sind und seine Sichtweise beim Lesen dadurch ggf. beeinflusst wird. Fairerweise muss ich auch sagen, dass in mir ein neues/anderes Verständnis, eine feinere Sensibilität, geweckt wurde, gegenüber den Menschen, die den "ich-kenn-dich-und-weiß-wer-du-bist"-Vorteil nicht haben. Ich werde weiterhin schreiben, was ich mag, vllt. ein wenig sensibler. Ich möchte das ehrlich, aber ich verspreche nichts!
schieferblau
PS: Weiteres s. u. Kommentare :)
PPS: Ich glaube beinahe, ich werde vorweihnachtlich farbenfroh @Sista
PPPS: Macht Euch keine Hoffnungen Jungs, ich bin bekennende Atheistin!
Sista, was hast Du gesoffen? Alles so schön bunt hier! :-)
Hm, sensibler? Ich bin endlich auf der anderen Schiene angekommen. Ich lächel nicht mehr einfach und sage ja, nur um des lieben Friedens Willen. Arsch lecken 3,50 Dachdecker umme Ecke, keine Zeitverschwendung mehr.
Ich bin eh schon viel zu sensibel, auch wenn das nur wenige Menschen erkennen oder wissen wollen. Weniger Gedanken um andere sind für mich eine absolut positive Entwicklung. Fehler nicht immer bei mir suchen und Zickenterror den Wind aus den Segeln nehmen ist meine Ansage!
Und DPs Wunsch mit dem Mann auf Augenhöhe, wobei ich den noch ergänzen möchte auf: Einen Mann, der mir auf Augenhöhe begegnet und den ich auch haben will ;-) Ist das okay DP?
smaragdgrün
Gesoffen Sista? Nix. Mir war einfach mal nach "bunt".
Du glaubst, ich bin schon wieder auf dem Weg, auf dem ich zu rücksichtsvoll mit meinen Mitmenschen umgehe? Vielleicht liegt das daran, dass ich kürzlich daran erinnert wurde, dass Ärger krank macht. Noch sensibler werde ich wohl nur aus Eigenschutz. Statt mich über irgendjemanden sinnlos aufzuregen, werde ich ihn/sie in Zukunft anlächeln, mich umdrehen, langsam bis zehn zählen, ggf. an mein Lieblingswort "erkenntnisresistent" denken und fertig. Wenn es mich davon abhält, hässliche "Schlechte-Laune-Falten" oder Magengeschwüre zu bekommen, werde ich zur Not auch Entschuldigungsgründe (er-)finden, warum der/die andere gerade nicht anders mit mir umgehen kann und die entsprechende Nervensäge ganz sanft aus meinem Leben weisen. Das habe ich mir zumindest vorgenommen. Mal sehen, wie weit ich mit der Methode komme ;)
schieferblau
6. Dezember 2007
Hilfe, ich bin krank!
Bisher bin ich damit voll auf die Nase geknallt, aber ich bin ja optimistisch oder einfach blöd und jeder neue Claus/Klaus wird strahlend empfangen - noch jedenfalls! ;-)
smaragdgrün
Weder Du noch Klaus und Claus können etwas dafür. Nach meinen Recherchen ist Klaus einer der häufigsten Männernamen in Deutschland. Als beliebter Jungen-/Männer-Name führte er die Vornamenhitlisten zwischen etwa 1930 und 1955 an.
Ich überlege allerdings eben, ob es regionale Unterschiede gibt. Ich kenne nicht einen einzigen Klaus oder Claus ;)
schieferblau
Veto! Denn meine Claus/Klaus-Dingens sind alle nach Jahrgang 1955. Der älteste Mann, den ich je hatte, war Jahrgang 58 und ich denke auch gar nicht daran noch ältere Semester bei mir aufzunehmen. Der 58er ist aber schon ein guter Jahrgang. ;-)))
Ich trete anscheinend alle paar Jahre in ein Nest. Als ich 14 oder 15 war, hatte ich um mich lauter Stefans. Mit 19 gab es eine Jörg-Welle. Außerdem ist Claus/Klaus auch kein Name, den ich toll finde, aber seit 2007 rotten die sich um mich und das auch noch regional unbegrenzt.
Ich hätte ja gerne mal wieder einen David oder zumindest jemanden mit einem schönen Namen. Skandinavisch oder englisch fänd ich ganz toll.
smaragdgrün
PS: Nebenbei habe ich schon von dem Mann aus der Pfalz den besten Wunsch und die beste Empfehlung für einen neuen Mann bekommen: Er wünscht mir jemanden, der mir auf Augenhöhe begegnet! Das wär doch mal was!
Ich muss einfach grinsen ... sorry an alle 1955 oder davor geborene Klaus/Claus und andere. Ehrlich gesagt wären diese Jahrgänge selbst für mich alte Schachtel schon grenzwertig. Nein, ich muss gestehen, ich hatte auch einmal ein Exemplar, das irgendwann in den Spätfünfzigern das Licht der Welt erblickte.
Sista, du weißt sicher besser als ich, dass so Namen auch vom Opa oder Papa an den Sohn vererbt werden ? ;)
Ist eh schnurzpiepegal. Wie du schon bemerkt hast, gibt es manchmal Namens-Nester. Was mich dabei so verwirrt, ist die Frage, ob Namen wirklich Leute machen. Aber vermutlich bilden wir uns das ein, alles Zufall!!?
Könnte sich mir mal ein Klaus oder Claus vorstellen? Ich habe von diesem Namensnest so gar keine auf eigenen Erkenntnissen beruhende Vorstellung. ;)
Nun, Klaus soll ja von Nikolaus abgeleitet sein. Insofern müsste "er" eigentlich ein recht netter Typ sein, oder nicht? Brav und blauäugig, wie ich bin, glaube ich auch noch an den Weihnachtsmann ...
schieferblau
PS: Wünsche, die von Herzen kommen, sollen ja angeblich in Erfüllung gehen.
Nee, kommt nicht so ganz hin, die Papas und Opas und Onkels der Jungs haben alle andere Vornamen, keiner weiß, warum sie einen so doofen Vornamen haben.
Sind wir uns ja einig, dass unter Jahrgang 1960 nix in Haus kommt?
smaragdgrün
PS: Sista hat es heute am Telefon festgestellt: Ich habe keine Klaustrophobie, ich habe eine stinknormale Claus-/Klaus-Phobie. :-)
PPS: Ich sag Bescheid, wenn dieser Wunsch, den dieser Mann garantiert von Herzen meint, in Erfüllung gehen sollte - bis dahin bleib ich zu Hause und mach endlich mal den Glühwein auf. ;-)
Ja, da sind wir uns einig! Vor 1960 geborene Herren müssen auf meine Zickereien verzichten. Sorry Jungs!
schieferblau
1. Dezember 2007
NEIN!
Männer, die verzweifelt auf der Suche nach einer Frau sind, sich dadurch langweilig machen und erniedrigen.
Männer, die um Bestätigung betteln. Männer, deren Libido unerträglich laut schreit und die vor lauter Samenkoller nichts anderes wahrnehmen. Sie erinnern mich an Steinzeitmännchen, die sich auf die Brust schlagen und "Du Frau, ich Mann" brüllen. Aber sie sind eben keine Steinzeitmännchen, lediglich einsame, verzweifelte Neuzeitjungs, die eine Mami und Kümmerin haben möchten. Sie erwarten Lob dafür, dass sie das Klo treffen, morgens aufstehen, das richtige Brot gekauft haben, länger als 5 Minuten Sex haben, im Restaurant nicht gerülpst haben, meine Lieblingsfarbe kennen und weitere Belanglosigkeiten, die für Frauen selbstverständlich sind.
Ich mag keine unfähigen Männer, die unselbstständig sind. Ich mag einfach keine Männer, die zu doof sind, ein Loch in den Schnee zu pissen. Doch, sowas gibt es. Ich hatte mal einen Mann, der anthroposophisch und liberal erzogen wurde. So gut, dass er nicht im Stehen pinkeln konnte, ohne sich vollzupinkeln. Er war auch nicht in der Lage eine Glühbirne zu wechseln, ohne vorher die Sicherung rauszudrehen. Er litt unter Höhenangst und alles über Stuhlhöhe war ein Drama. Als ich ihn entnervt verließ, kam etwas, was ich von Männern kenne: Jämmerliches Weinen. Nein, kein Weinen um mich, sondern weinen, weil sie nun wieder alles allein machen müssen - pures Selbstmitleid.
