13. Oktober 2007

Egoismus und Männer

Entweder ist Mann vergeben, interessiert mich nicht und überhaupt: 98% aller Männer, die ich kennen lerne und die verfügbar sind, sind Schrott - jedenfalls für meine Belange. Mag auch daran liegen, dass ich ein Händchen für die falschen Männer habe oder besser gesagt: Ich bin blöd!

Die guten Männer sind nämlich langweilig. Sie respektieren mich. Sie interessieren sich für mich. Sie wollen wissen, wie es mir geht und gehen auf mich ein. Macht mich ja gar nicht an, also muss ich da durch und darf mich an sich nicht beschweren, liegt ja an mir. Aber dafür gibt es dieses Blog. :-)

Nebenbei: Es gibt fast immer einen Grund, warum Mann nicht vergeben ist. Sollte ich diesen nicht sofort erkennen, so bemerke ich ihn meist schmerzhaft oder lachend nach ein paar Wochen oder Monaten - je nachdem, wie oft ich Mann erlebe bzw. wie blöd ich bin.

Was ein guter Grund ist? Kommunikationsunfähigkeit. Ein Mann, der gar nicht redet oder mit seinen Worten gleich Grund zwei liefert, sollte schweigend da bleiben, wo er gerade ist. Ich verlange nicht viel, aber mehr als genuschelte, undefinierbare Laute wäre schon nett. Manche können sogar sprechen, aber häufig dann nur über sich und ihre Belange. Der zweite Grund, warum sie keiner haben will.

Meine letzte Eroberung brachte ein paar neue Gründe mit, warum ich und viele andere Frauen ihn nicht haben wollen: Er ist dumm und denkfaul, jedenfalls, wenn es sich nicht um ihn dreht und er hat eine Ex, mit der eine Illusion lebt, wobei ich ja nur seine Variante kenne: Sie lieben sich, sehen sich aber nie, reden nie miteinander und Sex gehört auch nicht dazu, denn beide haben ihr eigenes Sexleben. Irgendwie fand ich die Idee, das Objekt für seine körperlichen Belange zu sein, nicht wirklich erstrebenswert. Dazu kam, dass er die letzten Monate im außereuropäischen Ausland weilte und ich mich schwer damit tue Beziehungen (oder was immer er und ich veranstaltet haben) im luftleeren Raum am Leben zu erhalten. Ergo lief fast alles schriftlich per E-Mail ab.

Er ist ein Paradebeispiel. Ich könnte mich Wochen über ihn auslassen - wenn er nicht an sich so belanglos wäre. Zumindest weine ich nicht mehr um/wegen ihm und rege mich auch nicht mehr über ihn auf - eindeutig eine Verbesserung! Seine letzte Mail kommentierte ich, stark ein Kichern unterdrückend, mit den Worten: Wenn es nicht so albern wäre, würde ich mich aufregen. Kam bei ihm gar nicht gut an, was mich wenigstens nicht mehr interessiert. Seine Antwort kennt meine blaue Schwester, die einige Geschichten über ihn kennt und ihre Reaktion war wunderschön und bestand nur aus einem Wort: Räppelchen?

Heute kam dann mal wieder eine E-Mail von ihm. Meine davor war sehr belanglos und sehr kurz - und sie hatte nicht ein Wort über ihn in sich. Das war das Vergehen, das Monsieur ja gar nicht mag. Kritik oder Nichtbeachtung kann er gar nicht haben und reagiert prompt aggressiv oder beleidigt. Im ersten Fall motzt er dann beleidigend rum. Im zweiten schweigt er sich beleidigt aus. Und ja, falls sich jemand fragt, wie alt er ist, er ist 37, auch wenn man es kaum glauben mag.

