29. Oktober 2007

Erkenntnisse

Gut, es liegt auch an meinem schlechten Händchen für Männer, aber ich habe rausgefunden, was mit den Jungs, für die ich mich im Normalfall begeistern kann, nicht stimmt. Man muss nur einfach mal nachdenken.

Viele Männer kommen einfach nie über die rauschhaften ersten sechs Monate einer "Beziehung" hinaus. Sie suchen nach der Traumfrau, einem Märchenwesen, einem Ideal. Und wenn sie doch nur ein menschliches Wesen mit Ecken und Kanten finden, hauen sie schnell wieder enttäuscht ab - auf der Suche nach der Göttin, dem immerwährenden Kick. Und das immer wieder und wieder, und eines Tages sind sie 45 und am Arsch, weil sie ja nicht sehen, dass es an ihnen liegen könnte, sondern nur an den Frauen.
Das nenne ich dann Selbstfixiertheit: Man bleibt in seiner eigenen Welt und braucht da nicht rauszukommen. Ist wunderbar einfach und wird gerne als Midlife-Crisis verpackt.

Ist es das, was Erwachsenwerden bedeutet? Verantwortung für sich, sein Leben, Handeln und das Gegenüber zu übernehmen? Ja. Desillusionierung. Sich ändern, das Denken verändern und eben nicht nur an den eigenen Arsch denken.

Ich bin auf dem Weg mich nicht mehr zurückzustellen, nicht mehr zu "erniedrigen", nicht mehr auf interessante, aber egoistische, anstrengende und höchst komplizierte und gestörte Charaktere einzulassen. Böse Jungs sind vielleicht aufregend, aber nur auf den ersten Blick, auf den zweiten sind sie lachhaft und leere Luft.

smaragdgrün

PS: Ich behaupte nicht, dass Frauen besser sind. Im Gegenteil, da gibt es auch sehr viele solcher Exemplare ...

27. Oktober 2007

Selbstgerechtigkeit oder schlechte Manieren?

Ich halte mich für wirklich gastfreundlich. Bei mir muss niemand unter Durst leiden und auch nicht Hungern. Bis auf Männer teile ich so ziemlich alles, aber ich kann es nicht ausstehen, wenn jemand seine Nase ungefragt in meine Schränke steckt. Sei es auch nur mein Badezimmerschränkchen, in dem völlig unspektakulär ein paar Kosmetikartikel aufbewahrt werden. Ist es denn wirklich zuviel verlangt, wenn ich von meinen Freunden oder Bekannten erwarte, dass geschlossene Türen auch geschlossen bleiben? Ist es wirklich ungewöhnlich, wenn ich es abartig finde, dass mein Badezimmerschränkchen geöffnet wird und die entsprechende Bekannte dann in einer Wolke meines Lieblingsduftes aus meinem Bad kommt?

Hallo!?? Ich tobe doch auch nicht durch ihre Wohnung und krame in ihren Schränken!

Die Krone der Selbstgerechtigkeit ist ja wohl, dass entsprechende Bekannte nach meiner Unmutsäußerung auch noch die 'beleidigte Leberwurst' spielt.


Jaaa!
Letztens über meinen Bruder geärgert; steigt in mein Auto und durchwühlt ungefragt das Handschuhfach, spielt am Navi rum, weil er ja immer diese und jene Einstellung hat. Hallo? Ich fahre das Auto, muss mir passen!!
Genauso hat er die Angewohnheit die Post meiner Mutter ungefragt zu lesen. Hallo? Wenn ich oder Mutter sagen, nein, lass die Finger davon, sollte das reichen!
Und wenn man was sagt, ist der Kleine, der 44 wird, auch noch beleidigt, weint oder brüllt rum. Sehr erwachsen!