Ich mag es auch gar nicht, wenn ich gekauft werden soll. Egal, ob mit einer Einladung zum Essen oder sonstigen Geschenken. Entweder freiwillig oder gar nicht und erst recht nicht, wenn ich mir anhören muss, was wie teuer war und besonders nicht, wenn ich mit einem Geschenk ungefragt überrannt werde und dann Dankbarkeit, eine Gegenleistung oder ein Gegengeschenk erwartet wird. Besonders wichtig ist aber, dass Geschenke mir gefallen, zu mir passen und nicht dem Schenkenden. Ich erwarte die Emphatie zu merken, was zu viel und falsch ist und das bitte vorher und nicht nachher wieder jammern. Dann lasst es doch lieber gleich. Ich bin eh nicht käuflich.
He, ich habe einen tollen Job. Ich bin erfolgreich. Und Du? Kannst Du mehr als arbeiten oder überhaupt Deinen Arsch hochkriegen?
Ich mag keine emotionale Erpressung. Menschen, die von mir Aufmerksamkeit und Zuwendung einfordern, nehmen mir die Luft zum Atmen und treiben mich in die Flucht. Druck ist generell der beste Weg mich nicht kennenzulernen! Mich zu belagern schnürrt mir die Kehle ab und vertreibt mich.
Ich mag keine Quasselstrippen. Männer, die mich an Klatschweiber erinnern, nerven mich immens. Sie sabbeln Mist und merken es meist nicht einmal.
He, ich habe ein Leben, ich muss nicht Deins leben oder regeln.
Dann gibt es Männer, die vor lauter Unsicherheit und Bestätigunggeilheit mehrspurig fahren. Sie lieben nur sich selber und selbst das nicht mal wirklich.
Jungs, Ihr nervt!
Feige Männer haben mich noch nie begeistert. Wer keinen Arsch in der Hose hat, wird selbige bei mir nie ausziehen.
Schwermütige und träge Männer mag ich auch nicht, denn ich bin keine Unterhalterin, die ihren Kerl stündlich oder täglich motiviert, animiert und mit Scherzen fröhlich stimmt.
Meine Sensibilität funktioniert nicht einseitig und hat Grenzen!
Alles ganz besonders interessant, weil mich Männer kaum noch interessieren. Seit Ewigkeiten interessiert mich kein Mann so richtig. Ich bin müde, überdrüssig, gelangweilt.
Klar, Sex wäre nett. Eine Beziehung grundsätzlich auch, aber die Heiopeis, die mir seit Monaten über den Weg laufen, animieren mich zu nix. Sie rufen dauernd an, schicken E-Mails, belagern mich, preisen sich an und nerven mich nicht einmal, weil mein Leben ohne sie richtig klasse ist. Sie klauen mir lediglich Zeit. Sie würden mein Leben nicht bereichern, mir nichts geben. Sie würden mich eher bremsen und belasten. Sie drängen sich auf und bedrängen mich dadurch. An unfortunate slight!
Was mag ich?
- Männer, die nicht viel reden, wenn sie nix zu sagen haben.
- Männer, die handeln und das effizient.
- Männer, die sich nicht wie abgestandenes Bier anpreisen.
- Männer, die ein Hirn und funktionierende, primäre Geschlechtsteile haben, die aber nicht der Mittelpunkt ihres Daseins sind.
- Männer, die Humor, aber keinen Egoismus zeigen.
- Männer, die autark sind und nicht grundlos jammern.
- Männer, die einfach interessant und interessiert sind.
- Männer, die unter Sex nicht 5 Minuten reinraus oder mich täglich dreimal kniend vor sich verstehen.
- Männer, die gutes Essen zu schätzen wissen und nicht einen Döner als Hochgenuss empfinden.
- Männer, die einen Bauch und Haare auf selbigen haben.
- Männer, die lesen können und Grieg kennen.
- Männer, die sich auch mal zurückstellen können und für mich da sind.
- Männer, die nicht meinen, ich will es doch auch und ein Nein nicht akzeptieren.
- Männer, die nicht erwarten, dass ich täglich perfekt gestylt willig auf ihr Nahen warte, sondern sich auch mal ein bisschen Mühe geben.
- Männer, die unter Körperhygiene mehr als einmal die Woche duschen und Zähneputzen verstehen.
- Männer, die ihre Unterwäsche selbstständig wechseln und ihre Wäsche nicht von Mami waschen lassen.
- Männer, die nicht dauernd sagen, das habe ich noch nie gemacht oder das kann ich nicht, sondern es einfach mal versuchen.
- Männer, die Frauen nicht unterschätzen, nur weil sie selbst unfähig und neidisch sind.
- Männer, die nicht beleidigt sind, wenn ich etwas besser kann oder weiß als sie.
- Männer, die nicht glauben, dass sie die Technik erfunden haben.
- Männer, die mir Freiheit lassen - räumlich und gedanklich.
- Männer, die kreativ und überraschend sind.
- Männer, die Leidenschaft und Sinnlichkeit kennen und unterscheiden können.
- Männer, die sich nicht von mir finanzieren lassen.
- Männer, die Grenzen akzeptieren.
- Männer, die Kuschelhasen und Sexmonster sind.
- Männer, die eine Mami, Hausfrau, Hure und ein Model erwarten, selbst aber nur das Weichei, den Jammerlappen oder karrieregeilen Egoisten bieten.
smaragdgrün
PS: Ich gehe stark davon aus, dass die Liste erweitert wird. ;-)
So? Na wenn Smaragdgrün davon ausgeht, ...
- Männer, die nicht dumm lügen.
- Männer, die nicht erfragen, was sie nicht wissen wollen.
- Männer, die sich selbst und ihre Macken realistisch sehen und sich dennoch mögen.
- Männer, die Verantwortung für ihr Tun übernehmen und nicht unsinnig über die Konsequenzen jammern.
- Männer, die in einer Beziehung zuhören und Inhalte erfassen können.
- Männer, die eigenständig übliche Haushaltsgeräte zu bedienen wissen.
- Männer, die sich selbstständig um ihren Papierkram / ihre Steuerangelegenheiten kümmern.
- Männer, die einem nicht einreden wollen, dass Frau nicht einparken kann.
- Männer, die über Sex reden können, ohne zu glauben, sie hätten soeben eine verbindliche Bestellung aufgegeben.
- Männer, die als Pannenhelfer anhalten, weil sie ein Starthilfekabel im Auto haben und auch wissen, wo es anzuschließen ist (und nicht um Frau platt anzugraben!)
- Männer, die wissen was ein Kondom ist und welchem Zweck es dient.*
- Männer, die erwachsen genug sind, Entscheidungen ohne Mutti oder deren Zustimmung zu treffen.
...
schieferblau
PS: Fortsetzung möglich, nehme ich an ;)
* Heute ist Welt-Aids-Tag. Und nebenbei bemerkt: es gibt Geschlechtskrankheiten neben Aids! Abgesehen davon ist es schlicht unwahr, dass Verhütung Frauensache ist.
Wie ich es ahnte, habe ich noch ein paar Dinge:
Ich mag es gar nicht Vorschriften zu hören. Die Anweisung, Du rauchst, das geht nicht, geht mir knapp am Arsch vorbei. Dann bleib doch weg! Besonders gut, weil es ja immer heißt, Frauen wollen Männer ändern; meine Erfahrung sieht anders aus.
Entgegen aller Erwartungen, bin ich nur halb so kommunikativ wie man denkt. Ich brauche Zeit und Raum für mich. Männer, die gleich misstrauisch werden, weil ich sie nicht täglich sehen oder hören will, sind so gar nicht meine Welt. Meine Prioritäten setze immer noch ich und nicht Du!
Ich mag Männer, die nicht nur sich und ihren Job, ihre Karriere in den Mittelpunkt stellen und meinen Job verächtlich als Frauenarbeit abtun, während sie selbst lediglich arbeiten können und auch das nicht immer. Ich kann mehrere Dinge gleichzeitig, Du auch?
Männer, die nicht auf eine Einladung von mir warten und nicht der Meinung sind, ich bin Freiwild und zu haben. Ich bin nicht nur komplett, wenn ich einen Mann an meiner Seite habe. Ich definiere mich nicht über eine Beziehung. Ich komme allein super klar und bevor ich mir Ballast ans Bein hänge, bleibe ich gerne Single. Ich suche mir meinen Mann selbst aus!
