vielleicht habe ich es nie gelernt. vielleicht wurde ich zu oft enttäuscht. vielleicht bin ich auch einfach nur dumm. denn da ist niemand. keine freunde, lediglich bekannte. menschen, die manchmal gut tun, selten weh tun, aber wichtig sind nicht. nahe stehen sie mir auch nicht, sie bleiben außenvor.
zwischendurch ist es immer wieder anders. dann lerne ich menschen kennen, bin begeistert, fast schon enthusiastisch, aber das geht nie lange gut. weil sie jemanden suchen, der sie mitzieht. weil sie über mich bestimmen möchten. weil sie doch nicht so sind, wie ich dachte.
immer wenn ich dachte, ich habe endlich einen freund, fühlte sich der mann veranlasst mich anzufassen. eindeutig und unmissverständlich. außer er ist schwul, aber dann mag er frauen oft nicht sonderlich, was auch nicht lange gut geht. warum kann kein mann mit mir befreundet sein? einfach so, ohne anfassen und absichten.
mit frauen ist es anders. sie sind nie auf augenhöhe. sie klauen mir ideen, geben sie als ihre aus. sie erhöhen sich auf meine kosten, machen mich nieder. bestimmen, was ich tun, lassen, tragen, machen soll und meine interessen und vorlieben natürlich auch. und dabei trampeln sie ungefragt auf mir rum. entscheiden, was ich kann, was für mich gut ist.
oder sie ergehen sich in sinnloser bewunderung für meine person. sie belagern mich, ersticken mich, nehmen sich ungefragt zeit, um über sich zu sprechen, ich sitze in der zweiten reihe, soll da sein, zuhören, trösten, mich zurückstellen, hobbys teilen, mich aufgeben. sind sie zu doof, zu oberflächlich, zu langweilig, zu egozentrisch, einfach viel zu. auf augenhöhe ist es nie.
vielleicht habe ich einfach kein händchen für menschen und habe aufgegeben. darum habe ich ruhe, verschwende keine zeit, aber es ist auch niemand da.
vielleicht gehöre ich nirgendwo dazu. bin ein zwischending, das man nicht einordnen, sortieren, nicht gebrauchen kann. ich mache nicht mit im fröhlichen reigen, ecke an, passe nicht rein, frage nach und stehe immer daneben, weil ich nirgendwo dazu gehöre.
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