Oder die Mutter eines Ex, die in die Wohnung von ihrem Sohn und mir kommt und unsere Kleiderschränke öffnet. Ich stand total erstaunt daneben und schaffte es zumindest zu fragen, was machst Du da? Sie ungerührt, sie müsse doch mal schauen, was wir so alles haben und was wir noch brauchen. Ich dachte, ich falle um!

26. Oktober 2007

Ein Tag später

So, ich habe mich beruhigt und es akzeptiert, dass auch Mann mal denken und handeln kann. Und dazu kein Feigling sein muss. Aber ein Killepitsch war dazu schon nötig.

Sista rief an und dachte, der launische Komiker, der mich monatelang mehr genervt als amüsiert hat und nun wieder in deutschen Landen weilt, hätte sich endlich mal entschuldigt. Nein! Der sieht nur seinen Arsch und kommt gar nicht auf die Idee, dass sein Verhalten egoistisch, egozentrisch, zickig, höchst kompliziert und nur anstrengend ist - sind immer die anderen, die spinnen. Ja nee is klar!

Es war der stille Favorit, der in der Öffentlichkeit kaum auffällt und hier und da dezent einen furztrockenen, sarkastischen Einwurf macht, dass ich mich vor Lachen kaum noch halten kann. Der Mann, den ich seit Ewigkeiten kenne. Der Mann, der mich dazu bringt eine Schleimspur zu ziehen, der mich animiert und das durch Worte. Der Mann, der stolz seinen Waschbärbauch trägt und es nicht nötig hat zu schummeln. Der Mann, der mich immer wieder positiv überrascht, weil er nicht hochkompliziert ist, nicht nervt, nicht eitel, nicht arrogant, kein Chauvi, nicht blöd, nicht langweilig, nicht faul und arbeitsscheu und überhaupt überraschend angenehm ist. Vielleicht ist er ein Geschenk, für das ich immer zu ungeduldig war, weil sich seine Qualitäten erst nach und nach zeigen?

Außerdem: Super Ausstattung und keine kleinen Eier. :-)

smaragdgrün

25. Oktober 2007

Es gibt Hoffnung!

Wow! Ich bin begeistert! Ich kann es kaum glauben.

Mann hat Mist gebaut. Ich habe ihn in meiner charmanten, direkten Art angekackt und dachte, das Sensibelchen ist nun beleidigt oder sonst was, aber neee, es gibt doch noch Hoffnung, denn was macht der Mann? Er entschuldigt sich nicht nur, nöö, er erklärt sich auch noch. Und was der sagt hat immer Hand und Fuß. Ich ahnte ja bereits, dass er Potential hat, aber sowas ist mir in meinem Leben noch nicht wirklich passiert. An sich hätte er den Kontakt auch ohne Probleme mit der Aussage: Boah, wat is dat Weib anstrengend! beenden können, aber nee, er geht da durch wie ein Kerl. Der hat Chuzpe! Ein Mann hat sich bei mir ohne Druck und Konsequenzen entschuldigt. Gibt mir mal einer nen Schnaps? Der Schock haut rein! Leck mich am Arsch!

smaragdgrün

22. Oktober 2007

Teil 2 - Nervensägen aus ‚Familie Schlau’ oder ‚Familie Wichtig’

Frau Schlau neigt dazu, dich um Rat zu fragen, um dir gleich nach deiner Antwort mitzuteilen, welche Lösung sie besser fände. Dabei belastet sie sich nicht damit, dass sie noch weniger Ahnung hat als du und dich schließlich genau deswegen gefragt hatte.

Wenn Frau Schlau dich zum Beispiel fragt, welche Software du ihr für ihre Bedürfnisse empfehlen würdest, brauchst du dich erst gar nicht mit irgendwelchen Programm-Beschreibungen herumzuärgern, um eine gewissenhafte Empfehlung auszusprechen. Sei dir sicher, dass Frau Schlau ein anderes Programm kauft. Natürlich funktioniert das dann alles nicht und sie wird dich wieder nach Lösungen fragen, es sowieso anders machen und dir hinterher noch erzählen, dass du ja keine Ahnung hast. Frau Schlau weiß grundsätzlich alles besser, nervt dich aber dennoch dauernd mit ihren Fragen.