Konkurrenzdenken wurde von Männern erfunden. Jedenfalls an sich, denn sie schaffen es, aus den meisten Dingen einen Wettbewerb zu machen. Mit Männern laufen gehen, ist furchtbar. Sie müssen das Tempo vorgeben, an der Spitze laufen, können sich nur darauf konzentieren und sehen selten den Spaß an der Sache. Wieso braucht Ihr soooo viel Bestätigung?
smaragdgrün
PS: So nebenbei mal was von Jon Bon Jovi, der kürzlich in einem Interview sagte: Ich habe sehr früh begriffen, dass das weibliche Geschlecht cleverer ist und uns bestimmt. Frauen bestimmen die Welt und mein Leben. Danke, geht doch! ;-)
Update 4.12.2007
Der Kater hat es perfekt erfasst:
Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist.
Simone de Beauvoir
29. November 2007
Geschenke
Meine Ex-Chefin vertrat die Auffassung, man soll nur verschenken, was man selber auch mag, schließlich läuft man immer Gefahr, dass man irgendwann das selbe geschenkt bekommt. Geschenke, die sie furchtbar fand, hat sie auch prompt neu eingewickelt und im nächsten Jahr zurück geschenkt. Manch einer fand das boshaft, ich fand es auf Grund ihrer Sicht der Dinge einfach logisch. Vielleicht bin ich auch böse? Immerhin hat ihre Methode den Vorteil, dass man sich nicht wie blöde über jeden unsäglichen Schund freuen muss, der einem so angetan wird. Zudem wird man die Scheußlichkeiten elegant wieder los und regt hier und da vielleicht den ein oder anderen an, über seine bisher gedankenlose Art des Schenkens zu sinnieren.
Ich kenne zum Beispiel kaum eine Frau, die sich über Geschirrtücher, Töpfe oder sonstige Haushaltsutensilien freut und halte Männer für durchaus fähig, sich Krawatten, Socken und Unterwäsche alleine zu kaufen.
Ganz besonders ätzend finde ich Geschenke, an denen das Preisschild noch runterbammelt. Was soll mir das sagen? "Schau, wie viel du mir wert bist" ???
Da packe ich doch lieber selbstgebackene Kekse aus! Die kosten beinahe nichts und zeigen mir dennoch, dass sich jemand Gedanken und sogar Arbeit gemacht hat.
Das größte Geschenk sind sowieso gute Freunde und die wissen genau, womit sie mir eine Freude machen können!
schieferblau
PS: Zu Weihnachten wünsche ich mir und denen, die ich lieb habe: Gesundheit, gute Freunde und ausreichend Humor, wenn es wieder mal Geschirrtücher oder Socken gibt ;)
24. November 2007
Warum? Warum popeln ....
Na ja, es ist mir schon einige Male aufgefallen, wenn ich an der roten Ampel aus Langeweile zum nebenstehenden PKW sah. Männer popeln.
Nächste Woche werde ich verstärkt beobachten, was Frauen an roten Ampeln tun. Versprochen!
Dennoch wüsste ich gerne, warum Männer popeln! Jungs, macht ihr das unbewusst oder ist es ein uns Frauen unbekanntes Ritual? Wenn ja, wofür???
Also ehrlich gesagt, ich finde es mehr als abschreckend und auch besonders eklig! Da kann der schönste Kerl im Nachbarwagen sitzen und noch so (verschämt) rüberlächeln, ich möchte mit ihm keinen Kaffee trinken: Ich weiß, wo sein Finger gerade war! Ich habe ihn beobachtet und weiß auch, was er mit „der Beute“ tat.
Egal, was er tat: Ihhhhhhhhhhhhgitt!
Könnt ihr euch an Ampeln nicht irgendwo kratzen oder so? Das sehen wir wenigstens nicht ...
Ich frag mich immer: Wo schmiert der Typ die Popel hin, wenn ... EGAL! Ich möchte es gar nicht wissen!
Ich finde das so was von ekelhaft ... ich glaube ich gründe eine ‚Taschentuch-und-schnaub-ihn-raus-Spenden-Dingens“
Ja, Männer sind Schweine und mit welcher Akribie sie in ihrer Nase wühlen können, erstaunt mich auch immer wieder. Hoffen Sie auf Gold? Hirn? Die Lösung schlechthin?
Wenn sie die Dinger nicht futtern oder irgendwo hinschmieren, betrachten sie ihre Ausgrabungen auch gerne mit Besitzerstolz. Fehlt nur noch, dass sie einem die Teile stolz vor die Nase halten und Lob erwarten. Bei Männern überrascht mich nix mehr.
Vor allem ist bewiesen, dass Schnupfen gerne durch in der Nase popeln entsteht. Wahrscheinlich schnarchen deswegen so viele Männer. Sie popeln stetig, haben ständig Schnupfen und schnarchen halb Kanada ab. Nebenbei bemerkt finde ich schnarchende Männer ziemlich furchtbar, besonders, wenn sie es ganz normal finden, dass die Frau neben ihnen genervt und schlaflos in die Kissen schimpft.
Was mache ich an der Ampel? Hm, gestern fuhr ich ziemlich viel und lange Auto. Stehe ich an der Ampel zupfe ich an meinem BH-Träger, weil der perfekt sitzende BH halt noch nicht erfunden wurde. Ich schaue mir die Leute in den anderen Autos an. Ich unterhalte mich mit anwesenden Beifahrern. Ich mache eine CD an. Keine Ahnung, was auch immer ich mache, es ist auf jeden Fall nicht eklig.
smaragdgrün
Nach ausführlichen Studien der Damenwelt im Nachbarauto muss ich feststellen, dass mir keine popelnde Artgenossin an einer roten Ampel begegnet ist. Das öffentliche Popeln scheint also doch eine vorwiegend männliche Marotte zu sein.
Die Mädels zupften hier und da mal an ihrer Frisur, zogen sich gelegentlich die Lippen nach, versorgten sich mit Schokolade, Kaugummi oder Bonbons und ja - tatsächlich - die ein oder andere schnaubte sich die Nase.
Natürlich habe ich auch mich genau beobachtet. Ich habe die unsägliche Angewohnheit neugierig in die umliegenden Autos zu schauen, Radfahrer oder auch Fußgänger zu beobachten. Gelegentlich suche ich auch nach einem anderen Radiosender oder greife zum Kaugummi. Zudem habe ich das dauernde Bedürfnis mir an jeder Ampel die langen Haarsträhnen hinter die Ohren zu schieben. Vielleicht sollte ich mir zum Autofahren einen Zopf machen oder mir endlich einen praktischen Kurzhaarschnitt zulegen? Andererseits birgt das womöglich die Gefahr dann in der Nase zu bohren? Vermutlich nicht.
schieferblau
20. November 2007
The object of desire
Sonntag traf ich einen Schulfreund. Wir kennen uns seit wir beide 13 sind. Damals wollte er mich unbedingt küssen. Ich war unsterblich in seinen besten Freund verliebt. Ein paar Jahre später wollte er meinen Busen und meinen Allerwertesten anfassen. Ich war mit einem seiner Freunde zusammen. Wieder etwas später wollte er Vollzug. Ich war in einer Beziehung. So ging es weiter. Mittlerweile sind es 25 Jahre und er will mich immer noch. Ich will ihn nicht.
Nicht, dass mein Körper so wunderbar ist. Ich habe einen Bauch. Mein Busen kämpft mit der Schwerkraft. Ich habe Beine, auf die jeder Fußballspieler neidisch ist. Mein Kreuz zeugt von Arbeitsfähigkeit. Mein Hintern ist sehr wohlgerundet. Im Endeffekt ist mein Körper gut für vieles geeignet, aber ein Sexobjekt stelle ich mir anders vor. Pamela Anderson in ihren besten Zeiten oder Angelina Jolie, aber ich? Irritiert mich immer wieder.
Es hat alles zwei Seiten. Ich kenne einige Menschen, mit denen Mann/Frau lediglich reden will. Sie sind die Versteher, Ratgeber, Zuhörer - und keiner will sie anfassen.
