Meine liebste Kollegin, die mich inzwischen als eine Art Ersatzmutter adoptiert hat und an die Küste verzogen ist, ist an CML (Leukämie) erkrankt. Das Mädel ist mal eben schlapp über Mitte zwanzig und hat vor ein paar Jahren ihr Kind an diese Krankheit verloren.
Ich habe Angst um sie.
Wir haben die halbe Nacht telefoniert, über Gott und die Welt gesabbelt, über die Krankheit und das merkwürdig hilflose Verhalten ihrer Mitmenschen; ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche. Ich bin völlig platt, ihr geht es vermutlich noch beschissener.
Ich werde ihr jetzt ein Paket mit lauter fröhlichem Lesestoff packen und habe gedroht, den nächsten Deppen, der ihr ein Buch über Leukämie schenkt, mit selbigem zu erschlagen. Wie blöd kann man eigentlich sein??? Die Frau weiß nach dem Tod ihres Kindes inzwischen mehr über diese Krankheit als manch ein Arzt!
Wie es wohl wäre, wenn manche Menschen einfach mal Zeit hätten, dem Anderen zuzuhören, statt sich mit vermeintlich schlauen Büchergaben aus der Affäre zu ziehen und so zu tun, als käme die Nachricht an Leukämie erkrankt zu sein einer Grippe gleich? Ein wenig Mitgefühl und Hirn wären wünschenswert!
Ja, das ist eindeutig tragisch, aber in Afrika verhungern Kindern und sie hat doch Dich, also ist sie nicht allein, wobei wir im Endeffekt eigentlich alle allein sind und uns einfach daran gewöhnen sollten.
Gestern war der Tag des Wassers, erschreckend, was in der Welt abgeht und wie wir sie kaputt machen und wie viele darunter leiden - Einzelschicksale gehen halt unter. Das klingt hart? Nein, nur realistisch, ich kann auch nicht aus meiner Haut, meinen Erfahrungen und meiner Einstellung.
Ja, das ist eindeutig tragisch, aber in Afrika verhungern Kindern und sie hat doch Dich, also ist sie nicht allein, wobei wir im Endeffekt eigentlich alle allein sind und uns einfach daran gewöhnen sollten.
Gestern war der Tag des Wassers, erschreckend, was in der Welt abgeht und wie wir sie kaputt machen und wie viele darunter leiden - Einzelschicksale gehen halt unter. Das klingt hart? Nein, nur realistisch, ich kann auch nicht aus meiner Haut, meinen Erfahrungen und meiner Einstellung.
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