Frau Schlau begegnet dir aber auch im Supermarkt oder in der Apotheke. Mit kritischem Blick auf das von dir gewählte Produkt wird sie dir unaufgefordert und voller Überzeugung mitteilen, dass du eine schlechte Wahl getroffen hast und dir sofort erläutern, warum das so ist. Glaub ihr kein Wort, denn sie weiß nicht, wovon sie redet!

Teil 1 - Nervensägen aus ‚Familie Schlau’ oder ‚Familie Wichtig’

Gestern hatte ich mal wieder so eine Nervensäge live.

Flughafen XYZ, die Maschine verspätet, ich müde und leicht genervt und obenauf serviert man mir Frau Wichtig. Super! Madame hatte einen Rucksack, einen Trolly, ein Laptop in der üblichen Umhängetasche und zwei ‚Tütchen’ plus Handtasche. Natürlich alles Handgepäck! Ja, ja.

Merkwürdig, das Flughafenpersonal sah das irgendwie anders. Es wurde diskutiert.

Mir persönlich ist es ja wurschtegal, mit welchem Gedöns Frau Wichtig sich ggf. durch den engen Gang im Flugzeug schleppt. Aber, es gibt eben Vorschriften und Regeln. Wenn mir auch nicht alle Regelwerke sinnvoll erscheinen, z.B. die Rechtschreibreform, so kann ich mit den meisten doch wunderbar leben. Frau Wichtig kann das nicht. Madame bekam einen infantilen Wutanfall, stampfte derart mit den Beinchen auf, dass so manch ein dreijähriger Pimpf vor Neid erblasst wäre, und pöbelte lautstark über den Flughafen. 'Überall käme sie mit genau diesem Handgepäck durch ... blablabla und blubber.'

Stau, nichts ging mehr. Jetzt musste erst zusätzliches Personal anrollen. Während man Frau Wichtig freundlich anbot, doch einfach nicht zu fliegen oder ihren Trolly als Gepäck aufzugeben, durften die restlichen Fluggäste, ebenso kopfschüttelnd wie ich, endlich in das Flugzeug einsteigen. Madame hatte sich derweil wohl auch entschlossen fliegen zu wollen, stampfte immer noch motzend, ohne ihren Trolly durch den Gang und saß natürlich exakt hinter mir! Welch Freude. Zu allem Überfluss fand sich dann auch gleich auf ihrem Nachbarsitz ein Verbündeter für sie: Herr Schlau

Herr Schlau, der vermutlich höchstens einmal im Jahr ein Flugzeug von innen sieht, sah sich veranlasst, der immer noch pöbelnden Frau Wichtig mitzuteilen, dass ER, der Held der Koffer, aus den USA ohne jegliches Theater schon mit 180 kg Gepäck geflogen sei. (Zur Erinnerung: Es ging eigentlich um das Handgepäck!)

O.K., an dieser Stelle verließ mich dann meine gute Kinderstube. Ich habe mich aus meinem Gangplatz geschält, mich umgedreht und Herrn Schlau boshaft laut gefragt, ob er denn seine 180 kg HANDgepäck auch ganz alleine in den Flieger getragen hat. Stille! Na ja, bis auf die ältere Dame, die es neben mir vor Lachen beinahe aus dem Sitz gehauen hätte, war es schlagartig recht ruhig um mich herum. Und weil ich eben so schön in Schwung war, habe ich Frau Wichtig, die mir irgendwie den Eindruck vermittelte, etwas sagen zu wollen, gleich mit meinem schönsten Lächeln bedacht und ihr mitgeteilt, dass es entzückend von ihr wäre, wenn sie jetzt einfach mal tief Luft holt und selbige solange wie möglich in der Lunge behält.