Ein sehr guter Freund ist so ein Fall. Ich vertraue ihm. Ich liebe ihn. Er ist witzig, klug, eloquent, sieht prima aus und er will Sex mit mir - seit Jahren. Ich will nicht, mir fehlt das gewisse Etwas. Das nur nebenbei, denn er kämpft genau mit der anderen Seite: Niemand will Sex mit ihm. Alle Frauen wollen mit ihm reden, mit ihm einkaufen gehen, sie wollen alles von ihm, nur halt nicht mit ihm intim sein. Dieser Freund hat vorgeschlagen, dass er und ich mal tauschen. Er würde endlich begehrt werden und ich als Mensch respektiert. Aber er ist auch der Meinung, ich soll mich freuen und in die Vollen gehen. Aber Sex ist für mich nicht einfach den Hormonen nachgeben. Ich brauche mehr. Dieses Seelen aneinander reiben. Ich mag keine ONSs. Ich mag keine Affären. Ich mag Sex, der im Laufe des Kennenlernens wächst. Vertrautheit und nicht mal eben drüber hüpfen.
Meine letzte Eroberung war deswegen völlig am Ende. Er begehrt mich, dass es weh tut. Er will mich. Dauernd, immer, stetig, aber er findet Sex schmutzig und ist deswegen völlig in der Klemme. Er wollte seinen Trieb mit mir ausleben, fühlte sich aber danach immer schlecht. Ich sehe viele Verbindungen zwischen ihm und mir, er lediglich die animalische Anziehungskraft, den Rest von mir ignoriert er völlig. Klar, dass ich beleidigt bin, denn ich werde als Sexobjekt gesehen, meine anderen Qualitäten sind egal und ich mag keinen leeren Sex.
Meine geliebte Freundin sagte zwar, dass viele Männer sich vielleicht nicht trauen zuzugeben, dass sie mich auch in anderen Bereichen schätzen und mich wollen. Ich sei halt moppelig, aber schön. Ich sei sehr klug, schlagfertig, unabhängig und dadurch auch ein wenig einschüchternd. Gut, Männer kompensieren viel über Sex. Sex ist für sie wichtig. Sind Männer so einfach? Besagte Freundin hat auch nicht mein Problem. Warum verstehe ich allerdings nicht. Sie ist toll. Sie hat einen viel besseren Körper als ich. Sie ist einfach klasse, aber dennoch bekommt sie keine eindeutigen Angebote.
Andererseits wäre ich wirklich erfreut, wenn ich doch mal einen Mann kennen würde, der mit mir befreundet ist, mich als Person schätzt, mit mir redet, lacht und keinen Sex mit mir möchte. Oder mal andersrum: Ich verliebe mich zur Abwechslung mal in einem Mann, der mir nicht nach 10 Sekunden die Zunge in den Hals steckt und eine Hand wahlweise am Busen oder Po hat, sondern auch mal bemerkt, was ich noch so alles kann und habe.
smaragdgrün
Kurz und knapp: Reduktionen kann ich nur bei Saucen dulden. Menschen müssen sich nicht reduzieren lassen, um lecker oder wert zu sein.
schieferblau
14. November 2007
Das Gefühl
Wann war das letzte Mal, dass ein Mann um mich war und wann hatte ich das letzte Mal DAS Gefühl?
Der letzte zählt nicht wirklich, er ist das Letzte, weil ich vielleicht sowas wie verliebt war, aber eigentlich mehr geweint als gelacht habe. Er war schlicht nie da, er hat mir mehr weh als gut getan. Er hat einfach nie bemerkt, dass es außer ihm noch jemanden gibt und mein Interesse nicht ausschließlich seinem Wohlbefinden gilt. Er war beleidigend und verletzend. Er hat mir nichts gegeben, mich aber ausgesaugt. Immerhin hat er es geschafft sich zu entschuldigen - was mir auch nicht viel hilft, denn außer, dass ich viel über mich gelernt habe, ist der Mann pure Zeitverschwendung.
Den Mann davor kann ich Beziehung nennen. Wir waren verliebt, wir haben uns geliebt und wir haben es auch gelebt. Er hatte nie Zeit, weil er viel gearbeitet, zu viel. Hatte er mal Zeit, haben wir diese genutzt. Wir waren innig, intensiv, verspielt, kommunikativ, liebevoll. Wir waren toll und manchmal vermisse ich ihn heute noch. Seine braunen Kulleraugen, die mich durch jede Menschenmasse gefunden haben. Ich ihn auch, weil ein 2-Meter-Mann einfach schwer zu übersehen ist. Seine Fürsorglichkeit, wenn er wunderbar lecker gekocht hat - und dabei gleich meine Küche verwüstet hat. Sein unbeschränktes Wissen zu jedem Thema. Sein Humor und seine verbale Eloquenz. Seine große Hand, die nachts auf meinem Allerwertesten ruhte und mir tagsüber spontan den Nacken kraulte. Aber ich war ihm nicht wichtig genug. Ich sah ihn manchmal nur 2 Tage im Monat. Irgendwann stellte ich fest, dass ich auf Platz 12 in seinem Leben komme und verließ ihn. Es gab kein Drama, keinen Streit. Es ging so harmonisch auseinander, wie wir uns gefunden haben und, wie wir gelebt haben. Aber es ging nicht mehr, denn als man mir sagte, dass mein Vater sterben würde und ich ihn brauchte, sagte er nur zu mir, ich habe einen Kundentermin, nächste Woche kann ich für 5 Stunden für Dich da sein. Zu wenig für mich ...
Weihnachten merke ich wieder verstärkt, dass ich allein bin. Silvester wird es ganz schlimm. Ich denke darüber nach, was im vergangenen Jahr so alles passiert ist. Ich resümiere - und fühle mich irgendwie wie eine Versagerin, weil ich wieder alleine bin.
Silvesterfeiern machen mir keinen Spaß, weil ich es nicht sehen kann, wie glücklich sich Paare um 24h küssen. Ich bin fast neidisch und irgendwann habe ich Pipi in den Augen - ich bringe ungemein gute Stimmung auf jede Party. Meist finden sich auch 2-3 männliche Singles unter den Gästen, aber nach einem Blick oder spätestens einem kurzen Gespräch mit ihnen, ist mir klar, warum sie allein sind und, dass ich mir den Psychotiker nicht anlachen will.
Und dann allein im kalten Bett suche ich Gründe, warum da niemand neben mir ist. Ich suche sie bei mir, zähle meine Fehler auf - und komme selten auf die Idee, dass es gar nicht an mir liegen muss. Im Endeffekt liegt nur an mir, dass ich zu viel arbeite und zu wenig unter Menschen gehe. Es liegt an mir, dass ich auf miese Kerle stehe; je schlechter sie mich behandeln, je gestörter sie sind, desto besser finde ich sie. Das sind Dinge, die ich ändern kann. Gute Vorsätze fürs neue Jahr: Nicht für das Gefühl verbiegen und kein Opfer sein!
smaragdgrün
PS: Heute habe ich zwei Gefühle erlebt. Ein gutes und ein schlechtes. Ein schlechtes, als mir der Mann aus Jugendzeiten sagte, er sei nicht mehr Single. Na super, der Mann ist mehrspurig gefahren! Und ein gutes, als ein anderer lieber Freund aus Jugendtagen anrief, mich zum Essen und Laufen mit seinem Hund einlud und zu mir nette Dinge wie, ich kann von Dir so viel lernen, Du bist so ein wunderbarer Mensch sagte und mich zum Abschied mein Mädchen nannte.
11. November 2007
Ruhe!!!!!
Um mich herum befinden sich zwei Kirchen: eine protestantisch, eine katholisch. An sich kein Problem, im Gegenteil, der leise, tiefe Ton jede Viertelstunde hat etwas heimeliges. Die Protestanten lassen zur Abendstunde sogar ein leise konzertähnliches Stück laufen, das ich sehr nett finde.
Ganz anders ist es an Sonn- und Feiertagen! Da geht jede halbe Stunde ein Wettbewerb der lautesten Glocken los. Ich habe keine Ahnung, wer von beiden angefangen hat und anfängt, aber es ist furchtbar! Es ist tierisch laut, die Töne klingen schrill und nerven einfach nur.
Heute ist Sonntag und seit ca. 9h, ich kenne mich da ja nicht so aus, wechseln sich beide Kirchen jede halbe Stunde ab. Warum? Hat Gott irgendwann mal gesagt, es ist Sonn- oder Feiertag und wer laut ist, wird gehört und hat Recht?
Moscheen sind auch nicht besser. Ich habe während meiner Studienzeit mal 500m Luftlinie von einer entfernt gewohnt und aus der Ferne klang der Ruf des Imam, oder wer immer dafür zuständig ist, sehr nett. Aber direkt neben einer Moschee möchte ich auch nicht wohnen und wieder die Frage, ob Allah latent taub ist?
