Es ist kacke, es stört mich, aber es ist so. Ich gönne so mancher Flitzpiepe keinen Erfolg. Nicht grundsätzlich, aber warum kriegen die immer, was sie wollen und ich nicht?
Die Frau mit der ich jahrelang befreundet war. Warum, weiß ich allerdings auch nicht mehr so genau, denn sie kann eigentlich nix, außer sich bombig verkaufen und die langen Beine schwingen. Wir haben zusammen studiert, sie war ein graues Mäuschen, sehr dürr und billig, nicht mal sehr klug. Das Einzige, was ich im Nachhinein wirklich Positives über sie sagen kann, ist das sie nie wirklich faul war. Sie hat für alles hart gearbeitet, die richtigen Leute kontaktiert, kurz sie war und ist immer rege.
Sie lebte sich mit Vorliebe auf dem Rücken anderer aus, ich war ein perfektes Opfer, denn ich sah ihre Möglichkeiten und unterstützte sie diese zu nutzen. Ich machte aus dem hässlichen Küken einen strahlenden Schwan. Das ich dabei unterging oder nur die durchschnittliche Freundin war, erkannte man auf den ersten Blick selten, schließlich war sie es, die eloquent und charmant war, ihren dürren Körper effektvoll in Szene setzte und sich selbst den Schein des Mysteriösen gab. Ja, es ging in die falsche Richtung, aber es ging. Ich war jung, sie noch jünger. Mir fiel es erst nach ein paar Jahren auf und als ich nicht mehr dem Stardom fröhnte, wurde ich weggeworfen. Klar, ich war nicht mehr nützlich, nicht repräsentabel genug, aber wichtiger, ich wollte den ganzen oberflächlichen Scheiß nicht mehr. Ich erlebte gerade noch wie sie durch gezielt eingesetzte Lügen einen sehr netten Mann an Land zog, der sich ihrem Ehrgeiz ergab und sein Leben und seinen Charakter nach ihr ausrichtete. Sie machten Schulden ohne Ende, denn nur so war die Illusion zu leben. Dann war sie auch noch schwanger, weil sie unbedingt ein Kind wollte. Das Kind ist natürlich ebenso perfekt wie alles, was sie verkauft. Leider kenne ich die Wahrheit und kann hinter die Fassaden aus Lügen, Betrug und Psychoterror schauen.
Soweit die Vorgeschichte, denn heute habe ich erfahren, dass sie ein Buch geschrieben hat und das wird auch noch veröffentlicht. Sicher wird es sich gut verkaufen, denn sich selbst verkaufen, das kann sie. Ich weiß, wie schlecht sie schreibt: stillos, unglaubwürdig, mieser Aufbau, üble Wortwahl, schlechte Grammatik und fürchterliche Rechtschreibung. Ich weiß auch, dass viele Verlage schlechte Bücher vermarkten, schließlich gibt es davon unfassbar viele in den Regalen - aber sie hat es geschafft, sie hat ein Buch geschrieben und es wird verlegt. Mich stört das. Nicht, weil es ein gutes Buch sein wird. Nicht, weil es ein Verlag sie genommen hat. Es stört mich einfach, dass sie mal wieder etwas hingekriegt hat, was ich nicht schaffe. Dabei bin ich viel besser.
Dann gibt es eine Kundin, die furchtbar ist, aber sie hat es ebenfalls geschafft, dass ihr furchtbar schlechtes Buch veröffentlicht wird. Das Thema ist ganz gut, sie hat fleißig recherchiert, aber sie kann einfach nicht schreiben. Das liegt nicht mal nur an der grottigen Rechtschreibung oder dem nicht vorhandenen Stil, es ist einfach nicht ihr Ding. Sie hält sich ebenso wie das Beispiel oben für eloquent und aus feinster Familie, aber wer genau hinschaut und hinhört, erkennt sofort, woher sie kommen, nämlich aus einer Arbeiterfamilie, was nicht schlimm ist, wenn man dazu steht.Aber sie schafft es, andere davon zu überzeugen, dass sie es drauf hat. Ich korrigiere und lektoriere ihren Sermon, sie streicht das Lob ein. Ihr Buch ist mickrig, es umfasst nicht einmal 100 Seiten und der Verlag ist eine Lachnummer, aber immerhin. Sie wird ebenfalls gut verkaufen und somit ein Stück Freiheit erhalten, denn mit Geld kann man sich ein paar angenehme Dinge kaufen, die das Leben schöner machen.
Dann gibt es da die Frau mit der ich zusammengearbeitet habe, allerdings nur kurz, weil ihre Defizite einfach zu groß waren und ich wieder in das Schema verfallen bin in erster Linie sie zu fördern, statt mich stärker zu beachten und zu achten. Konnte nicht gutgehen und ging es auch nicht. Sie zog ebenso wie Beispiel eins unbeeindruckt weiter und machte weiter - inklusive Lügen, Manipulation und Egoismus. Reflektieren? Blödsinn und so lebt sie nun in Schweden ihren Traum. Einen Traum, den ich zwar nicht so leben möchte, aber der Ansatz würde mir genügen. Und sie hat es ebenfalls wie die anderen beiden durch Scheiße geschafft, während ich hier weiterhin unzufrieden hocke.