Man soll es nicht für möglich halten, weder Herr Schlau noch Frau Wichtig hatten den Rest des Fluges noch irgendetwas mitzuteilen.

-------------------------------------------------------------------------

‚Herr Schlau’ steht für alle, die eigentlich von NICHTS eine Ahnung haben, aber überall und zu jedem Thema ihre unqualifizierten Bemerkungen loswerden müssen, natürlich ggf. verziert mit entsprechenden Übertreibungen.
‚Frau Wichtig’ belegt mehr so die Abteilung „übersteigerte Geltungssucht“.

Selbstverständlich gibt es auch ‚Frau Schlau’ und ‚Herrn Wichtig’.

Herrn Wichtig begegnet man häufig an der Frischetheke für Käse, Fleisch oder Wurst im Supermarkt. Herr Wichtig ist der, der natürlich vor mir ansteht und mit dem neuesten Mobiltelefon ganz wichtig zu hause oder wo auch immer anruft, um wen auch immer zu fragen, ob er 100 g Leberwurst mitbringen soll. In Extremfällen zählt er das restliche Sortiment in der Auslage auf, nennt alle Preise dazu, hat fünfzehn Minuten meiner wertvollen Zeit gestohlen und kauft dann doch sicherheitshalber gar nichts oder irgendein abgepacktes Zeug.

Herr Wichtig fährt auch Bahn. Natürlich nicht ohne sein Mobiltelefon. Das braucht Herr Wichtig um Frau Wichtig Bescheid zu geben, dass er noch in der Bahn, aber in geschätzten fünf Minuten zu hause ist.

- Fortsetzung folgt! -

17. Oktober 2007

Träume sind Schäume?

Ich hatte einen Traum. Nichts weltbewegendes, jedenfalls nicht für die Welt. Mich beschäftigt dieser Traum irgendwie.

Es gibt einen Mann, den ich seit 20 Jahren kenne, wobei kennen heißt, wir waren auf einer Schule in einem Jahrgang, waren auf Partys, haben uns viel unterhalten. Ich hatte was mit seinem Freund, er mit meiner Freundin. Postpubertärer Kram. Dann verloren wir aus den Augen, lebten in unterschiedlichen Städten. Im Endeffekt habe ich ihn seit ca. 15 Jahren nicht gesehen. Er fand mich auf einer dieser "Wo sind meine Schulfreunde"-Seiten, dachte 2 Wochen nach und schrieb mir eine Mail. Seitdem haben wir wieder Kontakt und haben wieder viel Freude miteinander. Ich finde seinen Humor und Intellekt total klasse und er sieht auch lecker aus. Außerdem knistert die Luft, es riecht nach Sex. Er ist vorsichtig und scheu, was ja auch völlig okay ist, da wir beide keine ONSs haben und genusssüchtig sind.

Jedenfalls träume ich seit ein paar Tagen regelmäßig von ihm. In den Träumen taucht regelmäßig irgendein Mensch auf, den er und ich gut kennen. Ein Nachbar, ein Freund, die Mutter einer Freundin, seine Ex, mein Ex und die sagen dann ihm und vor allem mir, ich soll es mal angehen, wir würden so gut zusammen passen. Er wäre sensibel, klug und würde nur auf ein Zeichen von mir warten. Im Traum gehe ich es auch an und er hat wirklich nur darauf gewartet. Im realen Leben bin ich vorsichtig, lasse ihm viel Raum und Zeit.

Ja, ich weiß, klingt nach 16 1/2, aber genau DAS ist der Spaß daran. Wir kennen uns sehr gut, die Luft brennt immer noch und wir verstehen uns einfach blendend. Sieht er übrigens auch so.
Aber was nun? Losstürmen und die perfekte Welt aufs Spiel setzen für Sex und eine vielleicht wunderbare Beziehung? Oder genau damit auf die Nase fallen?

smaragdgrün

PS: Ja, ich weiß, Geduld wäre die Lösung. :-)

14. Oktober 2007

Gute Männer - schlechte Männer

Ich habe nichts gegen gute Männer. Sie sind interessant. Sie sind wunderbar. Sie sind ein Geschenk.