Hier wird gerade endlich wieder eine Synagoge fertiggestellt. Ich weiß, dass ich garantiert darauf achten werde, ob der jüdische Gott auch schlecht hört!
smaragdgrün
PS: Während ich die letzten Worte getippt habe, es ist 12h am Mittag, legt die protestantische Kirche wieder los. SIcherlich zieht die katholische innerhalb der nächsten halben Stunde nach - natürlich aus vollen Rohren! Ich ziehe um!!!!
9. November 2007
Heute ist ein Scheißtag!
Gründe:
- Mein Vater starb 2005
- Mein Großvater starb 1983
- 1925 wurde die SS gegründet
- 1938 fanden Progrome gegen Juden statt
smaragdgrün
6. November 2007
Echte Post
Es mag ja rückständig sein im Zeitalter des PC, aber ich liebe „echte“ Post! Leider findet sie kaum noch den Weg in meinen Briefkasten, manches Mal frage ich mich, wozu das Ding überhaupt nötig ist. Rechnungen bekommt man heutzutage ja auch schon per E-Mail und selbst die Steuererklärung nimmt heute den elektronischen Weg.
In der Regel findet sich also Werbung im Briefkasten und wenn man einen entsprechenden Aufkleber hat, nicht einmal mehr diese.
Ich erinnere mich mal an das letzte Jahr. Selbst zu Weihnachten fanden sich nur vorgedruckte Weihnachtsgrüße von Kirchengemeinde und Versicherung in meinem Briefkasten. Wirklich traurig, finde ich.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich früher Urlaubspostkarten bekam, wenn meine Freunde verreist waren. Heute bekomme ich einen Link per E-Mail, unter dem ich mir dann die Urlaubsbilder ansehen kann. Natürlich sehe ich mir den Link dann an, trotzdem schwelge ich gerne in den Erinnerungen an Postkarten aus aller Welt, die den Weg in meinen Briefkasten fanden.
Zugegeben, ich schreibe auch weniger im Laufe der Jahre, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich mir schon wie ein Dinosaurier vorkam, wenn ich hörte: „Du hättest doch auch eine E-Mail schreiben können!“ Mir käme so eine Aussage gar nicht in den Sinn. Dazu freue ich mich viel zu sehr, wenn sich jemand die Zeit nimmt, mir handschriftlich etwas zu schreiben.
schieferblau
PS: Sista, ich danke dir für die echte Post! :)
Ja, Sista, wir sind schon beide sentimental und romantisch. Ich bewahre selbst die Umschläge oft auf.
Echte Post ist wunderschön. Sie zeigt mir, dass sich jemand extra für mich Zeit genommen hat, extra für mich überlegt hat, was mir gefallen könnte, nur für mich, ich bin wichtig und das schätze ich sehr. Es ist egal, ob es eine Postkarte mit wenigen Worten ist, es ist einfach nur schön. Ich schaue auf die Briefmarke, den Stempel, denke daran, dass der Verfasser sie in der Hand hatte ...
Wann habe ich das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief bekommen? Ich glaube, der kam von Dir.
Andererseits gehen E-Mails schneller und ich bekomme sie daher wahrscheinlich öfter. Aber auch hier bin ich sentimenal, ich bewahre sie auf, speichere Unmengen ab. Wahrscheinlich nicht immer gut, denn der Mann, der mich die letzten Monate gequält hat, schrieb mir zwar fast 2.000 Mails, aber will ich die noch einmal lesen? Will ich noch einmal lesen, wie er mich beleidigt, ignoriert und verletzt? Nein, er ist ein blasser Schein in der Ferne, ein alter Mückenstich, dennoch er war da, er war wichtig, also bewahre ich auf. Auch seine echten Briefe und Postkarten.
Bin ich selbst besser? Hm, ich leide unter Zeitmangel. Ich habe einfach zu viel zu tun, um mir die Zeit zu nehmen, einen Brief zu schreiben. Schade eigentlich, aber hin und wieder verschicke ich eine Postkarte, manchmal auch in meinem Wohnort. Letzte Woche hat der Mann, der in meiner Stadt wohnt, sich sehr über meine Postkarte gefreut. :-)
Was zeigt das? Details sind halt doch wichtig.
Klar sind Details wichtig! Und was ist denn schöner, als zu wissen, dass da jemand an dich denkt und sich sogar die Mühe macht, dir mehr als die für eine E-Mail notwendige Zeit zu opfern???
Ich bin Sammler. Auch nach zehn Umzügen und über zwanzig Jahren besitze ich noch den ersten Liebesbrief, den ich erhalten habe. Inhaltlich ringt er mir heute eben noch ein Schmunzeln ab, aber er weckt auch sehr schöne Erinnerungen, die ich nicht missen möchte!
Wahrscheinlich bin ich wirklich hoffnungslos romantisch?
Wie auch immer, ich bin ein Fan von echter Post! Sollte der geneigte Leser auch traurig in seinen verwaisten Briefkasten schauen, möge er sich (hier) melden. Vielleicht sende ich ihr/ihm ja eine Postkarte ...
3. November 2007
Weltmännertag
Die Themen dieses Tages sind auch unheimlich interessant und versetzen mich in Erstaunen. Es gibt drei Bereiche:
- Weltweit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern 7 Jahre unter der von Frauen.
- Die Vernachlässigung von Bildungsproblemen und Zukunftsperspektiven von Jungen in Deutschland.
- Die Wehrpflicht.
Na, ich würde mal sagen, die Emanzipation der Frauen hat nach Jahrzehnten endlich mal Erfolg und gleich machen sich die Jungs Sorgen und rotten sich betroffen. Aber ich gönne ihnen einen eigenen Tag, wobei mir nicht wirklich klar ist, in welchen Bereichen Männer benachteiligt sind und wozu sie einen Weltmännertag brauchen - aber ich lerne gerne dazu.
Fazit: Solange Frauen die Kinder kriegen und generell mehr Arsch in der Hose haben als Männer, brauchen wir einen Weltmännertag ...
PS: Mir war ja schon immer klar, dass Männer das eigentlich schwache Geschlecht sind.
PPS: Hier ein schöner Artikel zum Thema.
Ja, es ist super! Ich brauche nicht mal den Weltfrauentag, der bringt mich auch nicht nach vorne und mal ehrlich: Wer kennt den?
Dein Erstaunen teile ich. Ich frage mich auch, was es da zu jammern gibt. Sie sterben früher? Na schön, das erklärt, warum Kranken- und Lebensversicherungen für sie billiger sind. Vergesst es Jungs, die Autoversicherung bekommen wir billiger, weil wir schlicht besser, zumindest weniger unfallträchtig fahren!
Die Vernachlässigung von Bildungsproblemen? Aha. Kann mich mal jemand aufklären, worum genau es da geht? Bekommt „Mann“ nicht genug Häkel-, Koch- oder Wickelkurse? Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand ist die Meinung, „Mädels“ könnten mit Mathematik und Physik nichts anfangen heute noch sehr verbreitet an deutschen Schulen (offiziell natürlich nicht, niemals!) Über unsägliche Theorien einer Ex-Nachrichtentante mag ich mich erst gar nicht auslassen.
Na ja, vielleicht sollten wir in „Frauenberufen“ eine Männerquote einführen? Ob Männer über solch eine Quote ernsthaft erfreut wären? Wie cool ist das wohl, wenn Mann dann am Stammtisch tönen kann: „Ich habe einen Quotenjob!“ und sich denkt: „Toll, eigentlich wollten sie eine Frau einstellen – ich danke der Quote! Scheiß darauf, ob ich besser qualifiziert bin, wen interessiert schon ein faires Auswahlverfahren!??“
Ob Mann dann auch damit klar käme, denselben Job zu tun und i.d.R. weniger Geld dafür zu ernten?
Hach ja, manchmal wäre es einfach genial, könnte man in die Finger schnippen und mal für eine Woche das Leben tauschen, gell Jungs – da wäre ich so richtig heiß drauf!?
Jungs, ich hoffe, ihr habt den Männertag sinnvoll verbracht und genossen! Wir haben euch ja lieb!
PS: Bei Gelegenheit lese ich auch den schönen Artikel ;)
An sich tun mir die Jungs ja schon fast Leid!
