Ich habe mich gestern in die Tiefen meines Ich begeben, im Matsch gespielt und mich direkt mit mir hingesetzt und geredet. Ha, ich habe rausgefunden, warum ich so üble Rückenschmerzen habe! Ich habe mich einfach zu sehr von D. beindrucken lassen. Ich bin einfach sehr erschreckt, dass er Mister Right sein könnte und wollte es mir leicht machen, indem ich mich auf ihn projeziere, was er natürlich nicht bieten kann, denn zum Glück ist er er und nicht ich. Alte Muster verlocken einfach sehr mitten in sie zu fallen!
R. kam mir dabei auch in die Gedanken: Er hat keinen Respekt vor sich selbst, wie soll er den vor anderen haben? Er schummelt sich durch sein Leben, übernimmt keinerlei Verantwortung oder Verpflichtung. Er läuft vor sich selbst davon. Er verdrängt und weicht aus. Das ist der Schlüssel! R. zeigte mir ganz genau, was ich nicht will und dann watschel ich los und mache genau das mit mir und auch mit D.! R. ist ein Feigling, der für sein Versagen andere verantwortlich macht und nicht mal dran denkt selbst was zu tun. Besonders auffällig ist die im Job und Privatleben: Er hält einen Job nie lange, weil er sich natürlich nicht anstrengt, sondern lieber an seinen belanglosen Feierabend denkt. Freunde? Eine Frau? Aber nicht doch, ich meine, er ist einfach zu wenig in zu vielen Bereichen, was will man damit?
Ich meine, es kommt kein Mann, der mir mein Leben einfach und toll macht - genau das will ich ja auch nicht von einem Mann. Klar verstehe ich mich, ich hätte es gerne mal einfach leicht und easygoing, aber anscheinend ist das noch nicht dran und ich bekomme noch die harte Packung - auch gut, kenne ich und komme ich mit klar.
Ich muss einfach auf mich hören, handeln wie ich handeln will und nicht Ängsten, Besitzdenken und unsinnigen Ansprüchen undVorgaben folgen, die nicht mal meine sind! In mir weiß ich alles, aber ich bin eben nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen, die ihren tollen Eigenschaften und Stärken nicht so ganz über den Weg traut.
Warum also außen nach Dingen schauen, die nichts bringen? In mir liegt die Lösung und die hat mit D. so rein gar nichts zu tun. Ich mache seine Baustelle zu meiner. Ich mache ihn zu meiner Aufgabe - und gebe mich für ihn auf. Ich kann und will nichts tragen, was nicht mir gehört!
Das Ding mit dem Brauchen und Gebrauchtwerden ist auch so eine miese Sache. Wie komme ich auf die Idee, das jemand, der gebraucht wird auch geliebt wird und begehrenswert ist? Völliger Unsinn! Genausowenig brauche ich jemanden, um glücklich zu sein, wenn ich mit mir selbst nicht klarkomme. Ist nur wieder eine äußerliche Sache, die nicht funktioniert.
Freiraum und Raum halten ist die nächste Sache. Warum gebe ich mir nicht den gleichen Raum, den ich D. gebe bzw. warum drängel ich hintenrum an ihm und an mir? Ist doch Blödsinn! Wenn ich Elend mitbringe, ist es logisch, dass es mich einholt.
Hallo? Darum hat er nicht gebeten und das will ich auch nicht!
Und dann darf ich einfach nicht vergessen, was M. gesagt hat: D. spiegelt nur mich wieder. Ich bin genauso toll wie er. Könnte ich das mal annehmen und glauben? ;-) Und unter uns: Ich habe die Ahnung, sie könnte Recht haben und ich bin ganz schön klasse!
Und ja, ich bin von D. einfach menschlich angetan, denn er ist verletzlich und stark, respektvoll und ehrlich, tiefsinnig und witzig. Er hat einfach furchtbar viele Eigenschaften, die ich wundervoll finde. Klar, dass ich da ein bisschen austicke, oder? Und auch klar, dass es sich anfühlt als würde man mir einen Leckerbissen vor die Nase halten, oder? Aber ich sollte ihm auch die Reflektionsfläche bieten, die ich bin und habe und nicht die von der ich denke, dass er sie sehen will. Ich bin das wertvollste, was ich habe, warum also verstecken?
Und sobald man die eigene Göttlichkeit anerkennt, die eigene Person sieht und anderen Grenzen setzt - eben Selbstrespekt ausübt - wird es leicht und die Schmerzen verschwinden. Komisch, was? ;-)
smaragdgrün
PS: Nöö, er hat sich gestern gar nicht gemeldet und ist heute kommentarlos in den Urlaub gefahren. Und nöö, ich werte das einfach mal nicht, denn es ist nicht meine Sache, was er tut. Dafür ist er ganz allein verantwortlich und ansonsten nope, mache ich nicht mit.
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