Ich bin es einfach nicht gewohnt, dass Mann für mich da ist, mir hilft, mir etwas gibt, ohne dafür etwas zu fordern. Ich tue mich schwer sie anzunehmen. Komplimente und Geschenke annehmen ist sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich.

Irgendein dummer Mechanismus, eine Prägung, was auch immer, ist bei mir eingebaut und vermittelt mir: Du bist nicht liebenswert, wenn Du nichts dafür tust. Wenn Du keine Kompromisse auf Deine Kosten eingehst, taugst Du nichts. Streng Dich an, arbeite, erniedrige Dich, erdulde und Du wirst geliebt, aber einfach so? Nein!

Aber ich arbeite dran. Ein Mann muss mich nicht schlecht behandeln, damit ich merke, dass er mich wahrnimmt. Es geht durchaus anders und es ist weder langweilig, noch uninteressant.

Es ist eine Frage von Selbstrespekt, Selbstwert, Selbstliebe. Es hat mit mir zu tun. Über einen schlechten Mann hole ich mir lediglich die Bestätigung für meine persönliche Geringschätzung ins Haus. Ein guter Mann zeigt mir das Gegenteil: Ich bin gut, liebenswert, schön, sexy, begehrenswert, witzig, klug.

smaragdgrün

PS: Ich kenne auf jeden Fall zwei gute Männer, die nicht egozentrisch sind und dabei nicht langweilig sind. Ich fühle mich bei ihnen auch nicht unweiblich, dumm, wertlos oder uninteressant. Geht doch!

13. Oktober 2007

Egoismus und Männer

Entweder ist Mann vergeben, interessiert mich nicht und überhaupt: 98% aller Männer, die ich kennen lerne und die verfügbar sind, sind Schrott - jedenfalls für meine Belange. Mag auch daran liegen, dass ich ein Händchen für die falschen Männer habe oder besser gesagt: Ich bin blöd!

Die guten Männer sind nämlich langweilig. Sie respektieren mich. Sie interessieren sich für mich. Sie wollen wissen, wie es mir geht und gehen auf mich ein. Macht mich ja gar nicht an, also muss ich da durch und darf mich an sich nicht beschweren, liegt ja an mir. Aber dafür gibt es dieses Blog. :-)

Nebenbei: Es gibt fast immer einen Grund, warum Mann nicht vergeben ist. Sollte ich diesen nicht sofort erkennen, so bemerke ich ihn meist schmerzhaft oder lachend nach ein paar Wochen oder Monaten - je nachdem, wie oft ich Mann erlebe bzw. wie blöd ich bin.

Was ein guter Grund ist? Kommunikationsunfähigkeit. Ein Mann, der gar nicht redet oder mit seinen Worten gleich Grund zwei liefert, sollte schweigend da bleiben, wo er gerade ist. Ich verlange nicht viel, aber mehr als genuschelte, undefinierbare Laute wäre schon nett. Manche können sogar sprechen, aber häufig dann nur über sich und ihre Belange. Der zweite Grund, warum sie keiner haben will.

Meine letzte Eroberung brachte ein paar neue Gründe mit, warum ich und viele andere Frauen ihn nicht haben wollen: Er ist dumm und denkfaul, jedenfalls, wenn es sich nicht um ihn dreht und er hat eine Ex, mit der eine Illusion lebt, wobei ich ja nur seine Variante kenne: Sie lieben sich, sehen sich aber nie, reden nie miteinander und Sex gehört auch nicht dazu, denn beide haben ihr eigenes Sexleben. Irgendwie fand ich die Idee, das Objekt für seine körperlichen Belange zu sein, nicht wirklich erstrebenswert. Dazu kam, dass er die letzten Monate im außereuropäischen Ausland weilte und ich mich schwer damit tue Beziehungen (oder was immer er und ich veranstaltet haben) im luftleeren Raum am Leben zu erhalten. Ergo lief fast alles schriftlich per E-Mail ab.