Ich mein, jahrhundertelang waren sie dominant und wussten, wo der Frosch die Locken hat, dann verbrannten wir unsere BHs, entschieden über unseren Bauch, stürmten die Unis, die wir natürlich auch besser abschließen, und schon sind sie verwirrt und jammern.
Männer haben nie gefragt, ob Frauen und Mädchen gleiche Bildungschancen wie sie haben und auch nicht, ob sie weniger Geld verdienen; ganz zu schweigen von der ewigen Diskriminierung als Sexobjekt - warum sollte es andersrum nun anders aussehen? Klar, weil wir klüger sind. :-)
Witzig ist es ja schon, dass sie sich genau den Bereich aussuchen, der Ewigkeiten eine reine Männerdomäne war: Die Wehrpflicht. Nun wollen sie nicht mehr da hin? Ich hätte es gemacht, wenn ich denn gedurft hätte, aber vielleicht auch besser so, wer weiß, was ich da alles angestellt hätte und wo ich heute wäre...;-)
Die Lebenserwartung! Ganz einfach und steht eben auch in diesem Artikel. Frauen gehen einfach schneller zum Arzt, auch zu Vorsorgeuntersuchungen. Sie sind krank, halten die Klappe und wenn es nicht mehr geht, gehen sie zum Arzt, ohne gleich zu sterben. Frauen ernähen sich einfach besser und bewegen ihren Allerwertesten weitaus mehr; klar, oft genug haben sie ja einen Pascha Zuhause, erziehen die Kinder alleine, schmeißen den Haushalt und haben nebenbei noch einen Job, in dem sie ein paar Kröten nach Hause bringen - eben jede Menge Bewegung, die fit hält.
Wenn ich rechnen könnte, würde ich mal ausrechnen, wie lange Frauen nicht aufmucksen durften und seit wann Männer nun nicht mehr wissen, wo rechts und links ist? Selbst Pi mal Daumen komme ich bei Frauen auf Jahrtausende, wenn ich mal die Urgesellschaftsform des Matriachats außer Acht lasse, und bei den Jungs auf knapp 40 Jahre. Da sieht man es mal wieder: Frauen halten einfach mehr aus, wo die Männer nach ein paar Dekaden die Hosen voll und Pipi in den Augen haben, laufen Frauen einfach weiter.
PS: Sollten wir nicht gleich richtig aufräumen und den Jungs das Wahlrecht entziehen? Würde möglicherweise eine Menge Probleme lösen ...
Ja, wir sollten sie bedauern!
Allein, wenn ich den Artikel lese, tun sie mir schon leid. Aus dem Anliegen, sie für ihre Gesundheit und entsprechende Vorsorge zu interessieren, wurde offensichtlich eine Jammerveranstaltung. Vielleicht hätte man diesen Tag nicht einfach Männertag, sondern Männergesundheitstag nennen sollen. Die Jungs brauchen ja immer klare Ansagen und knappe Kommandos. Also Jungs: einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, hopp, hopp!
Irgendwie haben sie das mit der Emanzipation auch nicht richtig verstanden. Oder ich bin zu blöd. Meiner Meinung nach wollten Frauen nur die gleichen Rechte. Was bitte ist an dem Begriff „Gleichberechtigung“ nicht zu verstehen? Niemand hat gesagt, dass die Jungs jetzt Komplexe entwickeln oder zu Weicheiern mutieren müssen. Nur werden sie auch nicht sterben, wenn sie mal den Müll raustragen!
Und mal ehrlich, wenn es gesund und fit hält, sich gleichzeitig um die Kindererziehung, Haushalt und Job zu kümmern: wer verbietet den Kerls denn, sich neben der Arbeit an der Erziehung vom Nachwuchs oder dem Haushalt zu beteiligen???
Nächster Punkt: Die Wehrpflicht. Wer hat denn ewig entschieden, dass die Frauen in der Wehr nichts verloren haben? Männer!
Gut, wenn ich ehrlich bin, hätte ich auch wenig Lust durch den Matsch oder irgendwelches Grünzeug zu kriechen und Schießübungen zu absolvieren. Gäbe es eine Wehrpflicht für Frauen, würde ich mich wohl auch zum Zivildienst melden oder - wie vor Jahren noch üblich - an die Spree flüchten. Trotzdem finde ich es völlig in Ordnung, dass Frauen heute die Möglichkeit haben, sich für eine Laufbahn bei der Bundeswehr zu entscheiden. Allerdings bin ich auch grundsätzlich für die Abschaffung der Wehrpflicht, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.
Zum Thema Bildung kann ich auch nur anmerken, dass die Entscheidung, welchen Bildungsweg man einschlägt, grundsätzlich jedem freisteht. Wenn Frauen heute einen höheren Bildungsabschluss erreichen, liegt das wohl an ihrem persönlichen Einsatz. Auf Deutsch gesagt: offensichtlich sind sie fleißiger! Also Jungs, nicht jammern, Hintern hoch und lernen.
29. Oktober 2007
Erkenntnisse
Viele Männer kommen einfach nie über die rauschhaften ersten sechs Monate einer "Beziehung" hinaus. Sie suchen nach der Traumfrau, einem Märchenwesen, einem Ideal. Und wenn sie doch nur ein menschliches Wesen mit Ecken und Kanten finden, hauen sie schnell wieder enttäuscht ab - auf der Suche nach der Göttin, dem immerwährenden Kick. Und das immer wieder und wieder, und eines Tages sind sie 45 und am Arsch, weil sie ja nicht sehen, dass es an ihnen liegen könnte, sondern nur an den Frauen. Das nenne ich dann Selbstfixiertheit: Man bleibt in seiner eigenen Welt und braucht da nicht rauszukommen. Ist wunderbar einfach und wird gerne als Midlife-Crisis verpackt.
Ist es das, was Erwachsenwerden bedeutet? Verantwortung für sich, sein Leben, Handeln und das Gegenüber zu übernehmen? Ja. Desillusionierung. Sich ändern, das Denken verändern und eben nicht nur an den eigenen Arsch denken.
Ich bin auf dem Weg mich nicht mehr zurückzustellen, nicht mehr zu "erniedrigen", nicht mehr auf interessante, aber egoistische, anstrengende und höchst komplizierte und gestörte Charaktere einzulassen. Böse Jungs sind vielleicht aufregend, aber nur auf den ersten Blick, auf den zweiten sind sie lachhaft und leere Luft.
smaragdgrün
PS: Ich behaupte nicht, dass Frauen besser sind. Im Gegenteil, da gibt es auch sehr viele solcher Exemplare ...
27. Oktober 2007
Selbstgerechtigkeit oder schlechte Manieren?
Hallo!?? Ich tobe doch auch nicht durch ihre Wohnung und krame in ihren Schränken!
Die Krone der Selbstgerechtigkeit ist ja wohl, dass entsprechende Bekannte nach meiner Unmutsäußerung auch noch die 'beleidigte Leberwurst' spielt.
Jaaa!
Letztens über meinen Bruder geärgert; steigt in mein Auto und durchwühlt ungefragt das Handschuhfach, spielt am Navi rum, weil er ja immer diese und jene Einstellung hat. Hallo? Ich fahre das Auto, muss mir passen!!
Genauso hat er die Angewohnheit die Post meiner Mutter ungefragt zu lesen. Hallo? Wenn ich oder Mutter sagen, nein, lass die Finger davon, sollte das reichen!
Und wenn man was sagt, ist der Kleine, der 44 wird, auch noch beleidigt, weint oder brüllt rum. Sehr erwachsen!
Oder die Mutter eines Ex, die in die Wohnung von ihrem Sohn und mir kommt und unsere Kleiderschränke öffnet. Ich stand total erstaunt daneben und schaffte es zumindest zu fragen, was machst Du da? Sie ungerührt, sie müsse doch mal schauen, was wir so alles haben und was wir noch brauchen. Ich dachte, ich falle um!
26. Oktober 2007
Ein Tag später
Sista rief an und dachte, der launische Komiker, der mich monatelang mehr genervt als amüsiert hat und nun wieder in deutschen Landen weilt, hätte sich endlich mal entschuldigt. Nein! Der sieht nur seinen Arsch und kommt gar nicht auf die Idee, dass sein Verhalten egoistisch, egozentrisch, zickig, höchst kompliziert und nur anstrengend ist - sind immer die anderen, die spinnen. Ja nee is klar!