Die nächste Frau ist ein bisschen anders, denn eigentlich mag ich sie. Sie kann was, ist ehrlich, witzig und hilfreich, auch wenn sie Kritik nicht vertragen kann, eine Zicke vor dem Herrn ist und sich furchtbar wichtig nimmt. Sie ist einfach schwierig und anstrengend, aber auch sie zieht das Glück an und trifft zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Mann. Der Mann ihrer Träume ist nicht mein Typ, aber er betet den Boden unter ihren Füßen an, kümmert sich um sie und hat den finanziellen Spielraum, um es ihr problemlos zu ermöglichen zum richtigen Zeitpunkt schwanger zu werden und alles leben zu können, was sie möchte. Nein, sie hat nicht darauf spekuliert, sie nimmt nicht einmal wirklich Geld von ihm an, aber sie hat jemanden gefunden, mit dem es passt und das auch noch vorbildlich. Ich finde nicht, ich bin so viel besser als sie, aber es stört mich, denn mir passiert so was offensichtlich nicht. Warum eigentlich nicht? Ich gönne es ihr, aber ich will auch.
Warum kann ich nicht einfach Ruhe geben? Es ist nicht mein Ding aus Scheiße Gold zu machen.
Liegt es daran, dass ich mich für zu faul halte? Ich bin nicht faul, ich habe einfach mehr am Allerwertesten und setze andere Prioritäten, während sich die genannten Beispiele furchtbar wichtig nehmen, in den Vordergrund drängen und sich alle und alles andere hinten anstellen muss. Das ist mein wirkliches Problem. Ich will kein Vampir sein. Ich will mich nicht egoistisch auf dem Rücken anderer ausleben.
Aber ich finde es ebenso unerträglich mich aufzuregen oder still zu nörgeln. Ich will mich nicht einmal auf dieselbe Stufe wie die erwähnten Damen stellen, denn ich bin von meinen Qualitäten völlig überzeugt. Ich bin viel besser und vor allem viel ehrlicher, aber anscheinend funktioniert die Welt eher wie die Weiber und nicht wie ich. Ich denke, genau das nervt mich so ungemein, denn ich finde den schönen Schein unerträglich und falle nicht darauf rein.
Ich bin, wer ich bin, aber authentisch sein bringt anscheinend nicht den Erfolg, den ich gerne hätte. Das ärgert mich. Warum muss ich meine Schwachstellen eigentlich so genau erkennen und nicht meine Stärken?
Naja, nachdem ich es nun aufgeschrieben habe, muss ich doch lachen und fühle mich viel besser.
Naja, nachdem ich es nun aufgeschrieben habe, muss ich doch lachen und fühle mich viel besser.
Sis, ohne den letzten Absatz hätte ich mir Sorgen um Dich gemacht. Ruhig Kleene, ich weiß genau, wovon Du redest!
Bücher schreiben kann mein Ex(ex) auch. Seinem photographischen Gedächtnis sei Dank - oder so ;) Ehrlich gesagt ist es mir einfach zu müßig, ihm sein "Talent" nachzuweisen. Sollen sich andere finden ... Plagiate werden ja immer gerne genommen.
Man muss auch nicht aus Scheiße Gold machen. Authentisch zu sein ist schon ein Vorteil. Sich mit allen Macken zu akzeptieren ein Weiterer.
Gran sagte immer: "Man trifft sich zweimal im Leben, hab Geduld Kind"
Ich übe mich in Geduld und meine Rachegelüste - egal gegenüber wem - sinken kontinuierlich.
Ich übe mein Ego und erziele erste, wichtige Erfolge. "Mein Arsch" wird mir immer sympathischer. Langsam aber sicher. Und ich habe gelernt, das Schwächen stark machen. Erkannte Schwächen geben einem die Möglichkeit, an sich zu arbeiten.
Ich, z.B., kann mich schwer trennen; von Gegenständen, wie von Menschen. Dennoch weiß ich, dass ich einen gewaltigen Container bestellen und den ganzen Ballast hineinwerfen werde! Allein der Gedanke ist schon ... und ehrlich, ich weiß, es bleibt keiner.
Scheiß auf das Weib! Sie hat Dich nicht verdient und wird Dein Niveau nicht annähernd erreichen. Und vergiss die anderen Nulpen.
Nee, stimmt, aber ich kann ja auch nicht aus meiner Haut und manchmal ist das eben so. Ich bin halt schon mal schlicht und glaube an Gerechtigkeit, was nicht unbedingt realistisch ist ;-)
In den Buchhandlungen der Welt steht total viel Schrott rum, mindestens 80 Prozent der angebotenen Werke ist scheiße oder wie oft begegnet Dir ein Buch, dass Dich richtig anmacht? Selten, sehr selten sogar.
Ich will ja nicht mal Rache, weil nicht wichtig, aber ich will auch nicht beeinflussbar von solchen Gefühlen sein bzw. von ihnen heimgesucht werden, denn sie sind unnötig und bringen mir gar nichts, weiß ich doch, was dahinter steckt.
Denk dran, wenn Du ausmistet mir vorher Bescheid zu geben, dann komm ich rum. Ich kann nämlich prima sortieren. Du setzt Dich hin und sagst immer nur weg oder behalten und die Sache läuft. Mache ich gerade im Keller meines Vaters auch nicht anders :-))
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