Er ist ein Paradebeispiel. Ich könnte mich Wochen über ihn auslassen - wenn er nicht an sich so belanglos wäre. Zumindest weine ich nicht mehr um/wegen ihm und rege mich auch nicht mehr über ihn auf - eindeutig eine Verbesserung! Seine letzte Mail kommentierte ich, stark ein Kichern unterdrückend, mit den Worten: Wenn es nicht so albern wäre, würde ich mich aufregen. Kam bei ihm gar nicht gut an, was mich wenigstens nicht mehr interessiert. Seine Antwort kennt meine blaue Schwester, die einige Geschichten über ihn kennt und ihre Reaktion war wunderschön und bestand nur aus einem Wort: Räppelchen?

Heute kam dann mal wieder eine E-Mail von ihm. Meine davor war sehr belanglos und sehr kurz - und sie hatte nicht ein Wort über ihn in sich. Das war das Vergehen, das Monsieur ja gar nicht mag. Kritik oder Nichtbeachtung kann er gar nicht haben und reagiert prompt aggressiv oder beleidigt. Im ersten Fall motzt er dann beleidigend rum. Im zweiten schweigt er sich beleidigt aus. Und ja, falls sich jemand fragt, wie alt er ist, er ist 37, auch wenn man es kaum glauben mag.

Jedenfalls schrieb er mir heute, dass er Egoisten gar nicht mag und weil ich ihn nicht wichtig nehmen würde, jedenfalls nicht so wichtig, wie es ihm als gebührend erscheint, bin ich eine Egoistin. Nun hat er es mir aber gegeben, ich böses Mädchen. Die männliche Eitelkeit ist mal wieder gekränkt. Zuerst lachte ich laut los und dachte, fies wie ich sein kann, hmm, er ist zwar weit weg, aber im Messi online, da fragst Du nach. Ich habe ihn lediglich gefragt, wie er denn mit seinem Spiegelbild umgeht? Weil er der Meister des Egoismus, der Egozentrik und des Hedonismus sei. Er hat meine Frage mal wieder nicht verstanden, weil er ja nicht so wirklich klug ist bzw. nicht denken mag, weil ist ja anstrengend. Mal schauen, was kommt. Ich grinse schon in mich, weil ich genau weiß, dass er nun ein paar Tage nachdenken und schmollen muss, bevor ihm eine Reaktion einfällt. Diese wird dann so belanglos sein, dass ich sie mit einem Hauch umpusten kann, was ihn nur noch wütender oder beleidigter machen wird. Denn, das Schlimmste ist schließlich, dass ich immer Recht habe, er aber lieber seine Illusion von sich lebt, denn die Wahrheit tut oft weh und wer mag schon Schmerz?

smaragdgrün

PS: Sicher können Männer ganz nützlich sein, leider fällt mir spontan nur kein Grund ein.

PPS: Erwähnte ich eigentlich, dass besagter Mann es die ersten drei Monate nicht schaffte meinen Vornamen korrekt zu schreiben und dieser wirklich ein einfacher, deutscher Vorname ist?

PPPS: Ist es eigentlich schlimm, wenn man über den Mann, den man vor 9 Monaten soooo besonders fand, nur noch lachen kann?

12. Oktober 2007

Freund/-innen

Ja, ich bin gutmütig, vielleicht sogar naiv und blöd und genau deswegen falle ich auch immer mal wieder auf die Nase.

Manchmal kommt der Schreck, wo man ihn nicht erwartet hat. Meist ist er im Nachhinein gut, aber zu denken gibt er und weh tut er auch.


Ich dachte, ich habe eine gute Freundin. Eine richtige Freundin, die mich respektiert und schätzt.