Es war der stille Favorit, der in der Öffentlichkeit kaum auffällt und hier und da dezent einen furztrockenen, sarkastischen Einwurf macht, dass ich mich vor Lachen kaum noch halten kann. Der Mann, den ich seit Ewigkeiten kenne. Der Mann, der mich dazu bringt eine Schleimspur zu ziehen, der mich animiert und das durch Worte. Der Mann, der stolz seinen Waschbärbauch trägt und es nicht nötig hat zu schummeln. Der Mann, der mich immer wieder positiv überrascht, weil er nicht hochkompliziert ist, nicht nervt, nicht eitel, nicht arrogant, kein Chauvi, nicht blöd, nicht langweilig, nicht faul und arbeitsscheu und überhaupt überraschend angenehm ist. Vielleicht ist er ein Geschenk, für das ich immer zu ungeduldig war, weil sich seine Qualitäten erst nach und nach zeigen?
Außerdem: Super Ausstattung und keine kleinen Eier. :-)
smaragdgrün
25. Oktober 2007
Es gibt Hoffnung!
Mann hat Mist gebaut. Ich habe ihn in meiner charmanten, direkten Art angekackt und dachte, das Sensibelchen ist nun beleidigt oder sonst was, aber neee, es gibt doch noch Hoffnung, denn was macht der Mann? Er entschuldigt sich nicht nur, nöö, er erklärt sich auch noch. Und was der sagt hat immer Hand und Fuß. Ich ahnte ja bereits, dass er Potential hat, aber sowas ist mir in meinem Leben noch nicht wirklich passiert. An sich hätte er den Kontakt auch ohne Probleme mit der Aussage: Boah, wat is dat Weib anstrengend! beenden können, aber nee, er geht da durch wie ein Kerl. Der hat Chuzpe! Ein Mann hat sich bei mir ohne Druck und Konsequenzen entschuldigt. Gibt mir mal einer nen Schnaps? Der Schock haut rein! Leck mich am Arsch!
smaragdgrün
22. Oktober 2007
Teil 2 - Nervensägen aus ‚Familie Schlau’ oder ‚Familie Wichtig’
Wenn Frau Schlau dich zum Beispiel fragt, welche Software du ihr für ihre Bedürfnisse empfehlen würdest, brauchst du dich erst gar nicht mit irgendwelchen Programm-Beschreibungen herumzuärgern, um eine gewissenhafte Empfehlung auszusprechen. Sei dir sicher, dass Frau Schlau ein anderes Programm kauft. Natürlich funktioniert das dann alles nicht und sie wird dich wieder nach Lösungen fragen, es sowieso anders machen und dir hinterher noch erzählen, dass du ja keine Ahnung hast. Frau Schlau weiß grundsätzlich alles besser, nervt dich aber dennoch dauernd mit ihren Fragen.
Frau Schlau begegnet dir aber auch im Supermarkt oder in der Apotheke. Mit kritischem Blick auf das von dir gewählte Produkt wird sie dir unaufgefordert und voller Überzeugung mitteilen, dass du eine schlechte Wahl getroffen hast und dir sofort erläutern, warum das so ist. Glaub ihr kein Wort, denn sie weiß nicht, wovon sie redet!
Teil 1 - Nervensägen aus ‚Familie Schlau’ oder ‚Familie Wichtig’
Flughafen XYZ, die Maschine verspätet, ich müde und leicht genervt und obenauf serviert man mir Frau Wichtig. Super! Madame hatte einen Rucksack, einen Trolly, ein Laptop in der üblichen Umhängetasche und zwei ‚Tütchen’ plus Handtasche. Natürlich alles Handgepäck! Ja, ja.
Merkwürdig, das Flughafenpersonal sah das irgendwie anders. Es wurde diskutiert.
Mir persönlich ist es ja wurschtegal, mit welchem Gedöns Frau Wichtig sich ggf. durch den engen Gang im Flugzeug schleppt. Aber, es gibt eben Vorschriften und Regeln. Wenn mir auch nicht alle Regelwerke sinnvoll erscheinen, z.B. die Rechtschreibreform, so kann ich mit den meisten doch wunderbar leben. Frau Wichtig kann das nicht. Madame bekam einen infantilen Wutanfall, stampfte derart mit den Beinchen auf, dass so manch ein dreijähriger Pimpf vor Neid erblasst wäre, und pöbelte lautstark über den Flughafen. 'Überall käme sie mit genau diesem Handgepäck durch ... blablabla und blubber.'
Stau, nichts ging mehr. Jetzt musste erst zusätzliches Personal anrollen. Während man Frau Wichtig freundlich anbot, doch einfach nicht zu fliegen oder ihren Trolly als Gepäck aufzugeben, durften die restlichen Fluggäste, ebenso kopfschüttelnd wie ich, endlich in das Flugzeug einsteigen. Madame hatte sich derweil wohl auch entschlossen fliegen zu wollen, stampfte immer noch motzend, ohne ihren Trolly durch den Gang und saß natürlich exakt hinter mir! Welch Freude. Zu allem Überfluss fand sich dann auch gleich auf ihrem Nachbarsitz ein Verbündeter für sie: Herr Schlau
Herr Schlau, der vermutlich höchstens einmal im Jahr ein Flugzeug von innen sieht, sah sich veranlasst, der immer noch pöbelnden Frau Wichtig mitzuteilen, dass ER, der Held der Koffer, aus den USA ohne jegliches Theater schon mit 180 kg Gepäck geflogen sei. (Zur Erinnerung: Es ging eigentlich um das Handgepäck!)
O.K., an dieser Stelle verließ mich dann meine gute Kinderstube. Ich habe mich aus meinem Gangplatz geschält, mich umgedreht und Herrn Schlau boshaft laut gefragt, ob er denn seine 180 kg HANDgepäck auch ganz alleine in den Flieger getragen hat. Stille! Na ja, bis auf die ältere Dame, die es neben mir vor Lachen beinahe aus dem Sitz gehauen hätte, war es schlagartig recht ruhig um mich herum. Und weil ich eben so schön in Schwung war, habe ich Frau Wichtig, die mir irgendwie den Eindruck vermittelte, etwas sagen zu wollen, gleich mit meinem schönsten Lächeln bedacht und ihr mitgeteilt, dass es entzückend von ihr wäre, wenn sie jetzt einfach mal tief Luft holt und selbige solange wie möglich in der Lunge behält.
Man soll es nicht für möglich halten, weder Herr Schlau noch Frau Wichtig hatten den Rest des Fluges noch irgendetwas mitzuteilen.
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‚Herr Schlau’ steht für alle, die eigentlich von NICHTS eine Ahnung haben, aber überall und zu jedem Thema ihre unqualifizierten Bemerkungen loswerden müssen, natürlich ggf. verziert mit entsprechenden Übertreibungen.
‚Frau Wichtig’ belegt mehr so die Abteilung „übersteigerte Geltungssucht“.
Selbstverständlich gibt es auch ‚Frau Schlau’ und ‚Herrn Wichtig’.
Herrn Wichtig begegnet man häufig an der Frischetheke für Käse, Fleisch oder Wurst im Supermarkt. Herr Wichtig ist der, der natürlich vor mir ansteht und mit dem neuesten Mobiltelefon ganz wichtig zu hause oder wo auch immer anruft, um wen auch immer zu fragen, ob er 100 g Leberwurst mitbringen soll. In Extremfällen zählt er das restliche Sortiment in der Auslage auf, nennt alle Preise dazu, hat fünfzehn Minuten meiner wertvollen Zeit gestohlen und kauft dann doch sicherheitshalber gar nichts oder irgendein abgepacktes Zeug.
Herr Wichtig fährt auch Bahn. Natürlich nicht ohne sein Mobiltelefon. Das braucht Herr Wichtig um Frau Wichtig Bescheid zu geben, dass er noch in der Bahn, aber in geschätzten fünf Minuten zu hause ist.
- Fortsetzung folgt! -
17. Oktober 2007
Träume sind Schäume?