Jedenfalls schrieb er mir heute, dass er Egoisten gar nicht mag und weil ich ihn nicht wichtig nehmen würde, jedenfalls nicht so wichtig, wie es ihm als gebührend erscheint, bin ich eine Egoistin. Nun hat er es mir aber gegeben, ich böses Mädchen. Die männliche Eitelkeit ist mal wieder gekränkt. Zuerst lachte ich laut los und dachte, fies wie ich sein kann, hmm, er ist zwar weit weg, aber im Messi online, da fragst Du nach. Ich habe ihn lediglich gefragt, wie er denn mit seinem Spiegelbild umgeht? Weil er der Meister des Egoismus, der Egozentrik und des Hedonismus sei. Er hat meine Frage mal wieder nicht verstanden, weil er ja nicht so wirklich klug ist bzw. nicht denken mag, weil ist ja anstrengend. Mal schauen, was kommt. Ich grinse schon in mich, weil ich genau weiß, dass er nun ein paar Tage nachdenken und schmollen muss, bevor ihm eine Reaktion einfällt. Diese wird dann so belanglos sein, dass ich sie mit einem Hauch umpusten kann, was ihn nur noch wütender oder beleidigter machen wird. Denn, das Schlimmste ist schließlich, dass ich immer Recht habe, er aber lieber seine Illusion von sich lebt, denn die Wahrheit tut oft weh und wer mag schon Schmerz?

smaragdgrün

PS: Sicher können Männer ganz nützlich sein, leider fällt mir spontan nur kein Grund ein.

PPS: Erwähnte ich eigentlich, dass besagter Mann es die ersten drei Monate nicht schaffte meinen Vornamen korrekt zu schreiben und dieser wirklich ein einfacher, deutscher Vorname ist?

PPPS: Ist es eigentlich schlimm, wenn man über den Mann, den man vor 9 Monaten soooo besonders fand, nur noch lachen kann?

1 Kommentar:

schieferblau hat gesagt…

Männer und Egoismus – geniale Themenwahl!

Ich habe ja so ein „Vergeben-Exemplar“ dem ich gerne die Freiheit, ab und an auch einen Mondflug schenken würde.

Nicht, dass er etwa total schrullig oder gar unsympathisch wäre. Nein. Er verfügt sogar über Sensibilität, Empathie, Charme und beinahe alle positiven Eigenschaften, die Frau an Mann so schätzt. Leider kommen all diese wunderbaren Eigenschaften inzwischen jedem, nur nicht mehr mir zugute. Ich bekomme die andere Seite serviert: den Couchpotato, den Egoisten, den Typen, der dir eine metallicfarbene, giftgrüne Handtasche schenkt, weil er dich seit 20 Jahren nicht mehr bewusst angesehen hat und natürlich immer noch auf zwanzigjährige Disco-Mäuschen steht. Oder wie erklären sich solche ‚liebevollen’ Gesten sonst? Ah, ich weiß es wieder! Gleichgültigkeit.
Schon klar, er hat mich ja aus seiner Sicht sicher. Also bin ich uninteressant, meine Befindlichkeiten müssen nicht mehr interessieren, die Jagd ist lange abgeschlossen und ich bin erlegt und hänge so zu sagen als Trophäe an seiner Wand.
Auch eher unerquicklich sind meine Versuche mit ihm zu kommunizieren. Fragen wie: „Bier?“ werden beantwortet mit „ja“ oder „nein“. Fragen wie: „Könntest du dich bitte um ‚xyz’ kümmern?“ werden frühestens nach der dritten Wiederholung gelegentlich mit einem undefinierbaren Grunzen abgetan oder sicherheitshalber komplett ignoriert. Wenn er überhaupt komplette Sätze an mich richtet, handelt es sich sicherlich um freundliche Aufforderungen, wie z.B.: WIR müssten mal die Unterlagen zum Steuerberater schaffen. Schon klar, übersetzt: „Kümmere DU dich um die Steuern!“

Irgendwie legt das die Vermutung nahe, dass ich ihm einen Liebhaber offiziell vorstellen könnte und er auch das nur mit einem Grunzen abtäte. Weit gefehlt! Auf die Schlüsselwörter „Sex“ oder „Geld“ bzw. „kostet ...“ reagiert er zumindest in neunzig Prozent aller Fälle.

Würde er sich inzwischen nicht den größten Teil des Jahres in räumlicher Entfernung von mir bewegen, ich könnte so manches Mal für nichts garantieren.

Gelegentlich frage ich mich, ob ein Richter nicht auf „emotional bedingte Notwehr“ erkennen würde ...

Dennoch ist er ein liebenswerter Mensch. Das Problem liegt wohl eher bei mir. Ich will keinen liebenswerten Menschen, der sich nicht für mich interessiert, sondern mich nur in seiner Trophäensammlung behält, weil ich womöglich sein bester Abschuss war!