Vielleicht bin ich zu empfindlich oder zu korrekt, aber Tatsache ist, dass ich von einer Freundin zutiefst erschreckt bin, wenn sie sich schlecht benimmt und mich problemlos bloß stellt. Was mich daran am meisten stört, ist, dass sie es vor Kunden, also wildfremden Mensch macht. Sie setzt sich einfach dazu, stellt sich nicht vor, quasselt unqualifiziert dummes Zeug dazwischen, alles nur, damit ich schlecht aussehe und sie gut da steht. Ein Kunde am Tisch fragte mich einen Tag später, wer denn die merkwürdige, unhöfliche Frau gewesen sei? Sorry, aber ich konnte da nicht mehr sagen: Oh, das ist eine sehr gute Freundin von mir.

Es ging ja noch weiter. Es waren ca. 200 Menschen anwesend und genau ein Mann, der mich interessiert - und ich ihn auch. Was ich ihr natürlich sagte und ebenfalls, dass ich mich mal zu ihm durchschlagen werde, um ein paar Minuten mit ihm in Ruhe zu reden. Was macht die "Dame"? Kaum sieht sie diesen Mann, hängt sie sich an ihn, lächelt ihn nur noch an und ist übertrieben und unglaubhaft charmant. So hatte ich sie noch nie erlebt. Vor allem: Was zum Teufel machte sie da? Hatte ich ihr nicht vor 2 Minuten gesagt, ich will nun mit dem Mann reden, sie soll sich mal alleine unterhalten und mir nicht immer am Allerwertesten hängen? Jedenfalls habe ich ein sehr gutes Gehör und hörte, wie sie sich bei ihm einschmeichelte und zwar wieder auf meinem Rücken, indem sie ihm sagte, was an mir alles schlecht sei und an ihr so toll. Ich konnte es kaum glauben.

Ich lächelte mich professionell durch den Abend und stampfte gen Heimat. Am nächsten Morgen eine E-Mail von ihr, dass sie ja so eine tiefe Verbundenheit und Vertrautheit mit dem Mann gespürt habe und soooo verliebt sei. Es folgte eine SMS mit der Bitte ihr einen Rat zu geben, wie sie ihn kennen lernen könne. Da ging nichts mehr. Ich rief sie an und fragte sie, ob sie noch was merkt?

Sie merkte nichts. Die Frau, die im 7. Monat schwanger ist, noch am letzten Wochenende mit dem Vater des Kindes fröhlich Sex hatte und seine Liebe beschwor, hatte nach einem 20minütigen Gespräch den Mann ihres Lebens getroffen - meinen Mann!

Ich sagte ihr, so friedlich es ging, wie unprofessionell, egozentrisch und scheiße sie sich verhalten habe und was sagt sie? Ja, stimmt vielleicht, aber hat sie nicht gemerkt und ich habe ja selbst Schuld. Ich hätte ihr doch sagen müssen, dass es eine berufliche Veranstaltung sei und ich mich für den Mann interessieren würde. Hallo? Geht es noch? Ich laufe privat stetig mit einem Namensschild auf dem nicht nur mein Name, sondern auch mein Firmenname zu lesen ist, fröhlich strahlend und höflich durch die Gegend. Und sicher doch, nächstes Mal halte ich ein Plakat hoch, auf dem steht dann: Der Mann da interessiert mich, hast Du es verstanden? Hat ja auch keiner gemerkt, dass sie schwanger ist, denn das ist ihr größtes Problem. Sie bekommt angeblich ein Wunschkind, aber niemand darf es wissen, weil sie ja einen Mann sucht und Männer mögen keine schwangeren Frauen. Klar, spätestens wenn ein Mann sie anfasst, fällt es nicht auf und wer redet so einen Unsinn? Im Endeffekt redete sie sich die ganze Zeit raus. Ihr gehe es so schlecht, sie sei so unsicher, fühle sich so ungeliebt.... Auf meine Frage, ob sie es daher auf meinem Rücken ausleben müsse, fiel ihr dann nichts mehr ein.