Es gibt einen Mann, den ich seit 20 Jahren kenne, wobei kennen heißt, wir waren auf einer Schule in einem Jahrgang, waren auf Partys, haben uns viel unterhalten. Ich hatte was mit seinem Freund, er mit meiner Freundin. Postpubertärer Kram. Dann verloren wir aus den Augen, lebten in unterschiedlichen Städten. Im Endeffekt habe ich ihn seit ca. 15 Jahren nicht gesehen. Er fand mich auf einer dieser "Wo sind meine Schulfreunde"-Seiten, dachte 2 Wochen nach und schrieb mir eine Mail. Seitdem haben wir wieder Kontakt und haben wieder viel Freude miteinander. Ich finde seinen Humor und Intellekt total klasse und er sieht auch lecker aus. Außerdem knistert die Luft, es riecht nach Sex. Er ist vorsichtig und scheu, was ja auch völlig okay ist, da wir beide keine ONSs haben und genusssüchtig sind.
Jedenfalls träume ich seit ein paar Tagen regelmäßig von ihm. In den Träumen taucht regelmäßig irgendein Mensch auf, den er und ich gut kennen. Ein Nachbar, ein Freund, die Mutter einer Freundin, seine Ex, mein Ex und die sagen dann ihm und vor allem mir, ich soll es mal angehen, wir würden so gut zusammen passen. Er wäre sensibel, klug und würde nur auf ein Zeichen von mir warten. Im Traum gehe ich es auch an und er hat wirklich nur darauf gewartet. Im realen Leben bin ich vorsichtig, lasse ihm viel Raum und Zeit.
Ja, ich weiß, klingt nach 16 1/2, aber genau DAS ist der Spaß daran. Wir kennen uns sehr gut, die Luft brennt immer noch und wir verstehen uns einfach blendend. Sieht er übrigens auch so.
Aber was nun? Losstürmen und die perfekte Welt aufs Spiel setzen für Sex und eine vielleicht wunderbare Beziehung? Oder genau damit auf die Nase fallen?
smaragdgrün
PS: Ja, ich weiß, Geduld wäre die Lösung. :-)
14. Oktober 2007
Gute Männer - schlechte Männer
Ich bin es einfach nicht gewohnt, dass Mann für mich da ist, mir hilft, mir etwas gibt, ohne dafür etwas zu fordern. Ich tue mich schwer sie anzunehmen. Komplimente und Geschenke annehmen ist sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich.
Irgendein dummer Mechanismus, eine Prägung, was auch immer, ist bei mir eingebaut und vermittelt mir: Du bist nicht liebenswert, wenn Du nichts dafür tust. Wenn Du keine Kompromisse auf Deine Kosten eingehst, taugst Du nichts. Streng Dich an, arbeite, erniedrige Dich, erdulde und Du wirst geliebt, aber einfach so? Nein!
Aber ich arbeite dran. Ein Mann muss mich nicht schlecht behandeln, damit ich merke, dass er mich wahrnimmt. Es geht durchaus anders und es ist weder langweilig, noch uninteressant.
Es ist eine Frage von Selbstrespekt, Selbstwert, Selbstliebe. Es hat mit mir zu tun. Über einen schlechten Mann hole ich mir lediglich die Bestätigung für meine persönliche Geringschätzung ins Haus. Ein guter Mann zeigt mir das Gegenteil: Ich bin gut, liebenswert, schön, sexy, begehrenswert, witzig, klug.
smaragdgrün
PS: Ich kenne auf jeden Fall zwei gute Männer, die nicht egozentrisch sind und dabei nicht langweilig sind. Ich fühle mich bei ihnen auch nicht unweiblich, dumm, wertlos oder uninteressant. Geht doch!
13. Oktober 2007
Egoismus und Männer
Die guten Männer sind nämlich langweilig. Sie respektieren mich. Sie interessieren sich für mich. Sie wollen wissen, wie es mir geht und gehen auf mich ein. Macht mich ja gar nicht an, also muss ich da durch und darf mich an sich nicht beschweren, liegt ja an mir. Aber dafür gibt es dieses Blog. :-)
Nebenbei: Es gibt fast immer einen Grund, warum Mann nicht vergeben ist. Sollte ich diesen nicht sofort erkennen, so bemerke ich ihn meist schmerzhaft oder lachend nach ein paar Wochen oder Monaten - je nachdem, wie oft ich Mann erlebe bzw. wie blöd ich bin.
Was ein guter Grund ist? Kommunikationsunfähigkeit. Ein Mann, der gar nicht redet oder mit seinen Worten gleich Grund zwei liefert, sollte schweigend da bleiben, wo er gerade ist. Ich verlange nicht viel, aber mehr als genuschelte, undefinierbare Laute wäre schon nett. Manche können sogar sprechen, aber häufig dann nur über sich und ihre Belange. Der zweite Grund, warum sie keiner haben will.
Meine letzte Eroberung brachte ein paar neue Gründe mit, warum ich und viele andere Frauen ihn nicht haben wollen: Er ist dumm und denkfaul, jedenfalls, wenn es sich nicht um ihn dreht und er hat eine Ex, mit der eine Illusion lebt, wobei ich ja nur seine Variante kenne: Sie lieben sich, sehen sich aber nie, reden nie miteinander und Sex gehört auch nicht dazu, denn beide haben ihr eigenes Sexleben. Irgendwie fand ich die Idee, das Objekt für seine körperlichen Belange zu sein, nicht wirklich erstrebenswert. Dazu kam, dass er die letzten Monate im außereuropäischen Ausland weilte und ich mich schwer damit tue Beziehungen (oder was immer er und ich veranstaltet haben) im luftleeren Raum am Leben zu erhalten. Ergo lief fast alles schriftlich per E-Mail ab.
Er ist ein Paradebeispiel. Ich könnte mich Wochen über ihn auslassen - wenn er nicht an sich so belanglos wäre. Zumindest weine ich nicht mehr um/wegen ihm und rege mich auch nicht mehr über ihn auf - eindeutig eine Verbesserung! Seine letzte Mail kommentierte ich, stark ein Kichern unterdrückend, mit den Worten: Wenn es nicht so albern wäre, würde ich mich aufregen. Kam bei ihm gar nicht gut an, was mich wenigstens nicht mehr interessiert. Seine Antwort kennt meine blaue Schwester, die einige Geschichten über ihn kennt und ihre Reaktion war wunderschön und bestand nur aus einem Wort: Räppelchen?
Heute kam dann mal wieder eine E-Mail von ihm. Meine davor war sehr belanglos und sehr kurz - und sie hatte nicht ein Wort über ihn in sich. Das war das Vergehen, das Monsieur ja gar nicht mag. Kritik oder Nichtbeachtung kann er gar nicht haben und reagiert prompt aggressiv oder beleidigt. Im ersten Fall motzt er dann beleidigend rum. Im zweiten schweigt er sich beleidigt aus. Und ja, falls sich jemand fragt, wie alt er ist, er ist 37, auch wenn man es kaum glauben mag.
Jedenfalls schrieb er mir heute, dass er Egoisten gar nicht mag und weil ich ihn nicht wichtig nehmen würde, jedenfalls nicht so wichtig, wie es ihm als gebührend erscheint, bin ich eine Egoistin. Nun hat er es mir aber gegeben, ich böses Mädchen. Die männliche Eitelkeit ist mal wieder gekränkt. Zuerst lachte ich laut los und dachte, fies wie ich sein kann, hmm, er ist zwar weit weg, aber im Messi online, da fragst Du nach. Ich habe ihn lediglich gefragt, wie er denn mit seinem Spiegelbild umgeht? Weil er der Meister des Egoismus, der Egozentrik und des Hedonismus sei. Er hat meine Frage mal wieder nicht verstanden, weil er ja nicht so wirklich klug ist bzw. nicht denken mag, weil ist ja anstrengend. Mal schauen, was kommt. Ich grinse schon in mich, weil ich genau weiß, dass er nun ein paar Tage nachdenken und schmollen muss, bevor ihm eine Reaktion einfällt. Diese wird dann so belanglos sein, dass ich sie mit einem Hauch umpusten kann, was ihn nur noch wütender oder beleidigter machen wird. Denn, das Schlimmste ist schließlich, dass ich immer Recht habe, er aber lieber seine Illusion von sich lebt, denn die Wahrheit tut oft weh und wer mag schon Schmerz?
smaragdgrün
PS: Sicher können Männer ganz nützlich sein, leider fällt mir spontan nur kein Grund ein.
PPS: Erwähnte ich eigentlich, dass besagter Mann es die ersten drei Monate nicht schaffte meinen Vornamen korrekt zu schreiben und dieser wirklich ein einfacher, deutscher Vorname ist?
PPPS: Ist es eigentlich schlimm, wenn man über den Mann, den man vor 9 Monaten soooo besonders fand, nur noch lachen kann?