1. September 2008

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Liebe Sista,

ich habe soeben alles nachgelesen und musste ein wenig Schmunzeln. Wir sind uns wohl in manchen Punkten doch einfach zu ähnlich ...


Ich möchte nicht behaupten, dass wir es nötig hätten, uns über einen Mann zu identifizieren. Trotzdem haben wir mitunter die Neigung uns den Bedürfnissen des Kerls anzupassen und gelegentlich unsere eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen. Aber wie heißt es so schön? "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt".

Was mich betrifft, so klappt das inzwischen ganz gut. Ich habe mich mal wieder darauf besonnen, dass ich jemand bin und reichlich was kann. Zudem habe ich so gar keine Lust, mich irgendeinem anderen Lebensrhytmus anzupassen und ständig verständnisvoll zu sein, wenn irgendwem der Hintern juckt. Ich habe in meinem bisherigen Leben im Großen und Ganzen den üblichen Moralvorstellungen Rechnung getragen, mich um die Aufzucht meines Nachwuchses gekümmert und war beinahe die perfekte Frau. Was habe ich letztendlich davon gehabt? Ich habe meinen Job und meine Karrierevorstellungen an den Nagel gehängt, meinem Angetrauten ein schönes, einfaches Leben gestaltet, mich von ihm bescheissen lassen, dem Nachwuchs den Superpapi auf dem Sockel gelassen und mich gegrämt. Klar, irgendwann habe ich meine moralischen Bedenken besiegt und mir einen Lover zugelegt. So ein Liebhaber hat Vorteile. Er erwartet nicht, dass Du ihm seinen Kram hinterherräumst oder Dich gar um seine Finanzen kümmerst. Er sitzt nicht den ganzen Tag mit seinem Hintern auf der Couch rum, wenn er mal Freizeit hat und kann einem das Gefühl vermitteln, einfach mal wieder Frau zu sein. Dumm ist nur, wenn so ein Liebhaber dann anfängt, Besitzansprüche zu stellen. Irgendwie mutieren Liebhaber gelegentlich auch zum "normalen (?) Kerl". Schon sollst Du auf Abruf Zeit haben und womöglich wieder das eigene Leben, dem seinen anpassen. Natürlich soll Frau dann auch Verständnis dafür haben, wenn "ER" indisponiert ist. An dem Punkt angekommen, ziehe ich mich zurück.

Mein Jüngster sagte unlängst: "Mama, Du bist ne klasse Frau und irgendwann lernst Du jemanden kennen, der Dich liebt ..." Seine Worte in Gottes Gehörgang. Egomanen und Profilneurotiker können mir nämlich mal gestohlen bleiben!

Manchmal frage ich mich, wann Männer sich endlich emanzipieren. Vielleicht wäre es dann möglich, Partnerschaften im eigentlichen Wortinhalt zu leben?

Meine "beste Freundin" war ein Mann und selbst er konnte seine Artgenossen nur bedingt leiden ... Ich vermisse ihn arg! Und mein Papa fehlt mir auch. Immerhin bin ich Dank der beiden sicher, dass es Männer gibt, die es wert sind, sich mit ihnen zu beschäftigen.

LG
schieferblau

Nun ja, die alten Muster sind halt vertraut und hartnäckig, aber zumindest erkenne ich sie mittlerweile relativ schnell - für eine lahmarschige Kuh wirklich ein Fortschritt.

Erziehung kann es bei mir nicht sein, also muss es die Sucht nach Bestätigung, Aufmerksamkeit und Zuwendung sein, die uns immer mal wieder uns vergessen lässt.

Und dann die Sache mit dem Potential! Ich kann perfekt Potential in einem Menschen erkennen, allerdings heißt dies ja nicht, dass der Betreffende das auch sieht und vor allem nutzen will. Und vor allem bringt mir diese Fähigkeit bei Männer so rein gar nichts, außer der enttäuschenden Feststellung, dass Potential nicht immer der Realität entspricht. ;-)

Du hast die magischen Worte gesagt, denn ich denke, Frauen haben nicht wirklich ein Problem mit Emanzipation, Männer viel mehr und die Erwartungen ans Leben, an Partnerschaft und auch an Job und Sex variieren ziemlich.

Und dann ist da der Göttliche, der seit Samstag im Urlaub ist und nichts von sich hören lässt, was mich nicht glücklich macht, aber immerhin bleibe ich ruhig und denke an die Elfe: Wenn nicht, macht er Platz für was Besseres ...

smaragdgrün

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