Das ist jedenfalls keine Freundin für mich. Nein, ich gebe sie nicht auf, ich gebe ihr noch eine Chance, aber ich bezweifel, dass ich sie noch einmal mit zu einer Businessveranstaltung nehme, wo sie die Chance erhält an Kunden zu kommen, die ihr fehlen und von denen ich komischerweise sehr viele habe. Ich werde verdammt vorsichtig und distanziert sein, denn private Unannehmlichkeiten sind schon schlimm, aber wenn für mich wichtige Kunden wegen ihr draufgehen, habe ich ein größeres Problem.

smaragdgrün

PS: Der Mann hat sich übrigens sehr schnell bei mir gemeldet. Er fragte, was meine Stimmung an dem Abend so verändert hat und wann wir uns denn endlich mal alleine und in Ruhe unterhalten könnten. Meine Freundin sei ja nett, aber nett ist schließlich die kleine Schwester von scheiße.......

Gute Freunde und Parasiten

Gute Freunde sind Menschen, die
  • mich so nehmen, wie ich bin und trotzdem mögen
  • mich fragen, wie es mir geht und es auch tatsächlich wissen wollen
  • mich auch ohne große Worte verstehen und mit mir – auch über mich - lachen
  • mir ohne Groll sagen, dass ich heute „scheiße“ bin
  • einfach mal „danke“ sagen
  • mich nicht nur dann anrufen, wenn ich ihnen helfen soll
  • ggf. auch am Morgen um 3:00 Uhr für mich da sind, ohne groß zu fragen „Muss das jetzt wirklich sein?“ usw.
Parasiten sind Menschen, die (oft als Freund/in getarnt)
  • sich in meiner Nähe aufhalten, weil sie selber nichts gebacken bekommen
  • mich nie fragen, wie es mir geht, sondern eigentlich immer nur anrufen, wenn ich was für sie tun soll
  • mir einreden wollen, dass ich „scheiße“ bin, weil ich nicht glaube, dass der Planet sich nur um sie dreht
  • ihre Loyalität sofort über Bord werfen, wenn sie mir zuvorkommen oder mich zu ihrem vermeintlichen Vorteil an die Wand spielen wollen
  • mich brauchen, um ihre Komplexe zu kompensieren
  • mich jammernd anpumpen, weil sie angeblich schon am Hungertuch nagen und dann mit meiner schwer verdienten Kohle zum nächsten Live-Fußballspiel oder zur Kosmetik eilen
  • meine Ideen klauen usw.

Beispiele dafür kennt wohl jede(r)

Wie geht man damit um?

Gute Freunde und Bekannte filtert man in entsprechende Schubladen. Parasiten sortiert man irgendwann aus.

Wie gehen die anderen damit um?

Gute Freunde wissen zu schätzen, wer und wie man ist. Bekannte sind und verhalten sich wie ein Neutrum. Parasiten verstehen die Welt nicht mehr und erklären dich zu ihrem Feind oder ziehen sich beleidigt zurück, oft nicht ohne den Versuch, dir ans Bein zu pinkeln.

Und wie gehe ich damit um?

Manchmal ärgere ich mich arg. Mal ehrlich, es tut ja weh, eine vermeintliche Freundschaft zu verlieren. Mit zunehmendem Alter wird man allerdings kompromissloser und überlebt nur gut gelaunt, weil man sortiert. Und die, die mir ans Bein pinkeln wollen, lernen inzwischen schnell, dass ich das besser kann.

Das klingt überheblich? Macht nichts. Lieber überheblich, als nicht lernfähig!

Gute Freunde brillieren mit Loyalität und dafür liebe ich sie!

schieferblau

3. Oktober 2007

Eröffnung

Auf geht es ins Leben - oder zumindest unserer Sichtweise davon!